Knell: Hessens Wolfsmanagement ist gescheitert

Wolf1

Eine Wölfin, die jede Scheu verloren hat, bis in Wohngebiete vordringt, Nutztiere reißt und Menschen und Tiere in Angst und Schrecken versetzt, ist seit geraumer Zeit im Vogelsberg unterwegs. Wiebke Knell, jagd- und landwirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion der Freien Demokraten im Hessischen Landtag, hat sich jetzt bei einem Ortstermin mit Weidetierhaltern und Bürgern in Ulrichstein (Vogelsberg) ein Bild von der Lage gemacht.

„Die Menschen fühlen sich bedroht durch die Wölfin und allein gelassen von der Landesregierung, deren Maßnahmen das Problem nicht lösen“, stellt Knell fest. „Das Wolfsmanagement der Landesregierung ist gescheitert. Es kann es nicht der richtige Weg sein, den Tierhaltern immer höhere Zäune zur Auflage zu machen, die der Wolf ohnehin überwinden kann. Die Ulrichsteiner Wölfin ist nahezu täglich in Ortslage zu beobachten, sie schleicht um die Ställe der Landwirte, und ihr Heulen ist jede Nacht zu hören. Weidetierhalter und besorgte Anwohner fordern, dass Umweltministerin Priska Hinz die Wölfin entnehmen lässt. Darin unterstützen wir die Betroffenen.“

Auch die sogenannte Stölzinger Wölfin müsse zum Abschuss freigegeben werden, fordert Knell. Diese Wölfin hat im Werra-Meißner-Kreis, in Hersfeld-Rotenburg und im Schwalm-Eder-Kreis trotz Stromschutzzäunen mehrfach Nutztiere angegriffen und nachweislich über 20 Schafe, Ziegen und Kälber getötet. „Die Abschüsse der Wölfinnen müssen schnell erfolgen, denn es sind inzwischen auch weitere Wölfe gesichtet worden, so dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich ein Rudel bildet. Wenn die Wölfinnen ihr Verhalten an den Nachwuchs weitergeben, wäre das für weite Teile der Weidetierhaltung in der jeweiligen Region das Ende“, erklärt Knell. Sie erinnert an die Aussage von Umweltministerin Priska Hinz, dass ein Abschuss möglich sei, wenn wiederholt Herdenschutzmaßnahmen überwunden und ernsthafter wirtschaftlicher Schaden angerichtet wurde. „Beides ist der Fall. Deshalb muss die Ministerin die Wölfinnen entnehmen lassen“, betont Knell.

Die Freien Demokraten fordern zudem, die Begutachtung von Rissproben durch das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie kritisch zu überprüfen und zu verbessern. „Leider entsteht immer öfter der Eindruck, als seien Wolfnachweise, vor allem bei Rissen, politisch nicht gewollt. Betroffene berichten, dass Probenentnahmen verweigert werden. In anderen Fällen dauert es zu lange, bis Proben entnommen werden“, sagt Knell. „Wenn der Wolf politisch gewollt ist, muss das Monitoring konsequent und ergebnisoffen funktionieren. Die Ministerin muss sicherstellen, dass Risse noch am Tag der Meldung begutachtet werden.“ +++


