Grillmarkt verschiebt sich Richtung Systemgeschäft

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Der deutsche Grillmarkt startet mit Rückenwind ins Jahr 2026. Trotz eines weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Umfelds zeigt sich die Branche in wichtigen Segmenten stabil – und verändert sich zugleich spürbar. Im Mittelpunkt steht dabei ein Trend zu hochwertigeren Produkten, modularen Systemen und umfassenden Outdoor-Cooking-Konzepten.

Das geht aus der aktuellen Verkaufsanalyse des Grillhändlers Grillfürst für das erste Quartal 2026 hervor. Während Branchenzahlen von IFH Köln und Industrieverband Garten (IVG) für das vergangene Jahr noch einen rückläufigen Gesamtmarkt beschrieben hatten, meldet Grillfürst für die ersten drei Monate 2026 ein Umsatzplus von 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Das Wachstum basiert dabei nicht auf steigenden Stückzahlen im Einstiegssegment, sondern auf höheren Investitionen pro Kunde. Gefragt sind leistungsstärkere Gasgrills, modulare Outdoorküchen, technisches Zubehör sowie neue Nutzungskategorien wie Plancha-Systeme. Der klassische Grill entwickelt sich damit zunehmend zum Bestandteil eines vernetzten Gesamtsystems rund um das Kochen im Außenbereich.

Besonders deutlich wird die Verschiebung beim Blick auf die Grillarten. Gasgrills dominieren den Markt inzwischen nahezu vollständig. Ihr Umsatzanteil liegt laut Analyse bei 93,88 Prozent. Holzkohlegrills kommen nur noch auf 6,12 Prozent. Gas ist damit nicht mehr nur die bevorzugte Wahl vieler Verbraucher, sondern der wirtschaftliche Standard der Branche.

Auch auf Markenebene zeigt sich die Konzentration im Markt. Napoleon bleibt mit einem Umsatzanteil von 18,57 Prozent die führende Marke. Gleichzeitig gewinnen Eigen- und Fachhandelsmarken an Bedeutung. Besonders deutlich fällt das Wachstum bei Grillfürst-Grillgeräten aus, deren Anteil um 2,66 Prozentpunkte zulegte.

Auffällig ist zudem die Entwicklung bei den Preisklassen. Während günstige Geräte an Bedeutung verlieren und das Premiumsegment weitgehend stabil bleibt, wächst vor allem die Mittelklasse. Das Segment zwischen 501 und 1.000 Euro legte um 5,45 Prozentpunkte zu und erreicht inzwischen einen Umsatzanteil von 31,53 Prozent. Wachstum entsteht damit weniger über Luxusprodukte als über gezielte Upgrades im mittleren Preisbereich.

Auch das Zubehörgeschäft gewinnt weiter an Gewicht. Vor allem smarte und funktionale Produkte wie digitale Thermometer oder Rotisserie-Systeme sorgen für zusätzliche Umsätze. Klassische Basisartikel verlieren dagegen an Relevanz. Ähnlich entwickelt sich der Markt für Plancha-Systeme. Obwohl der Gesamtanteil leicht rückläufig beziehungsweise stabil bleibt, wächst die Nachfrage innerhalb des Zubehörsegments deutlich. Plancha-Lösungen etablieren sich zunehmend als Ergänzung bestehender Grillsetups.

Zu den dynamischsten Wachstumstreibern zählt weiterhin das Geschäft mit Outdoorküchen. Der Umsatzanteil liegt inzwischen bei 8,88 Prozent – ein Plus von 3,79 Prozentpunkten. Besonders gefragt sind modulare Systeme, die sich schrittweise erweitern lassen. Statt kompletter Einmalkäufe setzen viele Kunden auf Kombinationen aus Küchenmodulen, Möbeln und Zusatzkomponenten. Die Outdoorküche entwickelt sich damit vom Nischenprodukt zum skalierbaren Systemgeschäft.

Insgesamt deutet die Entwicklung auf einen grundlegenden Strukturwandel im Grillmarkt hin. Der Wettbewerb wird zunehmend nicht mehr über einzelne Geräte entschieden, sondern über komplette Outdoor-Lösungen aus Grill, Zubehör und Erweiterungssystemen. Gas bleibt dabei die technologische Basis. Wachstum entsteht vor allem durch aufgewertete Mittelklasseprodukte, modulare Konzepte und eine stärkere Orientierung an konkreten Nutzungsszenarien.

Für den aktuellen Marktreport verglich Grillfürst die Verkäufe vom 1. Januar bis 31. März 2026 mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Berücksichtigt wurden sämtliche Absatzwege des Unternehmens. Die Analyse basiert ausschließlich auf dem Netto-Umsatzvolumen. Untersucht wurden unter anderem Markenanteile, Preissegmente, Brennerklassen, Zubehörarten, Plancha-Systeme sowie Komponenten für Outdoorküchen. +++


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