
Mehrere hundert Besucherinnen und Besucher sind heute anlässlich des „Infotages Demenz“ ins Foyer des Herz-Jesu-Krankenhauses (HJK) Fulda gekommen, um sich über die Krankheit zu informieren. Demenz bedeutet aus dem Lateinischen übersetzt „Weg vom Geist“ respektive „ohne Geist“, womit das charakteristische Merkmal von Demenzerkrankungen, die Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten bis hin zum völligen Verlust, beschrieben ist. Laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. (DAlzG), die ihr Informationsblatt zur Häufigkeit von Demenzerkrankungen in Deutschland alle zwei Jahre aktualisiert, leben aktuell in Deutschland nach neuesten Berechnungen (September 2024) rund 1,84 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Die meisten von ihnen sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen, die nach dem Neurologen Alois Alzheimer benannt ist, der die Krankheit erstmalig im Jahr 1906 wissenschaftlich auslegte.
Bei dem heutigen kostenfreien Informationsangebot in den Räumlichkeiten des Herz-Jesu-Krankenhauses, das gemeinsam mit der Fuldaer Vinzenz Gruppe sowie mit der Stadt und dem Landkreis Fulda das Format zum wiederholten Mal unterstützt, das unter dem Motto „Mehr Sicherheit für Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen“ stand, konnten sich Interessierte und Angehörige von Betroffenen von einer Vielzahl von Trägern umfangreich informieren und beraten lassen.
Dabei reichte das Angebotsspektrum von diversen Informationsständen, Anlaufstellen und Ämtern, über fachkundige Vorträge und Workshops bis hin zu einem Demenzparcours und dem Besuch einer Nachbildung einer Schauwohnung. Rettungs- und Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz Fulda und der Malteser Hilfsdienst Fulda stellten Begleitdienste oder Angebote wie den Hausnotruf vor und demonstrierten technische Neuheiten, die im Notfall lebenswichtig sein können. Unter den Partnern war auch der VdK Sozialverband Hessen-Thüringen, der unter anderem auf technische Sicherheitseinrichtungen hinwies, die für Sicherheit im Haushalt sorgen und ein eigenständiges Wohnen bei älteren Menschen fördern.
ambinius stellte sein Konzept vor, das Kita und Seniorenstätte unter einem Dach vereint und so ein wertvoller Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander leistet. Die Pflegeschule der Fuldaer Caritas informierte zu Ausbildungsberufen in der Pflege und dem Umgang mit demenziell veränderten Menschen. Die Präventionsstelle des Polizeipräsidiums Osthessen informierte darüber, welche polizeilichen Maßnahmen im Vermisstenfall getroffen werden und welche präventiven Maßnahmen bestehen.
Der Chefarzt der Geriatrie am Herz-Jesu-Krankenhaus und Facharzt für Innere Medizin und Geriatrie, Dr. med. Steffen Schlee, vermittelte in seinem Vortrag „Medikamentensicherheit bei Demenz“ Grundlagen der sicheren Medikamenteneinnahme. Susanne Beh, Wohnberaterin des Vereins Miteinander – Füreinander Oberes Fuldatal e.V. informierte über technische Hilfsmittel im eigenen Zuhause für mehr Sicherheit. Der Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Fulda, Frederik Schmitt, dankte bei der Eröffnung den zahlreichen Partnern, dem Demenzforum für die Ausrichtung der Veranstaltung sowie dem Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda, bei dem der Infotag Demenz zum zweiten Mal Gast war. Den Besucherinnen und Besuchern dankte er für die gute Annahme des Informationsangebotes. Die Stadt Fulda wurde heute von ihrem Bürgermeister Dag Wehner repräsentiert, der sich vor Ort von dem Format überzeugte, das in Fulda nun schon seit 10 Jahren mit einem breiten Informations- und Beratungsangebot für Betroffene und Angehörige aufwartet.
Der CDU-Landtagsabgeordnete Fulda Stadt und Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion sowie stellvertretender Vorsitzender der CDU-Stadtverordnetenfraktion Thomas Hering MdL hob in seinem Grußwort die Präsenz des Krankheitsbildes Demenz hervor, für dieses solche Formate, die aufklären, sensibilisieren und Verbesserung von Lebensbedingungen von Betroffenen aufzeigen, sehr sinnstiftend seien. Dass es im Landkreis so viele Partner gibt, die sich unter dem Namen „Demenzforum“ zu einem breiten Netzwerk zusammengeschlossen haben und sich seit Jahren mit diversen Aktionen und gezielter Öffentlichkeitsarbeit dem Thema „Demenz“ widmen, stimme ihn zuversichtlich und mache das wenn auch sehr traurige Thema ein Stück weit gesellschaftsfähig.
Christina Marg, Koordinatorin des Demenzforums im Pflegestützpunkt des Landkreises Fulda, freute sich über das heutige rege Interesse. Den Lokal- und Landespolitikern dankte sie herzlich für den Besuch vor Ort. +++
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