Hessentrend: CDU nur noch knapp vor den Grünen

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Ministerpräsident Volker Bouffier

Die CDU liegt laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap in Hessen in den Wählergunst knapp vor den Grünen. In der Erhebung, welche das Institut im Auftrag des Hessischen Rundfunks durchführte, kommt die CDU auf 26 Prozent, eine Abnahme von einem Prozentpunkt im Vergleich zur letzten Umfrage von April 2019. Die Grünen steigern sich um vier Prozentpunkte und kommen aktuell auf 25 Prozent der Wählerstimmen. Die SPD erreicht in der Umfrage 16 Prozent (minus drei Prozentpunkte), die AfD zwölf Prozent (minus ein Prozentpunkt). Die FDP kommt auf sieben Prozent (minus zwei Prozentpunkte) und die Linke auf acht Prozent (plus zwei Prozentpunkte).

Im Rahmen der Erhebung wurde auch die Zufriedenheit mit einzelnen hessischen Politikern abgefragt. 64 Prozent der Befragten erklärten, mit Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. Sein Stellvertreter Tarek Al-Wazir (Grüne) kommt hier auf 60 Prozent. Mit der Oppositionsführerin Nancy Faeser (SPD) sind 21 Prozent (plus acht Prozentpunkte) der Befragten zufrieden oder sehr zufrieden. Während 26 Prozent (plus drei Prozentpunkte) ihr zutrauen, die hessische SPD wieder nach vorne zu bringen, trauen es 37 Prozent (minus ein Prozentpunkt) ihr nicht zu. Bei der Frage nach den wichtigsten politischen Problemen werden Mieten und Einwanderung inzwischen als weniger dringliche Themen wahrgenommen als bei der Erhebung im April vergangenen Jahres. Während Bildung mehr Aufmerksamkeit erhält und weiterhin als das wichtigste Problem gesehen wird (30 Prozent, plus ein Prozentpunkt), sinken die Zahlen bei Mobilität/Verkehr (23 Prozent, minus fünf Prozentpunkte) und Wohnen/Mieten (17 Prozent, minus drei Prozentpunkte) ebenso wie bei dem Thema Flüchtlinge/Einwanderung (15 Prozent, minus sieben Prozentpunkte). An Bedeutung zugenommen bei der Frage nach den wichtigsten politischen Problemen haben dagegen soziale Ungerechtigkeit (neun Prozent, plus drei Prozentpunkte) und Arbeitslosigkeit (acht Prozent, plus drei Prozentpunkte). Für den "Hessentrend" befragte Infratest dimap zwischen dem 7. und 13. Februar 1.000 Wahlberechtigte in Hessen.

Pentz: CDU ist weiterhin stärkste Kraft

Der Generalsekretär der hessischen CDU, Manfred Pentz erklärte zur neuen Umfrage: „Die CDU ist weiterhin stärkste Kraft in Hessen, das hat die Meinungsumfrage ergeben. Selbstverständlich hätten wir uns in der Sonntagsfrage ein besseres Ergebnis gewünscht. In einer ereignisreichen Woche mit den Ereignissen in Thüringen und den Folgen auch für die Bundespolitik sind wir in Hessen davon nicht losgelöst - was man an den Werten von CDU und FDP auch ablesen kann. Dennoch sind die Werte der hessischen CDU im Vergleich mit dem letzten HessenTrend aus dem April des letzten Jahres stabil geblieben. Die Bürgerinnen und Bürger in Hessen schenken der CDU-geführten Landesregierung ihr Vertrauen und sind zu 55 Prozent mit der geleisteten Arbeit zufrieden, die CDU-Anhänger sogar zu 85 Prozent - das sind gute Werte. Unser Ministerpräsident und Landesvorsitzender Volker Bouffier hat seine Beliebtheitswerte nochmals deutlich steigern können, ein exzellentes Ergebnis für seine seit Jahren sach- und konsensorientierte, erfolgreiche Arbeit. Erfreulich ist auch, dass sich die Menschen in Hessen wünschen, dass Volker Bouffier die Regierung in Hessen noch lange anführt. Im Gegensatz dazu wird den vier Oppositionsparteien ein schlechte Zeugnis bescheinigt. Vor allem der Führungswechsel in der SPD hat für die Genossen keinen positiven Effekt. Ganz im Gegenteil, unter der neuen Vorsitzenden Nancy Faeser verliert die SPD in den wichtigen Kompetenzfeldern und in der Sonntagsfrage nochmals deutlich. Gut ein Jahr nach der Regierungsbildung ist die Umfrage eine Momentaufnahme. Wir werden weiterhin mit hohem Sachverstand für Wohlstand, Sicherheit und Arbeitsplätze in Hessen arbeiten. Die Bürger verbinden mit uns eine erfolgreiche Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik und sehen die CDU als einzige Partei als regierungsfähig an. Die Menschen trauen uns als CDU am meisten zu, mit den Herausforderungen unserer Zeit fertig zu werden. Das ist für uns Ansporn, auch in den kommenden Jahren gute Politik für die Bürgerinnen und Bürger Hessens zu machen.“

