Moscovici will 2019 Präsident der EU-Kommission werden

Ich könnte auch gut etwas ganz anderes machen

EU-Kommission

Brüssel. EU-Währungskommissar Pierre Moscovici hat als erster Kandidat seine Bereitschaft erklärt, bei den Europawahlen 2019 für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten anzutreten. „Die Kandidatur um das Amt des Kommissionspräsidenten könnte mich interessieren“, sagte Moscovici der „Welt am Sonntag“.

Der frühere französische Finanzminister stellte allerdings Bedingungen: „Ich würde keine Kampagne nur der Kampagne wegen anführen wollen sondern mit dem Anspruch, zu gewinnen. Europas Sozialdemokratie ist in einer Krise. Es fehlt an Geschlossenheit, Führung und Ideen. Die Frage ist, ob wir das in zwei Jahren wieder aufbauen können.“ Die Sozialdemokratie in Europa müsse sich erneuern, forderte Moscovici. „Wir müssen aufhören, die Vertreter der Mitte als Verräter anzusehen und die Linken als Verrückte. Wir müssen Konzepte entwickeln, wie wir die Ungleichheit in Europa beenden. Wir müssen Führung zeigen, international wie in Europa.“

Eine Kandidatur sei für ihn nicht die einzige Zukunftsoption, betonte Moscovici im Gespräch mit der Zeitung. „Ich könnte auch gut etwas ganz anderes machen“, sagte der 59-Jährige Franzose. Moscovici gehört der französischen Parti Socialiste an, die wie die deutsche SPD zur europäischen Parteifamilie S&D gehört. 2019 wird über einen Nachfolger von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker entschieden werden müssen. Es wird davon ausgegangen, dass die Staats- und Regierungschefs an der Praxis festhalten werden, den Spitzenkandidaten des siegreichen Parteienbündnisses bei den Europawahlen an die Spitze der Behörde zu berufen. +++

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