Hunderttausende leiden oder sterben an riskanten Implantaten

Immer mehr Menschen sterben oder erleiden Verletzungen durch riskante Implantate. Das ist das Ergebnis einer internationalen Recherche unter dem Namen „The Implant Files“, an der NDR, WDR und die „Süddeutsche Zeitung“ beteiligt waren. Laut des Berichts war die Zahl der nachgewiesenen Probleme mit Medizinprodukten 2017 in Deutschland noch nie so hoch und die Zahl der Verdachtsmeldungen hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht. Insgesamt wurden 2017 circa 14.000 Vorkommnisse, darunter auch Todesfälle, in Deutschland gemeldet. In der Vergangenheit habe sich im Nachhinein gezeigt, dass bei mehr als der Hälfte aller Meldungen das Produkt die Ursache gewesen sei, teilte das Bundesgesundheitsministerium dem Recherchebund mit. Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich weitaus höher. Ein Beispiel aus dem Bericht: Mehr als 3.000 Brustimplantate wurden im vergangenen Jahr herausoperiert, weil das Gewebe um die Silikonkissen schmerzhaft vernarbt war. Gem  eldet wurden der zuständigen Behörde, dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), jedoch insgesamt nur 141 Vorkommnisse. +++