Degen: Umfrage von negativer Beurteilung der Großen Koalition im Bund geprägt

„Dass wir in der aktuellen Umfrage des hr bei 16 Prozent stehen, kann uns nicht zufriedenstellen. Vielmehr muss dieses Ergebnis Ansporn sein, unser Profil im Land wieder zu schärfen – und daran arbeiten wir erfolgreich mit Nancy Faeser als Partei- und Fraktionsvorsitzenden, deren persönliche Beliebtheitswerte unter allen hessischen Spitzenpolitikern am stärksten gestiegen sind. Die Umfrage ist zweifellos davon geprägt, dass die nächste Landtagswahl in Hessen drei Jahre entfernt ist und der Fokus der Befragten auf Themen liegt, die nicht oder nur mittelbar mit der Landespolitik in Verbindung stehen. Der Hauptgrund für das Ergebnis ist – wie schon in den letzten Monaten – sicherlich in der Tatsache, dass wir als Gesamtpartei nach den Schwierigkeiten des vergangenen Jahres im Bund noch nicht wieder Tritt gefasst haben. Die SPD Hessen wird weiterhin alles in ihren Möglichkeiten Stehende tun, um die Partei insgesamt wieder zu innerer Einheit, Selbstvertrauen und Solidarität zu führen. In diesem Sinne fokussieren wir uns auf die Kommunalwahl 2021 als nächstes Etappenziel, bei der wir unsere aktuelle Mandatsmehrheit verteidigen wollen. Denn auf der kommunalen Ebene zählen nicht die Untiefen der Bundespolitik, sondern unsere vielen engagierten Mandatsträgerinnen und –träger, die an der Basis hervorragende Arbeit zum Wohle der Menschen und für den Zusammenhalt der Gesellschaft leisten. Unsere jüngsten Erfolge bei einer Reihe von Bürgermeisterwahlen belegen das", erklärte der Generalsekretär der SPD Hessen, Christoph Degen.

Linke: Guter Start in das Jahr 2020

„Für uns sind die acht Prozent für DIE LINKE im aktuellen Hessentrend ein sehr guter Start in das Jahr 2020“, erklärt Jan Schalauske, Landesvorsitzender der Partei DIE LINKE Hessen, zur heutigen Veröffentlichung des Hessentrends des Hessischen Rundfunks. „Je stärker DIE LINKE, desto lauter die Stimme für bezahlbaren Wohnraum, für Kampf gegen Armut, für eine sozialökologische Verkehrswende und eine gerechtere Besteuerung des gesellschaftlichen Reichtums. Das Schwarzgrüne ‚Weiter so‘ braucht Druck von links! Besonders erfreulich sind die guten Werte, die der LINKEN in der Lösung der Wohnungsfrage zugesprochen werden und die große Glaubwürdigkeit, für mehr soziale Gerechtigkeit zu kämpfen. Mit Blick auf die Ereignisse in Thüringen verwundert es nicht, dass die Mehrheit der Hessinnen und Hessen die Demokratie in Gefahr sehen. CDU und FDP müssen sich klar von der äußersten Rechten abgrenzen. Es darf keine Zusammenarbeit mit Faschisten und Rassisten geben. DIE LINKE wird ihren Kampf gegen rechte Hetze, Hass und Ausgrenzung weiter intensivieren und mit dem Einsatz für soziale Sicherheit und ein gutes Leben für alle verbinden.“

Ruppert: Freie Demokraten auf richtigem Kurs

"Das trotz allem stabile Umfrage-Ergebnis der Freien Demokraten von sieben Prozent in der sogenannten Sonntagsfrage zeigt, dass wir mit unserer Politik in Hessen den richtigen Kurs verfolgen. Diesen wollen wir fortsetzen. Wir machen Politik mit Blick auf die Zukunft. Die Umfrage zeigt, dass uns nicht nur unsere eigenen Wähler, sondern offenbar auch Anhänger anderer Parteien als zukunftsorientiert bezeichnen. Das ist besonders erfreulich“, so der Landesvorsitzender der Freien Demokraten in Hessen, Dr. Stefan Ruppert.  René Rock, Vorsitzender der Fraktion der Freien Demokraten im Hessischen Landtag, ergänzte: „Die Hessinnen und Hessen attestieren uns große Kompetenz in unseren Kernthemen wie zum Beispiel Bildung und Schule sowie Wirtschaft. Damit wird unsere gute Oppositionsarbeit anerkannt. Dass das Thema Bildung generell als das wichtigste für Hessen betrachtet wird, zeigt zudem, dass wir mit unserer Politik die richtigen Schwerpunkte setzen.“ +++


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