Oettinger schließt vorzeitigen Wechsel im Kanzleramt nicht aus

Kanzleramt

Der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) schließt einen vorzeitigen Wechsel im Kanzleramt nach der Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden nicht aus. Zumindest bis Jahresende sollte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Amt bleiben, sagte Oettinger in der "Bild"-Sendung "Die richtigen Fragen". Zur Begründung verwies er darauf, dass in der zweiten Jahreshälfte Deutschland die Ratspräsidentschaft in der EU übernimmt. "Ob sich dann eine vorgezogene Wahl des Kanzlers im Bundestag noch lohnt, sollte man sehen, wenn es soweit ist", so der ehemalige EU-Kommissar.

Aus seiner Sicht spreche aber mehr gegen vorgezogene Neuwahlen, zu denen es dann käme. Oettinger hält es nicht für zwingend, dass der neue CDU-Vorsitzende auch der Kanzlerkandidat der Union wird. "Der neue CDU-Chef ist der logische, aber nicht der automatische Kandidat für die Bundestagswahl." Er halte alle drei aktuell genannten Kandidaten für geeignet, die CDU zu führen u nd Kanzler zu werden. Sie seien auch der CSU vermittelbar. Über den Parteivorsitz solle die CDU auf einem außerordentlichen Parteitag "im Mai oder Juni" entscheiden, über den Kanzlerkandidaten die Union "zum Zeitpunkt X im zweiten Halbjahr".

CSU hat keine Eile bei Frage des Unions-Kanzlerkandidaten

CSU-Generalsekretär Markus Blume sieht es nicht als notwendig an, eine schnelle Entscheidung bei der Frage des Unions-Kanzlerkandidaten zu treffen. "Da haben wir Zeit. Jemand, der zu früh startet, erreicht das Ziel am Ende womöglich nicht", sagte Blume in der "Bild"-Sendung "Die richtigen Fragen". Die Möglichkeit, dass der Kanzlerkandidat von der CSU gestellt wird, schließt er nicht aus, hält einen Kandidaten der CDU allerdings für wahrscheinlicher. "Es muss nicht zwingend so sein, es spricht einiges dafür. Aber: Es kann definitiv keinen Automatismus geben", so der CSU-Generalsekretär. In der Debatte um den CDU-Vorsitz spricht sich Blume hingegen für eine schnelle Lösungsfindung aus. "Die offene Führungsfrage um dem Parteivorsitz muss man rasch klären. Man darf Führungsfragen nicht offen halten", sagte Blume. Man müsse sich die notwendige Zeit nehmen, aber es sei wichtig, dass man "keine endlose Hängepartie" zulasse. Ein vorzeitiges Ende der Kanzlers chaft von Angela Merkel ist für Blume nach eigenen Angaben derzeit keine Option. "Es wäre ein Schaden, wenn wir zum jetzigen Zeitpunkt über das Ende von Regierungen sprechen." Vielmehr solle man die aktuelle Regierungsarbeit "ordentlich zu Ende bringen".

FDP-Politiker Kuhle warnt Union vor Merz-Kanzlerkandidatur

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Konstantin Kuhle hat die Union davor gewarnt, Friedrich Merz zum Kanzlerkandidaten zu wählen. "Man sollte bei Friedrich Merz bedenken, dass den unter 30 in Deutschland keiner mehr kennt. Das als Zeichen auszusenden, dass die Union sich weiter nur auf eine Altersgruppe in der Bevölkerung beziehen will, finde ich problematisch", sagte Kuhle in der "Bild"-Sendung "Die richtigen Fragen". Wenn man nur mit "Evergreens" aus den Neunzigern unterwegs sei, könne man nicht so viele Leute abholen. Man habe bei der letzten Europawahl gesehen, dass die Union mit "jüngeren Wählern ein Problem habe", so Kuhle.


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