Klöckner kritisiert Lohnkostenerstattungs-Forderung von Tönnies

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Die Anträge des Schlachtbetriebs Tönnies auf Erstattung von Lohnkosten für die Quarantänezeit seiner Mitarbeiter durch das Land Nordrhein-Westfalen sorgen in der Politik für Unverständnis und Kritik. "Ich habe dafür wenig Verständnis", sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) der "Bild am Sonntag". Eine ganze Region sei in Mitleidenschaft gezogen worden. "Der Ärger der Bürger darüber wird durch das jetzige Vorgehen sicherlich nicht kleiner werden."

Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hält einen gesetzlichen Anspruch der Firma Tönnies und ihrer Subunternehmer für möglich und kündigt eine entsprechende Prüfung durch den Landschaftsverband an. "Ich würde mir anstelle von Herrn Tönnies und seinen Geschäftspartnern sehr genau überlegen, was man den Bürgerinnen und Bürgern in Nordrhein-Westfalen eigentlich noch alles zumuten will", sagte Laumann der Zeitung. Für Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sind die Anträge von Tönnies Beweis dafür, dass die Ankündigungen des Unternehmens "nur leere Worte waren und man kein Vertrauen in die Unternehmensführung haben kann".

Es sei "dreist", wie Tönnies jetzt abkassieren wolle. "Wer auf ein System der Ausbeutung setzt, die Gesundheit von Menschen riskiert und selbst in der Mitverantwortung für angeordnete Quarantänemaßnahmen steht, sollte sich mit dem Ausreizen von möglichen Erstattungsansprüchen besser zurückhalten", so Hofreiter. Auch FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg kritisierte das Verhalten des Schlachtbetriebs: "Das Unternehmen sollte die Verantwortung übernehmen, die es zuvor beim Gesundheitsschutz hat vermissen lassen. Dafür wurde schon eine ganze Region in Geiselhaft genommen. Ich finde es unanständig, sich auch noch auf Kosten der Steuerzahler schadlos halten zu wollen", sagte Teuteberg der "BamS". +++


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1 Kommentar

  1. Sind wir nicht alle ein bisschen Tönnies?
    Warum tritt ein Herr Tönnies in jedes Fettnäpfchen welches man ihm hinhält? Einfache Antwort: Weil er es kann. Unser Staat , und da nenne ich alle regierenden Parteien ,haben in den letzten Jahren ein Umfeld erschaffen das dieses Verhalten begünstigt. Deshalb hat ein Herr Tönnies auch gar kein schlechtes Gewissen wenn er jetzt die Allgemeinheit bluten lassen will. Schon bei der letzten Krise wurde klar gemacht, das die, die sich die Taschen vollgemacht hatten von uns gerettet wurden weil sie ja too big too fail waren. Oder wie wäre es mit Cum Ex und Konsorten ? Jahrelang war der Betrug bekannt, aber wer sich gern mit einem Maschmeier und Konsorten im Blitzlichtgewitter sonnt, der wird das Problem gern unter der Decke halten. Der dumme deutsche Steuerzahler wird und muss dafür aufkommen. Und so wird es auch dieses mal wieder sein. Der deutsche Steuerzahler hat ein schlechtes Kurzzeitgedächtnis. Wie anders konnte es sein, das eine Angela Merkel einem Steuerhinterzieher wie Uli Hoeneß Respekt zollte, als er seine Verurteilung als ein solcher angenommen hat? Auch noch Mitleid das er aufgeflogen ist? Die Parteien haben sich die Möglichkeit zu reagieren selbst genommen ,weil sie sich klein gespart haben. Die Kontrollbehörden der Lebensmittelindustrie oder der Finanzämter gehören mit den Besten der Besten Leute ausgestattet um solch einen Sumpf schon in den Anfängen trockenzulegen und nicht wie jetzt Frau Klöckner darüber aufzuregen. Für diese Frau wäre es auch besser sie würde nicht Werbung für Firmen machen, die woanders in der Welt der Bevölkerung das Wasser abgraben.
    Und so muss sich ein Herr Tönnies gar keinen Kopf machen . Wer sich hier wirklich wegen Instinktlosigkeit schämen sollte, sei dahingestellt. Sie werden alle Schlange stehen um sich wieder im Blitzlichtgewitter der Reichen und Schönen zu sonnen. Sind wir nicht alle ein bisschen Tönnies?

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