Dass die Fußballer des Hünfelder SV am Mittwochabend beim 1:3 gegen die Zweite des KSV Hessen ihre zweite Niederlage der Saison hinnehmen mussten – wie schon gegen Marburg auf eigenem Platz – ist ja kein Beinbruch. Noch immer sind sie Dritter der Tabelle der Hessenliga. Auch, dass sämtliche Teams kuschelig eng beieinander sind, ist nicht neu, und es war in der vergangenen Spielzeit nicht anders. Zwischen dem Spitzenreiter Unter-Flockenbach bis zum Zehnten Fernwald liegen gerade einmal sechs Punkte. Zu einem Zeitpunkt, zu dem knapp die Hälfte der Vorrunde absolviert ist.
Fußball richtet sich nicht unbedingt nach Spielverlauf oder flapsigen Bemerkungen aus – es zählen zuallererst Erkenntnisse, Tendenzen und Richtungen der Entwicklung. Nicht zuletzt HSV-Trainer Benjamin Fuß weiß das. Man sei „gut reingekommen ins Spiel, gut unterwegs gewesen“, bemerkte er dennoch zum Spiel gegen die KSV-Zweite. Im gleichen Atemzug kam aber das Verhalten hinzu, das nicht passieren darf. Bei Kassels früher Führung habe man „Begleitschutz geboten“ – und er wandte sich im Folgenden an seine Mannschaft. „Es gehört halt nicht nur dazu, offensiv zu denken.“
Und Fuß, einst ein Leitbild bezüglich Leistung und auch Mund-Aufmachen auch auf dem Platz, erkannte das Auftreten des Gegners an. „Kassel war griffiger. Ekliger. Die wollten den Sieg einfach mehr.“ Man müsse halt die oft benutzten „Basics“ an den Tag legen, „da war der Gegner einfach besser“. Alles andere als überraschend, dass der Gast durch Silas Hagemann nach nicht mal einer halben Stunde auf 2:0 aus Sicht der „Hessen“ stellte. Zwar glückte Kapitän Marcel Dücker – schon zuletzt gegen Walldorf der Beste in Hünfelds Team -, noch vor der Pause per Kopf nach einem Freistoß aus dem Halbfeld der Anschluss. Doch die Partie nahm ihren Lauf.
Der HSV spielte erneut ansehnlich im Aufbau – als es aber entscheidend wurde, nicht „zwingend“ genug. Also bis zur Box. Bis zum Strafraum. Und mit der Führung im Rücken, lauerte die Hessen-Zweite auf Umschaltmomente. Eric Fuchs nutzte einen davon schon zeitig – nach nicht mal einer Stunde – zum dritten und das Spiel entscheidende Treffer für die Gäste. Eine Minute zuvor war auch der Haunetaler Finn Klawonn ins Spiel gekommen.
Hilfreich ist gewiss der Umstand, dass Hünfelds Fußballer schon am Sonntagnachmittag die Chance haben, es besser zu machen. Dann treten sie beim CSC Kassel an, Spielbeginn 15 Uhr. Die Empfehlungen des Kontrahenten sind nicht schlecht: Der Sieg beim Regionalliga-Absteiger Alzenau sowie der Erfolg auf eigenem Platz im Derby gegen den KSV Baunatal oder auch das Remis auf heimischem Gelände gegen Türk Gücü zieren den Briefkopf dieser Saison. Was hinzu kommt, sagt Fuß: „Ein kleiner Platz. Du musst dir was einfallen lassen.“ Was Hoffnung macht: auswärts liegt dem HSV besser. Und eine Anleihe bei größerer Kommunikation untereinander wäre auch nicht schlecht. „Messdiener“ haben im Fußball nichts zu suchen.
Hünfelder SV: Maul – Häuser (78. Hütsch), Dücker, Banh, Lindemann – Paliatka, Uth – Kümmel (46. Kemmerzell), Kassa, Fröhlich – Costa Sabate (60. Witkowski)
Hessen Kassel II: Schneider – Wagner, Bindbeutel, Hofert (74. Pagna), Hagemann (90.+3 Wilhelm), Endres (57. Klawonn), Suleyman (84. Gül), Mogge, Grbovic (90.+2 Eckhardt), Fuchs, Mennigmann
Schiedsrichterin: Carolin Lotz
Tore: 0:1 Tom Endres (7.), 0:2 Silas Hagemann (28.), 1:2 Marcel Dücker (41.), 1:3 Eric Fuchs (58.) +++ rl
Das könnte Sie auch interessieren
Stuttgart schlägt zum Champions-League-Auftakt Viking Stavanger
1:2 - Doppelpacker Cisse trifft die SGB, die ihre Chancen nicht nutzt, mitten ins Herz
BVB startet mit Sieg gegen Villarreal in Champions-League-Saison
Fantastischer Auftakt: TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell II dreht 0:4-Rückstand zum 4:4 gegen Köln II

Hinterlasse jetzt einen Kommentar