„Frauen schaffen Zukunft“: Vernissage im Kundenzentrum der RhönEnergie Fulda

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„Sag mir, wo die Frauen sind?“ dieser Frage widmet sich die Ausstellung „Frauen schaffen Zukunft“, die 12 Frauen, die sich in ihrer Arbeitsumgebung haben fotografieren lassen. Ihr Credo: Mehr Sichtbarkeit für Frauen in der Arbeitswelt – selbstbestimmt, selbstbewusst und emanzipiert. Sie stehen stellvertretend für Frauen in Berufen, die vielerorts immer noch von Männern dominiert werden, und für eine Unternehmensphilosophie, und in der weibliche Fachkompetenz und Führungswille nicht die Ausnahme, sondern eine Selbstverständlichkeit sein sollten. Unterstützt wird die Ausstellung, die im Rahmen der diesjährigen Fuldaer Frauenwoche realisiert wurde, von fünf bekannten Unternehmen aus der Stadt und Region Fulda.

„Mit der Ausstellung ‚Frauen schaffen Zukunft‘ möchten wir von der RhönEnergie Gruppe gemeinsam mit unseren Partnern ein Plädoyer für mehr Sichtbarkeit von Frauen in Berufen, die in unseren Köpfen immer noch von der Männerdomäne dominiert werden, setzen und damit eine Unternehmenskultur repräsentieren, in der weibliche Fachkompetenz und Führungsstärke nicht einmal mehr nur die Ausnahme seine sollten, sondern die Regel und damit eine Selbstverständlichkeit und Normalität“, so Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung der RhönEnergie Fulda, anlässlich der Vernissage der Ausstellung im Kundenzentrum der RhönEnergie Fulda, wo die Ausstellung bis zum 20. März 2026 von Montag bis Freitag von 09.00 bis 16.00 Uhr, zu besuchen ist. „Die Porträtierten in unterschiedlichen Arbeitsumgebungen sind keine Ausnahmeerscheinung, sondern Teil unserer täglichen Realität in den Unternehmungen; das wollten wir mit dieser Ausstellung zeigen“, fügte der Sprecher der Geschäftsleitung des kommunalen Energieversorgers ergänzend hinzu.

„Die Ausstellung zeigt Frauen aus Fuldaer Unternehmen. Frauen, die jeden Tag mit ihrem Wissen und Engagement unsere Wirtschaft voranbringen. Besonders sichtbar werden in der Ausstellung unter anderem die Technischen Berufe, die wir häufig unter dem Kürzel ‚MINT‘ – stehend für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – zusammenfassen. Gerade hier zeigt sich oftmals ein deutliches Ungleichgewicht“, sagt Katharina Rossbach, die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Fulda, bei der Eröffnung, die die Grüße des Fuldaer Oberbürgermeisters Dr. Heiko Wingenfeld überbrachte. Nach der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten sei nur jede fünfte Arbeitnehmerin in einem solchen MINT-Beruf beruflich tätig. Die technischen Ausbildungsberufe machten, so Rossbach, nahezu 80 Prozent der MINT-Berufe aus. In diesen liege der Frauenanteil mit knapp 15 Prozent sogar noch darunter. „Gleichzeitig sehen wir aber auch ein Fortschritt; denn immer mehr junge Frauen entscheiden sich nach der Schule für ein Studium in den MINT-Fächern, was gut ein Drittel aller Studienanfängerinnen ausmacht“, ergänzte Rossbach, die Soziologie studierte. Die Zahlen zeigten zwar, dass man hier bereits auf dem Weg sei, jedoch längst nicht am Ziel.

Patricia Fehrmann, Vizepräsidentin der Industrie- und Handelskammer Fulda, ging auf den Ausstellungstitel ein, der Sichtbarkeit und Chancen suggeriere. „Es geht um Frauen, die mit Ideen, Mut und Unternehmergeist unsere Region gestalten“, so die Vizepräsidentin, die in Fulda als Rechtsanwältin und Geschäftsführerin eines mittelständischen Unternehmens tätig ist und sich daneben seit vielen Jahren kommunalpolitisch engagiert. Zukunftsfähigkeit, so die Führungskraft, brauche Vielfalt, und Vielfalt entstehe dort, wo Frauen ihre Stärken einbringen, Verantwortung übernehmen und dafür Raum erhielten. Fehrmann: „Für uns als Industrie- und Handelskammer Fulda steht außer Frage: Frauen sind ein entscheidender Motor für Innovation, wirtschaftliches Wachstum und Fachkräftesicherung.“ Fehrmanns Dank galt der RhönEnergie Fulda – aber auch den anderen Fuldaer Unternehmen, die diese Ausstellung ermöglichen.

