Professor Roland Koch skizziert in Fulda seine Vision einer modernen Allgemeinmedizin

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Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel, Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, Prof. Dr. Roland Koch mit Familie, Frederik Schmitt, Michael Wilhem. Foto: Mayleen Zentgraf

Mit seiner Antrittsvorlesung am Klinikum Fulda hat Prof. Dr. med. Roland Koch ein deutliches Signal für die Zukunft der medizinischen Ausbildung und der Patientenversorgung in Osthessen gesetzt. Der Arzt und Wissenschaftler, der die neu eingerichtete W3-Professur für Allgemeinmedizin der Philipps-Universität Marburg am Campus Fulda bereits zum 1. Oktober 2025 übernommen hat, stellte vor zahlreichen Gästen aus Politik, Wissenschaft und Praxis seine Vorstellungen einer Allgemeinmedizin vor, die digitale Möglichkeiten nutzt, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren.

Im Hörsaal des Klinikums Fulda würdigte Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel, Sprecher des Vorstands des Klinikums Fulda, auch im Namen seines Vorstandskollegen Michael Wilhelm, die Bedeutung der neuen Professur für die Region. „Wir freuen uns außerordentlich, mit Prof. Roland Koch einen wissenschaftlich ausgewiesenen Allgemeinmediziner gewonnen zu haben, der sein Fach als zentrale Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Lehre und gesellschaftlicher Verantwortung definiert. Das Klinikum Fulda verfolgt das Ziel, eine lückenlose und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung für die Menschen in der Region zu gewährleisten. Dabei wird Professor Koch als moderner Brückenbauer wichtige Impulse setzen und maßgeblich dazu beitragen, diesen hohen Standard nachhaltig zu sichern“, sagte Menzel.

Auch aus Marburg kamen Glückwünsche. Per Videobotschaft hob Prof. Dr. Michael Hertl, Dekan des Fachbereichs Medizin der Philipps-Universität Marburg, die Qualität der Ausbildung am Standort Fulda hervor. Er verwies auf die hochmoderne Campus-Etage, auf der angehende Ärztinnen und Ärzte gemeinsam mit der Hochschule Fulda interprofessionell ausgebildet werden und früh die Zusammenarbeit unterschiedlicher Gesundheitsberufe kennenlernen.

Für die Stadt und die Region betonte Dr. Heiko Wingenfeld, Oberbürgermeister von Fulda und Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Fulda, die langfristige Bedeutung der Berufung. „Die Etablierung dieser Professur stärkt den Medizinstandort Fulda nachhaltig. Sie leistet einen entscheidenden Beitrag dazu, den medizinischen Nachwuchs direkt in Osthessen auszubilden und somit die hausärztliche Versorgung für die Zukunft abzusichern“, sagte er.

Frederik Schmitt, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Fulda, richtete den Blick auf die Herausforderungen der kommenden Jahre. „Wir müssen Innovationen direkt in die regionale Versorgung übersetzen“, erklärte er. „Digitalisierung und KI bieten riesige Chancen, dürfen aber niemals den humanistischen Kern der Medizin ersetzen. Prof. Dr. Roland Koch verkörpert genau den Brückenbauers, den wir jetzt brauchen, um den Spagat zwischen technologischem Fortschritt und der Empathie zwischen Arzt und Patient zu meistern. Gemeinsam werden wir die Versorgung der Zukunft im Landkreis Fulda aktiv gestalten.“

Den Mittelpunkt des Abends bildete schließlich die Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Roland Koch unter dem Titel „Zwischen KI und ärztlicher Kunst – Wege der Allgemeinmedizin“. Gemeinsam mit Prof. Dr. Annette Becker, Prof. Stefan Bösner und Prof. Dr. Annika Viniol gehört Koch dem Leitungsteam des Instituts für Allgemeinmedizin der Philipps-Universität Marburg an. In seinem Vortrag zeichnete er nach, wie medizinische Informationen im Spannungsfeld von ärztlicher Erfahrung, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz entstehen und genutzt werden können. „Menschen kommen nicht nur für Diagnosen und Befunde in die Praxis, sondern auch, um zu verstehen, was ihre Erkrankung für sie bedeutet“, sagte Koch. „Moderne digitale Methoden müssen Freiräume für diese Art der Begegnung schaffen.“

Der neue Professor versteht die Allgemeinmedizin als verbindendes Element zwischen Wissenschaft, Lehre und gesellschaftlicher Verantwortung. Gerade der Campus Fulda biete dafür besondere Voraussetzungen. Der medizinische Nachwuchs profitiere von modernen Lernbedingungen, zu denen auch Simulationsräume mit Schauspielpatienten gehören, in denen die allgemeinmedizinische Diagnostik praxisnah trainiert werden kann.

Nach dem offiziellen Teil des Abends nutzten die Gäste den feierlichen Ausklang, um die angestoßenen Gedanken fortzuführen und über die Impulse zu sprechen, die von Fulda aus für die Medizin der Zukunft ausgehen könnten. +++


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