
Wie können Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe ökologisch nachhaltiger handeln und zugleich die Rechte junger Menschen stärken? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Mitglieder des katholisch-caritativen Netzwerks „Jugendhilfe nachhaltig. vernetzt.“ bei ihrem Treffen im September in der zur Caritas im Bistum Fulda gehörigen Kinder- und Jugendhilfe St. Elisabeth in Fulda.
Im Mittelpunkt des Treffens standen der fachliche Austausch, Einblicke in die Arbeit des Jugendhilfeverbundes St. Elisabeth als gastgebender Einrichtung und die gemeinsame Weiterentwicklung nachhaltiger Ansätze. Die Teilnehmenden berieten darüber, wie Nachhaltigkeit dauerhaft in den Strukturen und im pädagogischen Alltag der Kinder- und Jugendhilfe verankert werden kann.
Dabei ging es unter anderem um die Veränderung energetischer Konzepte, Natur- und Umweltbildung, Klimaschutz, Biodiversität, Beschaffung und Verpflegung sowie um die Beteiligung junger Menschen an Veränderungsprozessen. Damit wurde Nachhaltigkeit nicht nur als Frage einzelner Projekte betrachtet, sondern als Thema, das unterschiedliche Bereiche der Arbeit von Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe betrifft.
Das katholisch-caritative Netzwerk „Jugendhilfe nachhaltig. vernetzt.“ bringt insbesondere stationäre Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe zusammen. Es bietet Raum, Erfahrungen und erprobte Konzepte auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Ziel ist es, Einrichtungen bei der sozial-ökologischen Transformation zu unterstützen und Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe der Kinder- und Jugendhilfe zu stärken.
„Nachhaltige Veränderungen entstehen nicht allein durch einzelne Projekte. Sie brauchen engagierte Menschen, verlässliche Strukturen und den Austausch zwischen Einrichtungen. Das Netzwerk hilft uns, voneinander zu lernen und gemeinsam konkrete Schritte zu gehen“, erklärt Christof Schneider, Leiter des Jugendhilfeverbundes St. Elisabeth.
Das Netzwerk ist aus dem Projekt „Natur (er)leben! Kinder- und Jugendhilfe packt an“ hervorgegangen. Das Projekt ermöglicht jungen Menschen und pädagogischen Fachkräften praktische Naturerfahrungen, erweitert Wissen und Handlungsmöglichkeiten in den Bereichen Biodiversität, Natur- und Klimaschutz und unterstützt Einrichtungen dabei, Bildung für nachhaltige Entwicklung in ihrem Alltag zu verankern.
Ein weiteres wichtiges Thema im Rahmen des Treffens war das Kindeswohl in der Klimakrise. Das Netzwerktreffen fiel mit der Veröffentlichung des gemeinsamen Positionspapiers „Kindeswohl in der Klimakrise – achten, schützen, gewährleisten“ zusammen. Mehr als 80 Institutionen unterstützen das Papier, darunter der Jugendhilfeverbund St. Elisabeth, der Bundesverband Caritas Kinder- und Jugendhilfe e. V. (BVkE) und das Netzwerk „Jugendhilfe nachhaltig. vernetzt.“.
Die unterzeichnenden Organisationen machen deutlich, dass die Klimakrise die Gesundheit, die Entwicklungschancen und die Rechte von Kindern und Jugendlichen gefährdet. Sie fordern deshalb, dass das Kindeswohl bei politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen zur Bewältigung der Klimakrise konsequent zu berücksichtigen ist. Kinder und Jugendliche müssen geschützt, beteiligt und in ihrer Handlungsfähigkeit gestärkt werden.
Für die Mitglieder des Netzwerks gehören Klimaschutz und Kindeswohl unmittelbar zusammen. Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe tragen demnach Verantwortung dafür, jungen Menschen sichere und zukunftsfähige Lebensbedingungen zu ermöglichen. Gleichzeitig können sie Orte sein, an denen nachhaltiges Handeln gemeinsam erprobt und wirksam umgesetzt wird.
Das Treffen in Fulda hat gezeigt, dass viele Einrichtungen bereits auf dem Weg sind. Durch Vernetzung, gegenseitige Unterstützung und eine gemeinsame sozialpolitische Stimme will das Netzwerk dazu beitragen, die nachhaltige Transformation der Kinder- und Jugendhilfe weiter voranzubringen.
Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Netzwerks Nachhaltigkeit. +++

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