Stellvertretend für die Unternehmen, die die Ausstellung unterstützen, sprach der Vorstand der Administration der Klinikum Fulda gAG Michael Wilhelm. Die Aktion verdeutliche nach Wilhelm, wie weiblich die Berufswelt in der Region ist. Erfolg sei keine Frage des Geschlechts, sondern eine Frage der Kompetenz und der Leidenschaft, so der Klinikvorstand. Wilhelm: „In unserem Unternehmen arbeiten Menschen, die tagtäglich Verantwortung übernehmen. Wenn wir uns dies vergegenwärtigen, dann ist es schlichtweg Normalität, dass ein großer Teil dieser Arbeitsleistung von Frauen erbracht wird.“

78 Prozent der rund 4.000 Arbeitnehmenden des Klinikums Fulda sind Frauen. „Das sind über 3.000 Fachkräfte, die in der Humanmedizin, Pflege, Physiotherapie und der Verwaltung dafür Sorge tragen, dass unsere Region gesund bleibt“, so der Vorstand Administration am Klinikum Fulda, der anführte: „Frauen sind keine Ergänzung, sie sind das Fundament in unserem Unternehmen. Aber wir wissen auch, damit Talente ihr volles Potenzial entfalten können, dürfen wir nicht nur über Chancen sprechen, sondern müssen sie strukturell ermöglichen.“ Es gehe darum, dass die Arbeit zum persönlichen Lebensmodell passt und nicht umgekehrt. Diesbezüglich haben wir noch ein großes Stück Arbeit vor uns, schlussfolgerte Wilhelm. „Ein moderner Klinikalltag, eine moderne Logistik funktioniert heute nur, wenn alte Muster aufgebrochen werden. Als Beispiele führte der Vorstand Arbeitszeitmodelle wie Jobsharing im Bereich von Chefarztstrukturen an.

Aktuell stehe auch das Klinikum Fulda vor der Herausforderung, seine Chefarztpositionen nachzubesetzen. Demnach würden laut Wilhelm nur sehr wenige Bewerbungen von Ärztinnen eingereicht. „Warum denken wir nicht einmal darüber nach, die Chefarztposition mit zwei Stellen zu besetzen, damit dieser Job machbar ist?“, fragte Wilhelm, der darüber hinaus dafür warb, Karrierewege so zu gestalten, dass Familie und Beruf keine Gegenspieler sind, sondern Hand in Hand gehen. „Wir vom Klinikum Fulda möchten Frauen dazu ermutigen, sich auf Stellen zu bewerben, die an aller erster Stelle nicht unbedingt mit Frauenberufen in Verbindung gebracht werden und dabei gleichzeitig zeigen, dass diese Stellen schon längst von Frauen ausgefüllt werden“, sagte Wilhelm. „In Zeiten von Fachkräftemangel und technologischem Wandel können wir es uns schlichtweg nicht leisten, auf Talente zu verzichten, nur weil es die Rahmenbedingungen nicht hergeben oder diese nicht mehr zeitgemäß sind. Vielfalt in jeder Form ist kein Trend, sondern ein Wirtschaftsmodell“, sagte Wilhelm abschließend.

Susanne Brune (Abteilungsleiterin Personalentwicklung bei der EDAG Group), Alexandra Vogler (Leiterin Personalmanagement bei der JUMO), Professorin Dr. med. Marion Haubitz (Fachärztin für Innere Medizin und Klinikdirektorin der Nephrologie am Klinikum Fulda), Alina Heurich (Geschäftsführerin des Operativen Geschäfts im Unternehmen Heurich), Kathrin Fehler (Bereichsleiterin Produktion im Speditionsunternehmen Zufall Fulda) und Nina Schneider (Personalchefin bei der RhönEnergie Fulda) sprachen auf dem Podium über Arbeitszeitmodelle, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Chancenvielfalt, Karrierewege, Frauenquote und persönliche Ambitionen heute und damals.

Fotografiert wurden die 12 Frauen von dem seit vielen Jahren in Fulda beheimateten Fotografen Walter Rammler (Fotodesign Rammler), der über seine kreative Arbeit mit den Fotomodellen berichtete. Wichtig sei ihm bei seiner Arbeit gewesen, keine gestellten oder gar „grinse Bilder“ zu produzieren. Dass aber dann letztlich doch Porträts entstanden sind, die die Frauen in lockerer, gelöster und sichtlich zufriedener Arbeitsatmosphäre zeigen, stimmt den Fotografen im Nachhinein erleichtert und zufrieden. So sei das Arbeiten mit den Fotomodell-Laiinnen auch für den Fotografen mit jahrzehntelanger Berufserfahrung ein besonderes gewesen und eine wundervolle Erfahrung. Moderiert wurde das Podiumsgespräch von Dr. Volker Nies, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der RhönEnergie Fulda Gruppe. +++ jessica auth


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