Welches Handeln ist das richtige, wenn hohes Alter, chronische Erkrankungen und komplexe Pflegebedürfnisse aufeinandertreffen? Sind unsere Ansprüche in der Versorgungsrealität überhaupt umsetzbar? Mit Fragen wie diesen beschäftigte man sich beim 2. Hessischen Fachtag Palliative Geriatrie kürzlich am Klinikum Fulda. Durch das rund dreistündige Vortragsprogramm führte Dr. Sebastian Schiel, Direktor des Zentrums für Palliativmedizin am Klinikum Fulda.
Die Versorgung älterer Patientinnen und Patienten vereint kurative, rehabilitative und palliative Ansätze. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und immer längerer Krankheitsverläufe gewinnen vorausschauende Konzepte sowie eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit kontinuierlich an Bedeutung. „Eine gute palliative Versorgung um Alter gelingt nur gemeinsam. Unser Anliegen ist es, den Menschen mit seinen individuellen Bedürfnissen in den Mittelpunkt zu stellen. Der Fachtag zeigt, wie entscheidend ein starkes regionales Netzwerk ist, um Patientinnen und Patienten höchste medizinische Qualität zu bieten“, lässt sich Dr. Sebastian Schiel in einer Mitteilung zitieren.
Dr. Maria Haas-Weber, Volker Klug und Silvia Fuß stellten das Expertenteam für Palliative Pflege (EPP) im Main-Kinzig-Kreis vor. Das Konzept zeige, wie speziell qualifizierte Palliative-Care-Pflegefachkräfte Bewohner in Senioreneinrichtungen direkt vor Ort unterstützen. In enger Abstimmung mit Ärzten, Pflegeteams und Angehörigen könnten gesundheitliche Krisen frühzeitig aufgefangen und vermeidbare Krankenhauseinweisungen reduziert werden. Professorin Dr. Henrikje Stanze aus Bremen richtete den Blick auf die Zukunft der Palliative-Care-Pflege. Sie betonte die Bedeutung einer stärkeren Akademisierung und Weiterqualifizierung von Pflegefachpersonen. Ziel müsse es sein, Pflege noch stärker als eigenständige Profession mit erweiterten Kompetenzen und mehr Verantwortung in multiprofessionellen Teams zu etablieren.
Dr. Monika Fuchs aus Ulm setzte mit dem Thema Übertherapie und „Futility“ (Sinnlosigkeit) in der palliativen Geriatrie einen weiteren Schwerpunkt. Anhand eines Fallbeispiels stellte sie das FURORE-Tool vor. Die Orientierungshilfe unterstützt Fachkräfte dabei, medizinische und pflegerische Maßnahmen im Team fortlaufend zu hinterfragen. Die Vorträge und anschließende Diskussionsrunde verdeutlichten, dass eine gelungene palliative Versorgung alter und hochaltriger Menschen stets den ganzen Menschen mit seinen individuellen Bedürfnissen sieht. Das Klinikum Fulda – Campus Fulda der Universität Marburg setzt mit regelmäßigen Fortbildungsangeboten wie diesem auf einen kontinuierlichen Wissenstransfer und die Vernetzung aller Akteure in der Region. +++

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