Popup-Fenster

14 Kommentare

  1. Da gebe ich Ihnen recht – m.E. wird es wohl eine Parallelstrategie zum Ausbau der Naturwälder bzgl. des Wolfes geben müssen. Aber auf der anderen Seite auch eine deutliche Verbesserung der Ertragssituation von Landwirten UND Weidetierhaltern in der ökologischen Regionalvermarktung. Das geht nur sukzessive , kooperativ mit den Kommunen, weiteren Mulitplikatoren (z.B. Dehoga ff.) und unter weiterer Sensibilisierung für gesunde Lebensmittel auf der Verbraucherseite, womit wir auch schon wieder bei weitereichenden Themen der Sozialpolitik wären. Wenn es , nicht nur bei den Weidetierhaltern, auf der Einkommensseite allgemein so drückt, dann können und wollen viele für gesunde Lebensmittel , sprich entsprechende Margen für Naturschutz, nicht bezahlen. Wir stehen insgesamt vor einem Umwandlungsprozess hin zum nachhaltigen Wirtschaften. Der Wolf ist da nur ein „Zankapfel“ mit dem gerne polarisiert wird. In Südtirol , Trentino bzw. Abruzzen sieht es nicht anders aus wenn es um den Bären geht. Die Tiere sind nicht das Problem. Das Problem sind die durch die Massentierhaltung und Supermärkte/Disocunter prekärisierten Existenzsituationen von Landwirten als „Umweltwirt“: Von der Seite der sozialpolitischen Ausbeutung kommt da von Seite der Kaufkraft beim Endverbraucher, wie erwähnt. leider auch einiges. Ich würde es begrüßen wenn der Wolf in Hessen richtig ankommt, aber eben auch in Kombination mit einem facettenreichen Wandel in der Land- und Forstwirtschaft bzw. auch an der Basis gesellschaftlichen MIteinanders.

  2. @Herrn Knobloch:
    Glauben sie ernsthaft dass Wölfe, die in „Naturwaldarealen“ leben, sich nicht für Weidetiere interessieren und sie daher in Ruhe lassen ? Nochmal in aller Deutlichkeit: Bleibt es bei der dezeitigen Kultur des „Willkommen Wolf“ – stirbt die Weidetierhaltung aus – Waldumbau hin oder her. Mit der Reduzierung der Weidetierhaltung gehen dann auch sehr viele weitere Arten verloren. Diese Arten habe leider keine so hohe Popularität wie der Wolf – denn wer interessiert sich schon für Zwergzikaden oder Mistkäfer. Es ist wie immer – wir kommen von einem Extrem ins Andere. Aber was soll ich mich hier abarbeiten, es herrscht sowieso keinerlei Einsicht. Erst wenn die Ställe leer sind, fällt auf, dass eine nicht bedrohte Art gefördert wurde, während ganz viele andere bereits bedrohte Arten verschwunden sind.

  3. Der Wolf braucht den Wald nicht, nur Nahrung. Die „Scheu“ haben wir ihm dank Totalschutz komplett aberzogen, also geht er dorthin, wo Beute leicht zu haben ist: Gedeckter Tisch Weide.

  4. Solange frau UM Hinz bei ihrer Totalverweigerung der Entnahme übergriffiger Wölfe bleibt und stattdessen den Aufwand für die Weidetierhalter immer höher schraubt, wird es bald keine Tiere mehr geben, die wir vermarkten können. Es nützt mir rein gar nichts, wenn ich meine Schafe mit Liebe und Sorgfalt aufziehe, um sie dann in blutigen Teilen von der Wiese kratzen zu können.

  5. Liebe Frau Winhard,
    was den Wolf betrifft haben Sie m.E. nicht ganz unrecht. Ohne entsprechende Naturwaldareale wird die Thematik m.E. problematisch. Da bieten sich in einer Forstwende im Sinne des Klima- und Artenschutzes sicher sehr gute neue Ansätze. Lassen Sie uns doch lieber weniger den Wolf in den Fokus rücken und konstruktiv über neue und attraktive Vermarktungswege für Weidetierprodukte reden? Nicht nur im RTK gibt es da sehr interessante Chancen über die Gastronomie und eine kombinierte neue Form der Gemeinschaftsversorgung zu gehen so daß die Gewinne auch bei Landwirten und Gastronomen bleiben und oben drein noch für den Naturschutz im Sinne der Umweltleistung der Weidethierhalter übrig bleibt. Die Kommunen könnten hier ebenso eine entscheidende kooperative Rolle übernehmen. In der Wildfleischvermarktung machen da im Moment einige etwas vor wo aktuell chancenreiche Nischen sind. (vgl. allg. Sensibilsierung über Tönnies, Wilke bei Discountern und im Handel ff.). Chancen in der Gastronomie sind noch nicht erschlossen – das hängt aktuell auch an „Corona“- wird aber sicher perspektivisch völligst neue Chancen bekommen. Wenn das klappt ist der Wolf im „Schwerpunktthema“ da wo er hingehört, im HIntergrund und im Naturwald, und die Weidetierhalter im Neben oder Haupterwerb haben wieder eine wesentlich bessere Ausgangssituation. Ich will damit sagen: Es gibt viel chancenreichere Themen als der Wolf. Welchen Stellenwert können z.B. Schaf- und Ziegenmlichprodukte in der regionalen Ernährung haben und wie kann man diese erschliessen?

