Berlin/ Fulda. Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, hat der Deutschen Bahn (DB) im Tarifstreit Realitätsverlust vorgeworfen. „Ich warte noch auf den Tag, an dem der Herr Weber einen Tarifvertrag hochzeigt, auf dem seine Unterschrift ist und meine, ich aber gar nicht dabei war“, sagte Weselsky mit Blick auf DB-Personalvorstand Ulrich Weber im Gespräch mit dem Fernsehsender Phoenix.

Der Bahnvorstand wolle eben keine Zwischenergebnisse mehr unterschreiben, betonte Weselsky, sondern „stellt sich hin wie Pippi Langstrumpf und sagt, ich mache mir die Welt, wie ich sie will“. Er werfe Papiere auf den Markt, unterschreibe sie einseitig und behaupte dann noch, dass die Tarifvertragspartei GDL bloß unterschreiben müsse, so Weselsky weiter. Die GDL hatte angekündigt, im Personenverkehr ab Mittwoch 2:00 Uhr für 43 Stunden bundesweit in den Ausstand zu treten.
Weselsky war am Mittwochmorgen am Hauptbahnhof in Fulda. „Wo kein Wille ist, ist kein Weg“, so Weselsky. Deshalb bleibt der GDL wieder nichts anderes übrig, als das Ultimo-Ratio-Mittel Arbeitskampf. Die DB lamentiert zwar über die teuren Streiks. Ein Tarifabschluss, selbst wenn die GDL-Forderungen zu 100 Prozent erfüllt würden, wäre wesentlich billiger. „Weil der DB-Vorstand beim Tarifabschluss mit der GDL streikt, müssen die GDL-Mitglieder erneut für bessere Arbeitszeiten, höheres Entgelt und Belastungssenkung in den Arbeitskampf ziehen“, so Weselsky und weiter: „Für die Beibehaltung seiner Lieblingsmethode teile und herrsche ist dem DB-Vorstand jedes Mittel recht. Deshalb lässt er die Fahrgäste und Güterkunden verantwortungslos im Regen stehen.“
Nach Angaben der Bahn fallen im Fernverkehr rund 70 Prozent der Züge aus. Die Schwerpunkte der Arbeitsniederlegungen sind Berlin, Potsdam, Halle, Frankfurt am Main und Mannheim. Die Lokführer-Gewerkschaft fordert in dem Tarifstreit unter anderem ein Lohnplus von fünf Prozent und eine Kürzung der Wochenarbeitszeit. In den vergangenen Monaten war es deshalb bereits mehrfach zu Streiks gekommen. +++ fuldainfo

Inzwischen fragt man sich: Worum geht es hier?
Stichpunkte für mich sind:
– Für welche Berufsbezeichnungen sollen hier Tarifverträge abgeschlossen werden?
– Soll hier ein neuer Ausbildungsberuf geschaffen werden?
– Werden hier nicht drei Berufsbezeichnungen in einen Topf geworfen?
– Wer spielt hier mit welcher Macht?
Persönlich schreibe ich: Der Streik ist unangemessen und völlig überzogen. Und zum Schluss sei klargestellt:
Ein Streik mit Ziel und Maß bringt Erfolg !