Herr: „Bündelung von ‘Suedlink’ mit ‘Nordsee-Pipeline’ der K+S prüfen”

Fulda. “Die Nordsee-Pipeline der K+S befindet sich im Genehmigungsverfahren. Unterirdische Rohre werden nach Fertigstellung von Osthessen (Neuhof) bis zur Oberweser verlaufen können. Denkbar sei auch ein Verlauf bis zur Nordsee von ca. 450km, in etwa wie die vorgesehene Stromtrasse “Suedlink”, so Dr. Norbert Herr. “Bislang sträubte sich das Land Niedersachsen gegen eine komplette Führung bis zur Nordsee, inzwischen hat es aber einen Regierungswechsels in dem Bundesland gegeben, hin zu Rot-Grün. Ein Gesinnungswandel deutet sich an, weil die Grünen von Anfang an Sympathien für dieses Projekt hegten”, erklärte Herr.

“Auch K+S sträubte sich aus Kostengründen gegen eine Verrohrung auf voller Länge”, so Dr. Herr, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion und Mitglied der Planungsregion Nordhessen. “TenneT favorisierte bislang aus Kostengründen oberirdische Leitungen und lehnte unterirdische, die wesentlich teurer sind, ab, bzw. sah sie nur in besonderen Fällen, zum Beispiel in der Nähe von Siedlungsgebieten vor. Auch die Landwirtschaft betrachtet eine unterirdische Führung der Suedlink mit Skepsis, muss aber gegebenenfalls die K+S-Pipeline hinnehmen, die ohnehin freigehalten werden müsste. Würde man beide Leitungen unterirdisch führen, stellt sich die bei uns so heftig diskutierte Problematik ganz anders dar“, so Dr. Herr. “Wenn man die Mittel, die eine überirdische Leitung TenneT ohnehin kostet, zur Verfügung stellte, würde sich die Wirtschaftlichkeit für das Projekt der K+S bis zur Nordsee deutlich verbessern. Man hätte sozusagen „zwei Fliegen mit einer Klappe“ geschlagen und man könnte viel Geld sparen und dennoch eine unterirdische Lösung — mindestens über weite Strecken — realisieren. Damit ließe sich die Abwehrhaltung der betroffenen Bevölkerung deutlich verringern”, stellt Herr abschließend fest.

Herr hat den Vorschlag der Bündelung beider Trassen bei mehreren Treffen zum Beispiel in Kassel bei der Regionalversammlung Nordhessen und zuletzt während der Anhörung zur Führung der Suedlink bei der Anhörung im Hessischen Landtag vorgebracht, mit der Bitte dies zumindest auf die Machbarkeit hin zu überprüfen. Dies wurde auch zugesichert.

Brand: Wachsam bleiben

“Mein direktes Gespräch mit TenneT zu den aktuellen Berichten zur SuedLink-Trasse und Biosphärenreservat Rhön (BSR) hat ergeben: das ist ein Thema, dass derzeit schlicht nicht abzuschätzen ist – es bleibt also dabei: wir müssen wachsam bleiben und die Entwicklung, zunächst bis zum Herbst, genau im Auge behalten. Das tun wir von Kommune bis Bund bereits seit Beginn an. Auch als Mitglied im BSR-Beirat habe ich besonderen Wert auf dessen Schutz gelegt”, so der heimische Bundestagsabgeordnete Michael Brand. Wie Brand weiter mitteilte, habe TenneT ihm gegenüber betont, dass es im Rahmen des Projektdialog u.a. auch vom Landkreis Bad Kissingen frühzeitig Hinweise auf die zwischenzeitliche erfolgte Erweiterung gegeben hat. Auch dieser neue Sachverhalt werde in die Prüfung einbezogen. Inwieweit sich dies auch auf die Findung weiterer Alternativen auswirkt, lässt sich nach Aussagen TenneT zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht abschätzen. +++ fuldainfo

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5 Kommentare

  1. Warum sollte K+S mit einer gültigen Einleitegenehmigung in die Werra die Lauge bis zur Nordsee pumpen?

    Sollen sich deshalb die Düngemittelpreise verdoppeln oder die Produktion stillgelegt werden?

    Beim Stichwort “Salzwasser” kommt mir eine ganz andere Idee: da SuedLink nur wegen Offshore benötigt wird, erübrigt sich das Problem bald von ganz alleine. Die Mühlen stehen nämlich alle im Salzwasser der Nordsee und das ist bekanntlich stark korrosiv. Die Windmühlen rosten demnächst sowieso bald fest, dann gibt es keinen Strom und SuedLink braucht somit auch keiner mehr.

    Der Horst Seehofer hat das schon längst erkannt!

  2. Das, was beim Straßenbau völlig normal ist, nämlich die Bündelung von Projekten, um schlicht und einfach Kosten zu sparen, ist bei solchen Großprojekten wie Suedlink bzw. K+S Nordseepipeline offenbar nicht der Fall.

    Es werden sich sicher eine Reihe von “quakenden Fröschen” finden mit Tausenden von Argumenten, die dagegen argumentieren.

    Schade, denn aus der Distanz betrachtet hat dieser Vorschlag eine Reihe positiver Aspekte: Umweltverträgliche Entsorgung salzhaltiger Abwässer bei gleichzeitiger Entlastung der Werra verbunden mit dem Transport von Strom aus Windkraftanlagen in der Nordsee nach Süddeutschland. Da hätten die Grünen auch mal drauf kommen können 😉

    Respekt, Herr Dr. Herr! Ein meiner Meinung nach guter Vorschlag.

    Wäre schön, wenn es gelänge, die beiden Projekte zu bündeln.

    Fröhliches Graben wünscht schon mal – die kleine Feder.

    • Aha. Und da geben wir natürlich sofort auf. Ja? Super. Wenn es Probleme gibt, da kann man ja leider gar nichts machen, wie? Der Vorschlag ist vernünftig, also lohnt es sich, dafür ein paar Probleme aus dem Weg zu räumen! Mann, was ist das für eine Einstellung – ??!!??

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