  6. Ministerin Priska Hinz und der NABU sind sicherlich sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Treffens gestern, zu dem das Ministerium ins Naturschutzzentrum Wetzlar geladen hatte, um den neuen Wolfsmanagementplan vorzustellen und die mit der Ansiedelung des Wolfes einhergehenden Probleme der Weidetierhalter zu diskutieren. Diskutiert wurde eher weniger, Sachfragen und Einwände der anwesenden Schäfer, Jäger und Landwirte ignoriert oder als Verschwörungstheorie abgetan. Stattdessen werden nun noch mehr Steuergelder für die Verwaltung von sage und schreibe 2 (in Worten: ZWEI!) Wölfen in Hessen verbraten, während die von diesen übergriffigen Wölfen Betroffenen in der ministerialen Rechnung kaum auftauchen, dafür aber mit allerlei zeit- und kostenintensiven Auflagen bedacht werden. Allein die sogenannte „Stölzinger Wölfin hat in diesem Jahr bereits mehr als 26 Nutztiere (Schafe, Ziegen und Kälber) gerissen – trotz des vom Ministerium empfohlenen „Grundschutzes“.
    Wie kann es sein, daß Frau Hinz mit der Verwaltung von zwei Wölfen schon so derart überfordert ist, daß sie dazu einen Personalstand schafft, der kein Maß mehr zu kennen scheint? Und kein einziger dieser neu geschaffenen Posten entlastet diejenigen, die die Hauptlast des Wolfes tragen, die Weidetierhalter. Diese werden weiterhin mit Schein-Förderungen abgespeist, Rinder- und Pferdehalter bekommen gar keine Unterstützung. So werden vermutlich zukünftig dann auch Bio-Tiere ihr Leben wieder ganzjährig im Stall fristen dürfen, während die Artenvielfalt auf den Weiden vor die Wölfe … äh… Hunde geht.
    Während sich anderswo längst die Erkenntnis durchgesetzt hat, daß auffällige Wölfe am besten schnellstmöglich entnommen werden, damit sowohl landschaftspflegende Weidetiere, als auch die Wölfe, die tun, was sie sollen – nämlich scheu sein und Wildtiere jagen – in Frieden leben können, tanzen Umweltministerium und selbsternannte „Experten“ des Naturschutzbundes unbeirrt weiter den ideologischen Tanz um das Goldene Kalb.
    Frau Hinz schützt nicht den Wolf – der ist bereits von der EU geschützt und auch nicht in seinem Bestand gefährdet -, sie verbrennt lediglich Steuergelder für den Klüngel mit NGOs und läßt die Weidetierhalter komplett mit den von ihr geschaffenen Problemen allein. Ministerin Hinz trägt entscheidend und aktiv durch Untätigkeit dazu bei, daß sich die bereits im 1. Jahr der Wolfsansiedelung in Hessen entstandenen Probleme in kürzester Zeit potenzieren werden, wenn die Wölfinnen ihr erlerntes Wissen an ihren Nachwuchs weitergeben. Frau Hinz weigert sich hartnäckig, das geänderte Naturschutzgesetz anzuwenden und zumindest die „Stölzinger Wöfin“ entnehmen zu lassen. Den Weidetierhaltern bleibt wohl nur die Hoffnung, daß Hessens „Problemwölfe“ in absehbarer Zeit totverwaltet werden.

