Gesundheitsminister: System war zu keinem Zeitpunkt überlastet

Jens Spahn (CDU)
Jens Spahn (CDU)

Nach den Worten von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) war das deutsche Gesundheitssystem in der Corona-Epidemie bislang zu keinem Zeitpunkt überlastet. Die Kapazität sei auf 40.000 Intensivbetten hochgefahren worden, davon seien 10.000 Betten derzeit frei, sagte Spahn am Freitag in der Bundespressekonferenz. Deswegen solle der Klinikbetrieb ab Mai zu einer "neuen Normalität" kommen. Es müssten dann auch wieder schon länger geplante Operationen, die abgesagt worden waren, durchgeführt werden, sagte Spahn. Allein in dieser Woche seien 80 Millionen Masken durch die Bundesregierung beschafft worden, davon 20 Millionen hochwertige FFP2-Masken, die auch den Träger schützen. "Wir haben Stand heute gute Chancen durch diese Zeit zu kommen", so der Gesundheitsminister.

Maas erwartet von China "konstruktive Rolle" bei Corona-Ursachenforschung

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) fordert harte Konsequenzen im Kampf gegen die Corona-Pandemie und hat klare Erwartungen an China. "Wir sehen, dass die Zahlen in Wuhan noch einmal korrigiert worden sind. Das ist natürlich besorgniserregend. Es gibt Fragen, die müssen irgendwann beantwortet werden", sagte Maas der "Bild". Für die Ursachenforschung und die Entwicklung eines Impfstoffs sei es wichtig zu wissen, wo das Virus herkomme und wie es entstanden sei. "Das sind alles Fragen, die beantwortet werden müssen und da gehe ich davon aus, dass China, so wie es ja auch öffentlich vertreten wird, dabei eine konstruktive Rolle spielt", so der SPD-Politiker weiter. In den nächsten Wochen habe die chinesische Führung ausreichend Möglichkeiten, unter Beweis zu stellen, wie transparent sie tatsächlich mit dem Virus umgehen wolle. Dass man in Wuhan allerdings den Tiermarkt wieder geöffnet habe, könne er "nicht nachvollziehen", so der Außenminister. Im Kampf gegen Pandemien gehe es darum, dass jeder seinen Beitrag leiste. "Dann muss man möglicherweise auch kulturelle Geflogenheiten ändern. Das tun wir ja hier auch: Wir gehen anders miteinander um, wir halten Distanz, wir schütteln uns nicht mehr die Hände, wir laufen mit Masken durch die Gegend", sagte Maas der Zeitung weiter. Man müsse Lehren aus dieser Krise ziehen und da könne sich niemand darauf berufen, dass "irgendwelche Dinge bei einem schon immer so gewesen sind".

Reisewarnung bleibt bestehen

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) macht den Deutschen wenig Mut auf weite Reisen. "Zum jetzigen Zeitpunkt sehe ich überhaupt keinen Grund die Reisewarnung aufzuheben", sagte Maas der "Bild" weiter. In den meisten Ländern bestünden nach wie vor Einreisebeschränkungen oder sogar Verbote. Maas machte klar, dass die Lage noch zu unsicher sei, in einigen Ländern der Höhepunkt der Coronakrise noch gar nicht erreicht worden wäre. "Eine Rückholaktionen wie die jetzige, in der wir 240.000 Menschen zurückgebracht haben, wird es im Sommer nicht noch einmal geben." Man werde die Entwicklung in den nächsten Wochen weiter verfolgen. "Natürlich wollen wir auch, dass die Menschen im Sommer ihren Urlaub machen können aber wir können die Reisewarnung nur dann aufheben, wenn wir auch sicher sind, dass die Menschen auch wieder zurückkommen." +++


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1 Kommentar

  1. Die Corona-Krise - Zwischenbericht eines Risiko-Patienten

    Was mir bisher gefällt:
    - konsequente Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie, wenn auch verspätet
    - diverse Rettungsschirme nach dem Prinzip „Klotzen, nicht Kleckern“
    - der seriösen Wissenschaft wird in Medien, Politik und Öffentlichkeit wieder zunehmend Gehör geschenkt
    - uneigennütziger Einsatz der „systemrelevanten“ Mitarbeiter im Gesundheitssystem, bei der Polizei, Müllabfuhr, etc. sowie an den Supermarktkassen trotz mangelhaftem Schutz und mangelnder Wertschätzung
    - hohe Solidarität in der Bevölkerung
    - Chance zur Neuausrichtung von Staat und Gesellschaft in der Post-Corona-Zeit - kein weiter so!

    Was mir bisher nicht gefällt:
    - Beschwichtigungen wie „das Gesundheitssystem ist gut vorbereitet“ noch Anfang März
    - mangelnde Sensibilität für vorausschauenden Katastrophenschutz inkl. Pandemiepläne
    - Fehlsteuerung des auf Effizienz getrimmten Gesundheitssystems, dessen eklatante Schwächen für jeden sichtbar werden
    - Digitalisierung hinkt in fast allen Bereichen (Schulen, Behörden, Gesundheitssystem, ...) hinterher - da helfen auch keine Show-Digitalisierungsprogramme, Show-Digitalminister, etc.
    - frei nach dem Motto „Tod oder Leben“ wird zunehmend versucht, Bürgerrechte auszuhebeln, insbesondere derzeit sichtbar bei dem Thema Datenschutz
    - Vernachlässigung von Alten, Kranken, Bedürftigen
    - Flickenteppich von unzureichend aufeinander abgestimmten Maßnahmen in den Bundesländern
    - populistischer Wettlauf zwischen einzelnen Politikern um „beste Krisenpolitik„ auf Kosten von Einheitlichkeit und Glaubwürdigkeit
    - ausufernder Föderalismus
    - auf europäischer Ebene fällt man wieder in die Vor-EU-Zeiten der Abschottung und nationalen Lösungen zurück, der EU-Kommission ist die Handlungsführerschaft entglitten
    - haltlose Behauptungen von Trumpschen Ausmaß: „der bayerische Weg hat 50.000 Infektionen verhindert“
    - ausstehender nachhaltiger solidarischer Beitrag der Superreichen
    - fällige Ministerrücktritte treten in Vergessenheit

    https://www.freitag.de/autoren/sigismundruestig/die-corona-krise

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