Nach verschwundenen Examensklausuren: Junge Union Hessen verlangt umfassende Aufklärung

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Der Verlust von Examensklausuren bei den ersten juristischen Staatsprüfungen in Hessen sorgt weiter für Kritik. Die Junge Union Hessen zeigt sich alarmiert über Berichte, wonach 24 Klausuren des vergangenen Prüfungsdurchgangs auf dem Versandweg zum Erstkorrektor verlorengegangen sein sollen. Aus Sicht der Nachwuchsorganisation der CDU erschüttert der Vorfall das Vertrauen vieler Studierender sowie Referendarinnen und Referendare in die Verlässlichkeit des Hessischen Justizprüfungsamtes.

Die Referentin für Justiz und Migration der JU Hessen, Dr. Leona Becker, sieht in dem Geschehen weit mehr als einen gewöhnlichen Verwaltungsfehler. „Wenn Examensklausuren verschwinden, geht es nicht um einen bloßen Verwaltungsfehler. Für die Betroffenen geht es um Monate intensiver Vorbereitung, psychische Belastung und ihre berufliche Zukunft. Ein solcher Vorfall darf sich keinesfalls wiederholen“, erklärt sie.

Vor diesem Hintergrund fordert die Junge Union eine lückenlose Aufklärung der Abläufe und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der organisatorischen Sicherheit. Das Justizprüfungsamt müsse nun transparent darlegen, wie es zu dem Vorfall kommen konnte und welche Konsequenzen daraus gezogen werden. Besonders kritisch bewertet die Organisation die Berichte über die Sicherung der Prüfungsunterlagen auf dem Versandweg.

„Das JPA muss jetzt transparent darlegen, wie es zu diesem Vorfall kommen konnte und welche Konsequenzen daraus gezogen werden“, so Becker. „Für Studenten ist es nicht nachvollziehbar, dass Examensklausuren am Ende des Versandwegs offenbar derart unzureichend gesichert sind, dass sie frei zugänglich vor Wohnungstüren abgelegt werden. Ein bloßer Hinweis des JPA, wonach Verluste auf dem Postweg nicht vollständig ausgeschlossen werden könnten, wird der Tragweite eines solchen Vorfalls nicht gerecht.“

Die JU Hessen spricht sich deshalb für eine umfassende Digitalisierung und bessere Absicherung der Prüfungsabläufe aus. Nach ihren Vorstellungen sollen digitale Sicherungssysteme eingeführt, verbindliche Vorgaben für den Transport von Klausuren geschaffen und klare Verfahren für den Umgang mit organisatorischen Fehlern festgelegt werden. Belastungen für Studierende müssten dabei grundsätzlich ausgeschlossen werden.

Auch die Einführung des E-Examens sieht die Organisation als wichtigen Schritt. Nach Auffassung der Jungen Union kann die Digitalisierung der Prüfungen wesentlich dazu beitragen, ähnliche Vorfälle künftig zu vermeiden. Zugleich fordert sie mehr Tempo bei der Umsetzung. Während Rheinland-Pfalz das E-Examen in der ersten juristischen Staatsprüfung bereits seit drei Jahren anbietet, sei in Hessen bislang nicht einmal ein Termin für die Einführung bekannt. Das Bundesland dürfe bei der Digitalisierung der juristischen Ausbildung nicht weiter zurückfallen.

Zum Abschluss verweist Becker auf die Bedeutung eines funktionierenden Prüfungswesens für das Vertrauen in den Rechtsstaat. „Der Rechtsstaat lebt von einem leistungsfähigen und fairen juristischen Prüfungswesen. Wer Spitzenleistungen verlangt, muss selbst höchste Professionalität gewährleisten.“ Mit Blick auf die verschwundenen Klausuren sieht die Junge Union nun das Hessische Justizprüfungsamt in der Pflicht, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen und die notwendigen Konsequenzen aus dem Vorfall zu ziehen. +++


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