  7. Hallo Herr Strauch, haben sie vollkommen Recht. Gerade auch was die Subventionen betrifft. Bei der Weidetierhaltung sind in der Honorierung über die Milch- und Fleischpreise enorme Defizite durch die Marktmacht des LEH/Discounter , und das obwohl der Bereich sehr viel Klima-, Grundwasser- , und Artenpotential hat. Bleiben Sie am Ball und mulchen Sie nicht! Lieber sukuzessive auf Kombi-Bewirtschaftung umstellen, falls vorhanden. (Streuobst ff.) und aktuell sehr attraktive und chancenreiche neue kurze und margenreichere Vermarktungswege suchen (genossensch. Lieferdienst /Direktvermartung ff. (vgl auch Upländer Bauernmolkerei) In der Direktvermarktung kann man den Artenschutz auch gut mit einbauen um kaufkräftigere und gesundheits- und natursensiblereZielgruppen über z.B.Genossenschaft zu erreichen (Artenschutzmarketing z.B. über Läden/Schulen ff.). Beim Wolf wirds sicher Änderungen geben hinslichtlich der Schnelle und Zuverlässigkeit der Schadensfeststellung. Wir hatten selbst im VB mal Landwirtschaft, insofern kann ich da einiges nachvollziehen. Wir versuchen hier aktuell neue Wege über Ladenmodule und Kombigastro zu gehen um die Preisbildung und Wertschätzung für Lebensmittel v.a. im Sinne der Verbraucher nachhaltig zu verändern. Ich habe die Politik nicht gemacht. MfG aus Mainz

  8. Ja ist klar. Theorie trifft auf Praxis. So wie sie es beschreiben, wird es wahrscheinlich kommen müssen. Dann aber ohne mich, meine Weidetiere und ohne die in meinem Eigentum befindlichen 20 ha extensives natürliches artenreiches Grünland. Das „bewirtschafte“ ich dann demnächst mit dem Mulchgerät. Dafür gibt es zwar dann keine „Entlohnung“ mehr, weil keine „gute landw. Praxis“, aber man muss sich halt entscheiden. Und glauben sie mir, das wird kein Einzelfall bleiben. Die Weidetierhaltung verschwindet, weil der Aufwand und die Risiken durch den Wolf zu hoch werden. Und nochwas – hören sie endlich auf, immer nur mit dem Mittel der Entschädigung oder Vergütung oder Entlohnung zu argumentieren – das zieht nicht. Die Landwirte sind es eh schon leid immer nur nach dem Motto zu arbeiten “ du bekommst doch Subventionen dafür“ !!

  9. Hallo Herr Strauch, da stimme ich Ihnen in vielen Punkten zu. Kurzum könnte man sich darauf einigen, daß man irgendwo den Anfang machen muss, auch was den Wolf betrifft. Der Wolf alleine wird aber ohne die notwendigen Naturwaldarreale und großflächligeren Rückzugsräume nicht gelingen. Die Probleme sind vielfältiger anzugehen als wesentlich auf den Wolf als Neuankömmling im urbanen Raum zu reduzieren. Wir müssen uns hier grundsätzlich einiges überlegen wie die Land- und Forstwirtschaft in Zukunft aussehen kann. Eine „romantisierte“ Verwwolfung in urbanen Agrarräumen ist sicher nicht das was am Ende dabei rauskommen sollte. Nur eines gilt es auch festzuhalten: „Wo gehobelt wird fallen auch Späne“ , d.h. genau wie beim Luchs, wird es ohne Schäden nicht gehen. Und diese sind verhältnismässig gering im Vergleich zum Gesamten was uns bevorsteht. Und im gesamten , .d.h. in einem intakten Ökoystem, und das wäre inkl. der invasiven Arten herunterzubrechen bis in den Bereich der Amphibien und Reptilien, da diese auch z.B. von invasiven Arten wie Marderhund, Waschbär etc. betrofffen sind. , ist der Wolf von hoher Systemrelevanz. Kurzum sollten m.E. diese „Kollaterlalschäden“ durch den Wolf fürstlich entlohnt werden und eine Ansiedlung parallel zum Ausbau von Naturwaldarrealen in einer Forstwende mit Augenmaß stattfinden.

