Nach dem erfolgreichen Jahresempfang im April des vergangenen Jahres hat die Gemeinde Flieden am gestrigen Mittwochabend erneut im Dorfgemeinschaftshaus Schweben zum neuen Jahr begrüßt. Rund 200 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kirche, Gewerbe und Gesellschaft waren der Einladung gefolgt. Bürgermeister Christopher Gärtner (CDU) begrüßte eingangs in seiner Rede zahlreiche Ehrengäste – darunter amtierende und ehemalige Amts- und Mandatsträger wie Hemut Herchenhan, Kreistagsvorsitzender des Landkreises Fulda, Fliedens früherer Bürgermeister und sein Vorgänger Christian Henkel sowie Markus Meysner, Abgeordneter des Hessischen Landtags im Wahlkreis 15 und Bürgermeister der Stadt Tann (Rhön) a. D.
Ein weiterer besonderer Willkommensgruß galt neben dem Ehrenbürger der Gemeinde Flieden, Winfried Happ, der mit seiner Gattin Rosemarie die Veranstaltung beehrte, dem Ersten Beigeordneten der Gemeinde Flieden, Horst Vormwald, sowie weiteren Mitgliedern der gemeindlichen Gremien, den Bürgermeistern der Nachbarkommunen Kalbach und Neuhof, Mark Bagus (parteilos) und Heiko Stolz (CDU), sowie den Vertretern der beiden Kirchengemeinden: Pfarrer Thomas Maleja für die katholische und Pfarrer Holger Biehn für die evangelische Kirchengemeinde. Nicht zuletzt galt Gärtners besonderer Willkommensgruß dem Gastreferenten des Abends, dem Kapitän des Kreuzfahrtschiffes AIDAperla, Pedro Ziegler, der einige Jahre, bevor er die Weltmeere durchkreuzte, im beschaulichen Hilders (Landkreis Fulda) als ausgebildeter Elektriker in einem Elektrotechnikunternehmen tätig war.
„Mit der Ausrichtung des heutigen Jahresempfangs möchte die Gemeinde Flieden ein Stück weit Danke sagen für das, was Sie, was ihr im vergangenen Jahr für Flieden geleistet haben und habt. Der heutige Abend ist eigentlich der Ihre. Vielen Dank für Ihr und euer Engagement“, begrüßte Fliedens Bürgermeister die Gäste. „Wenn viele Menschen zusammenkommen, dann ist das Gemeinschaft – und das macht Gemeinde aus. Vielen Dank, dass Sie da sind“, so das Gemeindeoberhaupt weiter.
„Ein Jahresempfang ist immer ein willkommener Anlass, um das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen, aber auch, um in die Zukunft zu blicken. 2025 war ein Jahr, das uns als Gemeinde gefordert hat. Die Kommunen stehen vor großen Herausforderungen. Die Einnahmen reichen nicht mehr für die Ausgaben, die wir zu decken haben. Fast keine Kommune im Landkreis Fulda kann einen ausgeglichenen Haushaltsplan für das Jahr 2026 vorweisen“, sagte Bürgermeister Gärtner am Mittwochabend.
Selbst der Landkreis Fulda mit den solidesten Finanzen in ganz Hessen weise, so Gärtner, ein Minus von etwa 28 Millionen Euro für das Jahr 2026 aus. Den Grund sieht er in schneller steigenden Anforderungen als Einnahmen. Dennoch lasse man sich davon – auch wenn die Voraussetzungen für erfolgreiches Wirtschaften schwieriger würden – nicht entmutigen. Man bleibe zuversichtlich und richte den Blick nach vorne.
Doch das vergangene Jahr sei – gemessen an den vielen angestoßenen, zukunftsgerichteten Projekten und geführten Gesprächen, bei denen letztlich Einigungen erzielt wurden – nicht nur von negativen Entwicklungen geprägt gewesen. In diesem Zusammenhang erinnerte Bürgermeister Gärtner beispielsweise an den im Mai 2025 erfolgten Spatenstich für das Neubaugebiet „Schelmshecke“ im Ortsteil Schweben, bei dem 14 neue Bauplätze entstehen, sowie an die Neugestaltung eines besonderen Spielplatzes in der Elsa-Brändström-Straße im Kernort Flieden im Juli des vergangenen Jahres, der zum kreativen Spiel animieren soll. Auch im Ortsteil Rückers liege man beim Neubaugebiet „Rücker Hof“ gut im Zeitplan. Im zweiten Abschnitt stehen die 15 Bauplätze kurz vor der Fertigstellung. Positiv äußerte sich der Verwaltungschef auch über die sehr erfolgreiche „interkommunale Zusammenarbeit“ mit den Nachbarkommunen Kalbach und Neuhof.
