Hessischer Wald in stabilem Zustand

Wie funktioniert die Waldzustandserhebung?

Bundesweit einheitlich erfolgt die Waldzustandserhebung im Sommer. Sie findet auf einem für die hessischen Wälder repräsentativen 8 x 8 km-Dauerbeobachtungsnetz mit 139 Flächen statt. Dabei werden die Kronenverlichtung der Bäume, die Fruktifikation, Kleinblättrigkeit sowie Insekten- und Pilzschäden von geschulten Teams erfasst. Seit 1994 erfolgt in der besonders betroffenen Rhein-Main-Ebene zusätzlich eine Vollerhebung auf einem 4 x 4 km-Rasternetz. Die Daten von insgesamt rund 4.000 Bäumen ermöglichen Aussagen zum aktuellen Zustand des Gesamtwaldes sowie zu den hessischen Hauptbaumarten Buche, Eiche, Fichte und Kiefer.

„Gerade in Zukunft besteht eine vermehrte gesellschaftspolitische, betriebliche und wissenschaftliche Nachfrage nach belastbaren Informationen zu europäischen Waldökosystemen auch im Zusammenhang mit der Klimadiskussion“, sagte die Ministerin. Die Landesregierung hält daher die jährliche Erfassung des Waldzustandes, die Erhebungen auf den intensiveren Monitoringflächen und Forschungen zu für Hessen besonders bedeutsamen Fragestellungen, wie beispielsweise dem „Trockenstressrisiko der Buche in Hessen“, für unverzichtbar.

Aus den vielfältigen positiven Wirkungen der Wälder auf unsere Umwelt und für unsere Gesellschaft resultiert eine besondere Verantwortung zu ihrem Erhalt und zur schonenden, nachhaltigen und ökologisch sensiblen Nutzung. Die Entwicklung der Wälder Hessens in den zurückliegenden Jahren hin zu mehr Vielfalt und Naturnähe – mit inzwischen rund 60 % Laubwaldanteil – zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. „Durch die voranschreitende FSC-Zertifizierung des Hessischen Staatswaldes sollen diese Wälder zukünftig noch stabiler und artenreicher werden. Im Laufe des 1. Quartals 2016 werden bereits mehr als die Hälfte der Forstämter zusätzlich nach FSC zertifiziert sein“, so die Ministerin abschließend.

Weitere Ergebnisse im Detail:

  • Die Buche ist mit rund 31 Prozent Baumartenanteil die wichtigste Baumart in Hessens Wäldern. Sie beeinflusst somit das Gesamtergebnis zum Zustand der hessischen Wälder erheblich.
  • Die Kronenverlichtung der älteren Eichen hat sich leicht um 2 %-Punkte auf 20 % verschlechtert, einem jedoch nach wie vor niedrigen Wert. Das dürfte wesentlich durch die anhaltend geringen Fraßschäden durch die Raupen der Eichenfraßgesellschaft (Frostspanner, Eichenwickler u.a.) beeinflusst worden sein.
  • Die mittlere Kronenverlichtung der älteren Fichten (26 %) und Kiefern (21 %) ist unverändert. Stärkere Insektenschäden waren bei beiden Baumarten bislang nicht festzustellen. Bemerkenswert bei der älteren Kiefer ist die anhaltend stabile Entwicklung seit Mitte der 1990er Jahre.
  • Durch Maßnahmen wie Rauchgasentschwefelung bei Großfeuerungsanlagen oder die Einführung von schwefelarmen Kraftstoffen nahmen die Sulfateinträge in die Wälder deutlich ab (bis zu 90 % gegenüber Mitte der 80erJahre). Trotz eines Rückgangs überschreiten allerdings die Stickstoffeinträge regional nach wie vor den Bedarf der Bestände für ihr Wachstum teilweise erheblich.
  • Die jährliche Absterberate (alle Bäume, alle Alter) ist gegenüber dem Vorjahr  von 0,2% auf 0,1% zurückgegangen. Sie liegt damit auf einem sehr niedrigen Niveau. Im Beobachtungszeitraum (1984-2014) zeigen sich erhöhte Absterberaten jeweils nach Sturmwürfen sowie nach Trockenjahren. Die durchschnittliche Absterberate liegt für den gesamten Beobachtungszeitraum bei nur 0,3%.
  • Bei der Bodenschutzkalkung wird das Waldökosystem durch die geringe Menge (drei Tonnen Kalk je Hektar) und den Ausbringungszeitraum (September bis März) nur wenig gestört. Besonders sensible Waldbereiche, wie Aue- und Schluchtwälder sowie trockene Standorte und Naturschutzgebiete, werden zudem grundsätzlich ausgespart. +++ fuldainfo

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