Fulda: Eine Stadt spricht sich für Demokratie und Weltoffenheit aus

Fulda. Für Weltoffenheit und Toleranz und gegen Fremdenhass und Rechtsextremismus waren gestern Hunderte in Fulda auf die Straße gegangen. Bei der Veranstaltung des Fuldaer Aktionsbündnisses „Für ein demokratisches und weltoffenes Fulda“ „Unterm Heilig Kreuz“, hatte man sich parteiübergreifend für ein demokratisches und weltoffenes Fulda ausgesprochen.

Neben allen in der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung vertretenen Fraktionen, der katholischen und evangelischen Kirche und diversen gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen, wie beispielsweise „uno“, „Pulse of Europe“ oder „unicef“, waren – neben den beiden heimischen Bundestagsabgeordneten – Michael Brand MdB und Birgit Kömpel MdB, auch die beiden ehemaligen Fuldaer Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Hamberger und Gerhard Möller sowie der amtierende Landrat des Landkreises Fulda Bernd Woide als auch der Landratskandidat der SPD Fulda für die Landratswahlen im Landkreis Fulda am 24. September Simon Schüler, gekommen, um mit denjenigen vor Ort unter dem Motto „In Fulda haben Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit keinen Platz; Denn beides widerspricht den Werten und Traditionen unserer Stadt“, für ein demokratisches und weltoffenes Fulda zu plädieren. Nur weniger Meter entfernt, auf dem unweiten Universitätsplatz, hatten sich die Gewerkschaften sowie das Fuldaer Bündnis „Fulda stellt sich quer gegen Rassismus“ um dessen Vorsitzenden und Sprecher des Vereins Andreas Goerke zusammengefunden, um sich gleichermaßen für ein demokratisches und weltoffenes Fulda auszusprechen.

Nur wenige Stunden später hatten der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Bezirk Hessen-Thüringen Region Südosthessen um dessen Organisationssekretär Rolf Müller und der Verein „Fulda stellt sich quer“ zu einer Demonstration für ein demokratisches, tolerantes, weltoffenes und gewaltfreies Fulda, durch die Fuldaer Innenstadt aufgerufen. Hunderte Bürgerinnen und Bürger – darunter auch einige Politiker und Stadtverordnete der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung und den städtischen Gremien -, waren dem Aufruf gefolgt. Vorausgegangen war dieser (Gegen-)Demonstration, diese, von Seiten des DGB und des Fuldaer Bündnisses, aber nicht als solche begriffen- und verstanden werden sollte, eine Demonstration der rechtsextremistischen Partei „Der III. Weg“.

Unter dem Motto „Heimat bewahren – für einen deutschen Sozialismus“, bewegte sich der Demonstrationszug, dem etwa 100 Sozialisten der Partei „Der III. Weg“ gefolgt waren und begleitet, von einem Großaufgebot der Polizei, durch die Fuldaer Innenstadt. Vereinzelte hatten mit lautstarken Zwischenrufen versucht, der Demonstration entgegenzuwirken. +++ jessica auth


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3 Kommentare

  1. Danke für die beiden Berichte, die völlig ausreichend sind. Fulda kann Stolz darauf sein, dass so eine Gegendemo zustande kam. Herr Kallay, hat bedingt recht damit, dass diese, kleine, gemeingefährliche Splittergruppierung, durch die Berichterstattung Aufmerksamkeit erhält. Hier muss man aber ganz deutlich differenzieren durch welche. Wenn man Hunderte von Bildern sowie etliche Videos und noch mehr Texte, die es nicht verdienen, Bericht genannt zu werden, im Netz findet, dann sollte Herr Kallay genau das kritisieren. Diese Art der Berichterstattung – gibt in gewissen Kreisen – Aufmerksamkeit und nicht die sachliche.

  2. Das eine bedingt das andere. Einerseits ist es sehr gut, daß alle bürgerlichen Fuldaer Parteien, viele Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung und viele Verbände sowie die Kirchen hier ein klares Bekenntnis gegen Faschisten und Nazis abgegeben haben.

    Andererseits hat durch den Besuch und den Aufmarsch dieser Nazitouristen eine kleine gemeingefährliche Splittergruppierung mehr Aufmerksamkeit erhalten, als es unserer Demokratie gut tut, kostenlose Wahlkampfhilfe in den Medien inklusive (Flyer, Wahlplakate u.a.).

    Man kann nicht schweigen zu solchen Aufmärschen. Doch indem man dagegen protestiert – was völlig richtig ist – bietet man den Rechten ungewollt eine Bühne, auf der auch die ihren Quark der Öffentlichkeit unter die Nase reiben können. Und es gibt manche ewig Gestrige in Fulda, die jetzt gerne mal dort ihr Kreuzchen machen werden. Und das ist der größte Verlust für unsere Demokratie!

  3. Ein gutes Zeichen für Fulda und ganz Osthessen. Übrigens, man kann mit der Berichterstattung auch völlig übertreiben. (Damit ist nicht das hier gemeint!)

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