Über 400 Seniorinnen und Senioren nahmen insgesamt an der Seniorenfahrt im vergangenen Jahr teil, die am 7., 12. und 19. August 2025 auf drei Termine verteilt wurde. Noch nie hatten so viele Seniorinnen und Senioren an einem Ausflug teilgenommen. „Ein Rekord in der Geschichte der Gemeinde“, fasste Bürgermeister Gärtner zusammen. Mit insgesamt acht Bussen ging es für die Teilnehmenden nach Würzburg mit anschließender Schifffahrt mainabwärts nach Veitshöchheim und zurück. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer genossen den Ausflug sehr. Auch in diesem Jahr wird es – wie Bürgermeister Gärtner ankündigte – wieder eine Seniorenfahrt geben, diesmal nach Eisenach.
Zufrieden blickte Gärtner auch auf die „Königreich-Tage“, die an drei aufeinanderfolgenden Tagen im September vielseitig begangen wurden. Ebenso wurde der Friedhof im Kernort um neue Grabformen erweitert und damit zukunftsfähig aufgestellt. Dass auch die jüngsten in der Gemeinde nicht abgehängt werden, zeigte eindrucksvoll der Mitmachtag der Kinderfeuerwehren Flieden am 27. September 2025. „Spiel, Spaß und Spannung waren an diesem Tag garantiert, und zusätzlich haben die Kinder ein breites Wissen mitgenommen“, erinnerte sich Gärtner. Erinnerungsarbeit leistete zudem das Vortragsformat „80 Jahre nach der Flucht“ im Rathaussaal, bei dem Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Nachkommen ihre Erfahrungen mit dem Publikum teilten.
„Das vergangene Jahr war ein bunter Reigen aus Kultur, Sport, Bildung sowie Investitionen in Baugebiete und Barrierefreiheit, bei dem alle Generationen berücksichtigt wurden“, fasste der Bürgermeister das Jahr 2025 zusammen. Ein besonderer Dank galt den gemeindlichen Gremien, allen voran dem Gemeindevorstand, den Ortsbeiräten und Ortsvorstehern, „dass ihr alle an einem Strang gezogen habt“.
Tobias Firle vom Vorstand des Wirtschafts- und Interessenforums Flieden e. V. präsentierte den neuen Imagefilm des Vereins, der die Stärke und Leistungsfähigkeit des Fliedener Gewerbes zeigt. Mitgewirkt haben unter anderem Vereinsmitglieder wie Blumen Kreß, die Metzgerei Paul und der Hof Wiegand.
Pedro Ziegler, Kapitän der AIDAperla, berichtete aus seiner Schul- und Ausbildungszeit, die er – 1989 aus der ehemaligen DDR kommend – in Fulda fortsetzte. Bevor er seinen zwölfmonatigen Wehrdienst bei der Marine auf einem Minensucher verrichtete, war er einige Jahre bei einem Elektrobetrieb in Hilders angestellt. Seine Fachhochschulreife erlangte er innerhalb eines Jahres. Die Zeit bei der Marine wolle er – auch wenn sie sich deutlich von seinem heutigen Berufsalltag unterscheidet, der zu einem großen Teil aus administrativen Tätigkeiten besteht – nicht missen. „Jede Lebensphase hat mein Leben bereichert“, sagte er. Aktuell hat er Urlaub und konnte daher die Einladung der Gemeinde annehmen. Früher war er bis zu sechs Monate auf See, heute sind es – wenn überhaupt – etwa sechs Wochen. Ein besonderer Reiz seines Berufs seien die Sonnenuntergänge, die jedes Mal anders seien. Nach seinen Einblicken nutzten die Gäste die Gelegenheit, Fragen zu stellen – etwa, was stärker sei: Heim- oder Fernweh. Eine Frage, die laut Ziegler fast einer Fangfrage gleichkomme, zumal seine Gattin im Publikum saß. Er freue sich stets auf Zuhause, zugleich aber auch auf seine verantwortungsvolle Aufgabe als Kapitän, wenn die AIDAperla zu Enyas „Orinoco Flow“ die Häfen verlässt.
Bürgermeister Gärtner dankte am Ende des offiziellen Teils den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde, die den Abend geplant und organisiert hatten. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Band „Grapppa“.
Der Jahresempfang der Gemeinde 2026 wurde freundlich unterstützt vom Reisebüro Happ mit Hauptfirmensitz in Flieden. +++ jessica auth









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