  10. @ Herrn Knobloch:
    Bei der Frage der Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung geht es nicht um Entlohnung. Der Kern der Sache ist der, dass der Aufwand zum Schutz der Weidetiere (spezielle Einzäunung, Herdenschutzhunde bei Schafhaltern) so hoch wird, dass dies von den aktiven Tierhaltern nicht mehr leistbar ist, auch nicht bei wesentlich besserer „Entlohnung“ oder Entschädigung, wie sie es ausdrücken. Insbesondere für die extensive Weidetierhaltung, die in den meisten Fällen von normal berufstätigen Landwirten im Nebenerwerb, also nach deren täglichen Arbeitstag in ihrer Freizeit betrieben wird, ist das KO-Kriterium der tägliche Aufwand in Form von Zeit. Ich werde meinen täglichen zeitlichen Aufwand für die Erstellung von wolfssicheren Zäunen nicht erhöhen. Das ist eine Abwägungssache, die ich mit mir und meiner Familie ausmachen muss. Im Moment, ohne Wolf, ist der Aufwand vertretbar. Weiterhin blenden sie völlig aus, dass ich bei einem aktiven Wolf oder Wolfsrudel in der Gegend des Nachts während der Weidesaison sicher keine gewohnte Ruhe mehr finden werde. Stellen sie sich vor, ihr Hund macht sich Nachts aus dem Staub und sie hören in der Dunkelheit wie das Tier gehetzt und angegriffen wird und möglicherweise durch seine Panik noch einen Verkehrsunfall auf der Straße verursacht. Nun stellen sie sich vor, statt ihrem Hund laufen 5 bis 10 ausgewachsene Rinder im Dunkeln in Panik umher und möglicherweise noch auf eine Straße.
    Wenn dieses nicht so unwahrscheinliche Szenario auftritt, ist die Weidetierhaltung mit all ihren Vorteilen für die Biodiversität und Artenvielfalt in meinem Fall Geschichte. Und so wie mir geht es ganz vielen Weidetierhaltern, egal ob Schaf- oder Rinderhalter. Leider will das aber niemand wahrhaben oder überhaupt hören. Schade, so werden für die Wiederansiedlung einer Art viele andere Arten verschwinden, die auf die Weidetierhaltung angewiesen sind.

  11. Dann stimmt aber im Kern der Entlohnung was nicht und nicht mit dem Wolf. Zeigt auch, daß Milchviehhaltung zunehmend und verständlicherweise eher keiner mehr machen möchte. Da muss sich grundlegend in der Wertschätzung und Bepreisung was ändern. Problem beim Wolf ist auch, daß er nicht genügend Rückzugsmöglichkeiten hat. Dauerhaften Erfolg kann es mit dem Wolf nur bei entsprechenden Naturwaldarrealen geben, die auch seitens des Artenschutzes und in der Klimaanpassung gefordert werden. Für Landwirte wird es ohnehin deutliche Änderungen geben müssen. Ich persönlich sage der Landwirtschaft goldene Zeiten vorraus, da der Landwirt als „Umweltwirt“ immer wichtiger wird. Extensive Bewirtschaftung ist eben mehr als Milch- und Fleischproduktion. Gesunde Lebensmittel sind eben mehr als nur „Lebensmittel“. In solchen von Ihnen beschriebenen Fällen sollte es eben auch unkomplizierte und ausreichende Entschädigung geben, wenn man das denn vollumfassend angehen möchte. Und die Argumente liegen, wie oben dargestellt, auf der Hand.

