Politikberater sieht neue Dynamik im Rennen um CDU-Vorsitz

Cdu logo1

Der Politikberater und Publizist Michael Spreng ist der Ansicht, dass Norbert Röttgen mit seiner Kandidatur für den CDU-Vorsitz Bewegung in den Bewerbungsprozess gebracht hat. Die anderen potenziellen Kandidaten müssten sich nun erklären, sagte Spreng der "Passauer Neuen Presse". Röttgens Erfolgschancen stuft er allerdings als äußerst gering ein: "Norbert Röttgen ist ein Außenseiter. Er hat gegen den NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet keinerlei Chancen", so der Politikberater weiter.

Die Chancen gegen den Vizepräsidenten des CDU-Wirtschaftsrates, Friedrich Merz, seien immerhin "etwas größer". Röttgens Kandidatur werte er als "eine Rückmeldung in die erste Reihe der CDU für die Zeit nach Merkel", sagte Spreng. Laschet dagegen kokettiere und ziere sich. Dadurch habe er ein Vakuum in seinem Landesverband geschaffen. "Laschet muss endlich für Klarheit sorgen. Die Zeit des Zauderns ist nach der Kandidatur von Röttgen vorbei", so der Publizist. Als das "Grundproblem in der CDU" sieht er die Tatsache, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bis zur nächsten Bundestagswahl im Amt bleiben will. "Alle Beteiligten erkennen, dass Kanzleramt und Parteivorsitz in eine Hand gehören. Dieser Erkenntnis soll aber bis Ende 2021 nicht gefolgt werden. Das Gegeneinander und Nebeneinander wird damit weitergehen", sagte Spreng der "Passauer Neuen Presse". Auch bei einer Teamlösung an der Parteispitze gäbe es den Dualismus Kanzleramt – Parteiführung. Viel hänge davon ab, wer am Ende Parteivorsitzender wird. "Herr Merz und Frau Merkel wären völlig unverträglich. Laschet oder Röttgen könnten sich vermutlich mit Merkel arrangieren", so der Politikberater.

Kritik aus NRW-CDU: "Röttgen schadet der Partei"

In der NRW-CDU ist die Bewerbung von Norbert Röttgen für den CDU-Bundesvorsitz auf Zurückhaltung und Ablehnung gestoßen. "Ich schätze ihn aus unserer früheren Zusammenarbeit, aber eine gute Aufstellung im Team halte ich zur Zeit einfach für den besseren Weg für die CDU", sagte NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Mehrere Landtagsabgeordnete äußerten deutliche Kritik. "Ich hätte mir einen anderen Prozess gewünscht", erklärte Oliver Kehrl aus Köln. Es komme jetzt darauf an, den Zusammenhalt in der Union zu festigen. "Röttgen ist mit seiner Bewerbung dazwischengegrätscht. Das ist nicht gut. Ich glaube nicht, dass seine Bewerbung Aussicht auf Erfolg hat", fügte er hinzu. Der Abgeordnete Olaf Lehne aus Düsseldorf sagte: "Mit seiner Bewerbung schadet Norbert Röttgen der CDU und sich selbst. Ich habe Röttgen nicht nur im Landtagwahlkampf 2012 als komplett beratungsresistent erlebt." Klaus Voussem aus Eu skirchen beklagte: "Die Debatte um einen neuen Bundesvorsitzenden hat eine Eigendynamik entwickelt, die wir nicht monatelang beherrschen oder ertragen können." Es sei "nicht hilfreich, dass jetzt jeden Tag ein neuer Kandidat vor die Mikrophone tritt und sagt: Ich mache es". +++


Popup-Fenster

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*