Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) haben nach dem mutmaßlichen Terroranschlag von Hanau angekündigt, die Hintergründe der Tat aufzuklären. "Wir werden gemeinsam mit dem Land Hessen alles tun, um die Hintergründe dieser schrecklichen Tat aufzuklären und auch zu überlegen, welche Konsequenzen wir als Politiker und Gesetzgeber daraus ziehen werden", sagte Seehofer am Donnerstagnachmittag in Hanau.
Er kündigte an, zeitnah mit seinen Länderkollegen darüber beraten zu wollen, wie "sensible Einrichtungen" in Deutschland besser geschützt werden können. Lambrecht kündigte unterdessen an, "mit Hochdruck" aufklären zu wollen, "was die Hintergründe sind und vor allen Dingen ob der Täter Hintermänner hatte". Bei der Gewalttat in Hanau waren am Mittwochabend inklusive des Täters elf Personen ums Leben gekommen. Neun Menschen starben durch Schüsse an mehreren Tatorten. An einer Wohnanschrift im Stadtteil Kesselstadt wurden später zwei weitere Leichen entdeckt - der mutmaßliche Täter sowie dessen 72-jährige Mutter. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 43-jährigen Deutschen. Er soll Sportschütze gewesen sein. Die Behörden gehen von einem fremdenfeindlichen Motiv aus. Die Bundesanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen Terrorverdachts auf.
Täter von Hanau stellte Strafanzeige beim Generalbundesanwalt
Der Täter von Hanau, Tobias R., hat sich bereits im November 2019 schriftlich an den Generalbundesanwalt Peter Frank gewendet. Das berichtet die "Bild" unter Berufung auf eine Kopie des Schreibens. In einer Strafanzeige "gegen eine unbekannte geheimdienstliche Organisation" verlangte R., "dass Sie auf mich zugehen und mit mir kommunizieren", zitiert die Zeitung aus der Anzeige. In dem Anschreiben bezeichnete sich R. als "normaler Bürger", er sei "weder Geheimdienstmitarbeiter, noch habe ich jemals für eine Geheimdienstorganisation gearbeitet". Er verfüge jedoch über Informationen, wonach "Tausende deutsche Bürger von einem Geheimdienst überwacht" würden. Es gebe Menschen, "welche in der Lage sind, die Gedanken eines anderen Menschen zu lesen und darüber hinaus fähig sind, sich in diese einzuklinken und bis zu einem gewissen Grad eine Art Fernsteuerung vorzunehmen". R. warnte den Generalbundesanwalt zugleich, dieser werde sich im Falle von Ermittlungen "höchstwahrscheinlich mit einer Organisation anlegen, welche die derzeit mächtigste auf dieser Welt ist". Er habe ihn "darauf hingewiesen, mit welchen Manipulationsmethoden zu rechnen ist". Im Text der 19-seitigen Strafanzeige finden sich auch weite Passagen des Abschieds-Manifests, das R. vor seinem Terroranschlag in Hanau im Internet veröffentlichte, berichtet die "Bild". +++

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