Neubau der Cuno-Raabe-Schule in Fulda nimmt weiter Gestalt an

Gut ein Jahr nach dem Spatenstich im Mai 2025 kommt der Neubau der Cuno-Raabe-Schule in Fulda planmäßig voran. Die Stadt Fulda hat über den aktuellen Stand des Großprojekts informiert, das mit einem modernen Schulcampus und der Einbindung der ehemaligen St.-Elisabeth-Kirche neue Maßstäbe für den Grundschulstandort setzen soll.

Der neue Schulcampus wird künftig Platz für bis zu 425 Schülerinnen und Schüler bieten. Vorgesehen ist ein Ersatzneubau, der über einen Brückenbau mit dem bestehenden Schulgebäude verbunden wird. Gleichzeitig wird das denkmalgeschützte Gebäude der ehemaligen St.-Elisabeth-Kirche in den Schulbetrieb integriert. Dort sollen unter anderem die Mensa, die Aula sowie Räume für den Ganztagsbetrieb entstehen.

Geplant ist eine vierzügige Grundschule mit 16 festen Klassenräumen sowie ergänzenden Gruppen- und Differenzierungsräumen. Das Konzept orientiert sich am Modell einer Clusterschule und ermöglicht bei steigendem Bedarf eine Erweiterung auf fünf Züge. Diese Option gilt als wichtiger Baustein für die langfristige Entwicklung des Standorts, da künftig auch Kinder aus dem Neubaugebiet Waidesgrund zum Schulbezirk gehören werden. Der neue Campus soll zudem flexible Unterrichtsformen nach modernen Lernkonzepten ermöglichen.

Die Einbindung des Kulturdenkmals reduziert zwar das notwendige Neubauvolumen und führt das ehemalige Kirchengebäude einer neuen Nutzung zu, bringt jedoch zusätzliche Anforderungen mit sich. So müssen die Vorgaben des Denkmalschutzes mit den Anforderungen an den Schulbetrieb, dem Brandschutz sowie den energetischen Standards in Einklang gebracht werden.

Vor der Übergabe an die Stadt Fulda wurde die ehemalige St.-Elisabeth-Kirche profaniert. Sämtliche sakralen Einrichtungsgegenstände und Einbauten wurden durch die katholische Kirche entfernt. Im Zuge des Umbaus ist ein Raum-in-Raum-Konzept vorgesehen. Zusätzlich sollen neue Öffnungen für Belichtung und Belüftung geschaffen werden. Die Grundstruktur des Gebäudes einschließlich des Glockenturms sowie die charakteristischen Merkmale bleiben aus Gründen des Denkmalschutzes erhalten.

Nach Erteilung der Baugenehmigung konnten die Bauarbeiten im Frühjahr 2025 beginnen. Der Neubau und die Sanierung des Kulturdenkmals werden parallel umgesetzt. Gleichzeitig laufen die Tiefbauarbeiten zur Erschließung des Grundstücks, zu denen auch Maßnahmen zum Hochwasserschutz gehören. Trotz Problemen bei den Lieferketten, die nach Angaben der Stadt vor allem auf globalpolitische Rahmenbedingungen zurückzuführen sind, sowie einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit beauftragter Unternehmen hält die Stadt weiterhin an dem Ziel fest, die Gebäude Ende 2027 in Betrieb zu nehmen.

Derzeit laufen sowohl am Neubau als auch im ehemaligen Kirchengebäude die Rohbauarbeiten. Ab August 2026 soll schrittweise mit der Errichtung des Holzbaus begonnen werden. Bis zur Fertigstellung des neuen Schulcampus bleibt die Cuno-Raabe-Schule im bestehenden Gebäude untergebracht. Für die Zeit danach prüft die Stadt Fulda eine Nachfolgenutzung durch den Bildungscampus des Klinikums Fulda.

Die ursprünglich mit 30 Millionen Euro veranschlagten Projektkosten wurden inzwischen fortgeschrieben und im Haushalt 2026 berücksichtigt. Ursache hierfür sind eine notwendige Betonsanierung am Glockenturm des Kulturdenkmals, die denkmalgerechte Lamellenverkleidung der Fenster in der Kirchenfassade sowie die allgemeine Baupreisentwicklung. +++


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