Fuldaer Magistrat zog Bilanz zum Hessentag und beantwortet Anträge der Stadtverordnetenversammlung

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Der Magistrat der Stadt Fulda hat in der Stadtverordnetenversammlung umfassend Stellung zu aktuellen Anfragen der Fraktionen bezüglich Frequenzentwicklung, Stadtmarketing, Finanzen, Beleuchtung, Gleichstellung und Verkehrsführung genommen.

Deutliches Besucherplus durch den Hessentag und nachhaltige Impulse für die Innenstadt

Wie Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld auf eine Anfrage der CDU erläuterte, brachte der Hessentag 2026 rund 1,1 Millionen Besucher nach Fulda. Während der Veranstaltung stiegen die Laser-gemessenen Frequenzen drastisch an: in der Karlstraße um 109 Prozent, in der Bahnhofstraße um 160 Prozent und in der Friedrichstraße um 397 Prozent. Nach dem Event bis Ende August stabilisierte sich die Frequenz in der Karlstraße und Bahnhofstraße auf dem Normalniveau, während die Friedrichstraße ein Plus von 9 Prozent hielt. Die Beherbergungszahlen stiegen im Juni 2026 auf 71.837 Übernachtungen (plus 15 Prozent zum Vorjahr) und im ersten Halbjahr auf 331.321 Übernachtungen (plus 2,7 Prozent).

Das Citymarketing bewertet den Hessentag positiv, da er neue Kundengruppen erschloss und die Belebungsverstärkung spürbar war. Gleichwohl belasten Konsumzurückhaltung, gestiegene Betriebskosten, Nachfolgeprobleme und die Online-Konkurrenz den Handel. Um das Niveau zu halten, setzt Fulda auf Großveranstaltungen wie den Musicalsommer (68.500 Besucher 2026), Genuss- und Stadtfeste, das Hessische Landesturnfest 2027 sowie Konzerte auf dem Domplatz.

Fortschritte der Sternenstadt bei Lichtsteuerung und Insektenschutz

Stadtbaurat Schreiner beantwortete die Anfrage der Grünen zur Beleuchtungs-Richtlinie der Sternenstadt Fulda. In den vergangenen sieben Jahren wurden Leuchten auf LED und max. 3.000 Kelvin (Warmweiß/Amber) umgerüstet, Abschirmungen eingebaut und die Dimmung zwischen 22:30 und 05:30 Uhr umgesetzt. Zudem beteiligte sich die Stadt am Forschungsprojekt AuBe zum Insektenschutz. Die Angabe von 8.500 Lichtpunkten betraf den städtischen Gesamtbestand, der zusammen mit der RhönEnergie Fulda fortlaufend modernisiert wird. Austauschformate bestehen über das Prädikat „#lichtbewusstsein“ sowie im Verbund mit dem Sternenpark Rhön und Hochschulen.

Haushaltsplanung 2027–2029 und Mittelbindung im Wohnungsbau

Auf Anfrage der SPD bezüglich der Finanzen legte Oberbürgermeister Dr. Wingenfeld dar, dass für 2027 bereits 1.721.250 Euro städtische Mittel für drei Wohnbauprojekte mit 90 Wohneinheiten gebunden sind (Nassauische Heimstätte, Caritas, Siedlungswerk). Drei weitere Vorhaben für das Landesförderprogramm (34 Wohneinheiten, 1.047.508 Euro kommunaler Anteil) wurden angemeldet. Im Haushaltsplanentwurf 2027 stehen 1,9 Millionen Euro für Wohnungsbauförderung bereit. Ob die Mittel den Bedarf decken, bleibt angesichts hoher Baukosten und Zinsen offen. Die Stadt bezweifelt, ob die bisherige städtische Förderpraxis künftig haushälterisch darstellbar bleibt.

Spielhallenentwicklung, Gleichstellung und Netzwerke für queeres Leben

Auf Nachfrage der FDP/FW/FGG berichtete Bürgermeister Wehner, dass die Anzahl der Spielhallen seit 2017 von 19 auf aktuell 13 gesunken ist. Schließungen erfolgten wegen auslaufender Mietverträge oder Betreiberwünschen, nicht aufgrund von Abstandsregeln. Ausnahmen für Mindestabstände gelten nur für vier Verbundspielhallen unter Bestandsschutz. Die Einnahmen aus der Spielapparatesteuer stiegen von 401.796 Euro im Jahr 2021 auf 2.148.150 Euro im Jahr 2025.

Zur Anfrage von Volt zur Gleichstellung verwies Dr. Wingenfeld auf den Frauenförder- und Gleichstellungsplan 2025 mit sechsjähriger Laufzeit. Die Frauenbeauftragte überwacht Besetzungsverfahren und verfügt über Einblicke, Initiativ- sowie Widerspruchsrechte. Zur Anfrage der Linken bezüglich queerer Angebote betonte Bürgermeister Wehner die Vernetzung mit Verbänden sowie die Förderung des CSD über „Demokratie leben!“ und die Förderung der Aidshilfe Fulda e.V.

Bewährte temporäre Sommersperrung der Friedrichstraße

Auf die Anfrage der Partei bezüglich der Friedrichstraße erklärte Bürgermeister Wehner, dass Umfragen und Prüfungen ergeben haben, dass Anwohner und Gewerbe eine dauerhafte Sperrung ablehnen. Gründe sind die Erreichbarkeit von Praxen, Kirchen und Hotels sowie verkehrliche Auswirkungen auf Nachbarstraßen. Daher wird das Konzept temporärer Sperrungen während veranstaltungsintensiver Sommermonate und des Weihnachtsmarkts beibehalten.


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