
Eine große Mehrheit der Deutschen steht hinter dem demokratischen System, zugleich ist die Unzufriedenheit mit der praktischen Umsetzung der Demokratie deutlich ausgeprägt. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Sender RTL und ntv hervor.
Demnach sind 68 Prozent der Befragten mit der Demokratie in Deutschland, also mit dem politischen System, wie es in der Verfassung festgelegt ist, sehr oder eher zufrieden. 32 Prozent äußern sich dagegen unzufrieden. Bei der Frage, wie die Demokratie in Deutschland tatsächlich funktioniert, zeigt sich ein anderes Bild. Hier sind 41 Prozent zufrieden, während 59 Prozent angeben, unzufrieden zu sein.
Besonders deutlich fällt die Unzufriedenheit mit der praktizierten Demokratie in Ostdeutschland aus. Dort äußern sich 71 Prozent der Befragten unzufrieden, im Westen sind es 57 Prozent. Bei den 18- bis 29-Jährigen halten sich Zufriedenheit und Unzufriedenheit dagegen nahezu die Waage. 49 Prozent dieser Altersgruppe sind mit der praktizierten Demokratie zufrieden, 50 Prozent unzufrieden.
Auch bei den Anhängern der Parteien zeigen sich deutliche Unterschiede. Mit dem in der Verfassung festgelegten politischen System sind 90 Prozent der SPD-Anhänger, 89 Prozent der Grünen-Anhänger, 87 Prozent der Anhänger von CDU und CSU sowie 78 Prozent der Anhänger der Linken zufrieden. Unter den Anhängern der AfD liegt dieser Anteil bei 41 Prozent. Bei der Frage nach der tatsächlichen Funktionsweise der Demokratie sind 89 Prozent der AfD-Anhänger unzufrieden.
Zugleich macht sich eine große Mehrheit der Deutschen Sorgen um die Zukunft der Demokratie. Einer weiteren Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv zufolge äußern 79 Prozent der Befragten derzeit große oder sehr große Sorgen über die Zukunft der Demokratie in Deutschland. Lediglich 19 Prozent machen sich darüber weniger große oder keine Sorgen.
Besonders ausgeprägt sind diese Sorgen bei Frauen und jungen Erwachsenen. 85 Prozent der Frauen geben an, sich große oder sehr große Sorgen um die Zukunft der Demokratie zu machen. Bei den Männern liegt der Anteil bei 73 Prozent. Auch unter den 18- bis 29-Jährigen sind es 85 Prozent. Bei den 30- bis 44-Jährigen äußern 73 Prozent entsprechende Sorgen.
Die Sorge um die Zukunft der Demokratie zieht sich dabei durch die Anhängerschaften aller abgefragten Parteien. Unter den Anhängern der Linken liegt der Anteil bei 97 Prozent. Bei den SPD-Anhängern sind es 84 Prozent, bei den Grünen 82 Prozent und bei den Anhängern von CDU und CSU 78 Prozent. Auch unter den AfD-Anhängern ist die Sorge mehrheitlich verbreitet: 70 Prozent geben an, sich große oder sehr große Sorgen um die Zukunft der Demokratie in Deutschland zu machen. +++

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