  12. Als aktiver Weidetierhalter (extensive Mutterkuhhaltung) kann ich dazu nur sagen; träumen sie weiter.
    Sobald ein Wolf des Nachts meine Tiere erstmalig belauert, hetzt oder sogar ein Kalb reisst, ist´s vorbei mit der Weidetierhaltung. Punkt Aus und Ende. Diese Art der Rinderhaltung wird überwiegend im Nebenerwerb betrieben, ich für meinen Fall möchte nicht Nachts meine verängstigten Tiere irgendwo in der Gemarkung wieder einsammeln müssen. Tags drauf kommt der Viehhändler und holt alles ab. Dann kaufe ich mir vom Erlös ein schönes neues Mulchgerät und „pflege“ meine Flächen eben damit. Einen „Bärendienst“ hat man der Natur damit zuteil werden lassen.

  13. Das Problem sind ja nicht die Schäden bei Weidetierhaltern ansich sondern die generell „auf Kante genähte“ Situation der Landwirte. Der Wolf ist aber wichtig zur Waschbärregulation. Marderhund ff. – Teure Hohe Zäune können keine Antwort sein. Die Exisenzsituation der Weidetierhalter und Landwirte muss durch regionale Vermarktungskonzepte so gefördert und stabilisiert werden, daß Schäden durch Risse nicht mehr so ins Gewicht fallen. Eine Stelle wo auch investiert werden muss sind größere , auch für die Klimaanpassung und den Artenschutz wichtige Naturwaldareale. Dann wird es mit dem Eindringen von Wolf in Landwirtschaft und Siedlung auch weniger. Eine Finanzierung dessen sollte aus ganzen Teilen aus der aberwitzigen und irrsinnigen Energiewende stattfinden, da Naturwald mehr Klimaanpassung- und Naturschutzpontential hat wie z.B. wenig Innovations-und exportlastige WKA- Projektierungen ohne technische Zielführung über den Flatterstrom hinaus. Das EEG sollte parallel zu netzfernen „Innovationsprojektierungen“ umgebaut werden wo eine umfangreiche Sektorkopplung bis hin zur Abfallwirtschaft und regionaler Wertschöpfung dargestellt werden kann. (KWK, Hybridtechniken, Mehrweglogistik, E- Mobilität ff.) Jede eingesparte WKA – Projektierung basierend auf dem derzeit unsinnigen EEG kann den Kommunen viel Geld für eine arten- und klimaschutzgerechte „Waldwende“, Agrarwende und indirekt auch somit für die Landwirte und Akzeptanz des Wolfs bereitstellen. Der Wolf ansich ist nur eine „Reizfigur“ für eine ohnehin angespannte Situation, aber nicht das eigentliche Übel, vielmehr , genau wie der Luchs, ein wichtiger Bestandteil zukunftsfähiger Waldökosysteme.

  14. Es wird sich nichts ändern. Man muß nur schauen was in NRW und den anderen nördlich/östlichen Bundesländern vor sich geht. Der Wolfsfetisch greift immer weiter um sich. Weidetierhalter werden verunglimpft und es wird ihnen erzählt, dass sie selber Schuld haben. Als ob immer höhere Zäune und Herdenschutzhunde helfen würden. Es ist gewollt, dass Weidetierhalter aufgeben und die Weidetiere wieder 24 Stunden im Stall stehen. Rewilding Europe. Hoffentlich kommen die Wölfchen auch bald in die Stadtparks und fallen über Miez und Bello her. Dann gehen den Stadtbewohnern vielleicht ein paar Lichter auf. Bären könnten in Deutschland auch noch angesiedelt werden – wie in Süd-Ost-Europa. Die Einwohner dort sind ganz begeistert.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*