Mit einer eindrucksvollen Vernissage ist im US Camp der Gedenkstätte Point Alpha die länderübergreifende Kunstausstellung „Fearless Women – Frauen.Stärke.Sichtbarkeit“ eröffnet worden. Rund 200 Gäste aus Politik, Gesellschaft und Kultur kamen nach Rasdorf und Geisa, um die Ausstellung des Essener Künstlers Oliver Schäfer zu erleben. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Point Alpha Stiftung gemeinsam mit den Frauen Unionen des Wartburgkreises und des Landkreises Fulda. Schirmherrin ist Prof. Erika Rosenberg-Band, die durch ihre Biografien über Oskar und Emilie Schindler internationale Bekanntheit erlangte und mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen 15 farbintensive Porträts von Frauen, die sich mit Mut, Entschlossenheit und persönlichem Einsatz für Freiheit, Demokratie, Gleichberechtigung, Menschenrechte oder den Schutz der Natur engagiert haben. Zu den dargestellten Persönlichkeiten gehören unter anderem Anne Frank, Meryl Streep, Marzieh Ebrahimi, Ruth Bader Ginsburg, Jane Goodall und Malala Yousafzai. Ergänzt werden die Werke durch Texte der Journalistin Diana Ringelsiep, die die Lebensgeschichten und Leistungen der porträtierten Frauen zusammenfassen.
Künstler Oliver Schäfer machte während der Vernissage deutlich, dass seine Arbeiten weit über die reine Ästhetik hinausgehen. Mit seinen Porträts greife er gesellschaftliche Themen wie Rassismus, Antisemitismus, Gewalt gegen Frauen sowie Natur- und Umweltschutz auf. Ein besonderes Merkmal seiner Werke sind handschriftlich festgehaltene Zitate der dargestellten Frauen, die unter mehreren Farbschichten verborgen sind. Für Schäfer sind diese Botschaften Ausdruck von Haltung und Persönlichkeit. Seine Kunst solle Menschen dazu ermutigen, für ihre Überzeugungen einzustehen und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.
Einen besonderen Teil der Vernissage bildeten die Bildpatenschaften. Für jedes der 15 Porträts hatte im Vorfeld eine Frau die Patenschaft übernommen und erläuterte während der Veranstaltung ihre persönliche Verbindung zu der jeweiligen Persönlichkeit. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte die zehnjährige Rosalie Nimmich aus Geisa, die sich für das Porträt der Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai entschieden hatte. Sie begründete ihre Wahl damit, dass Malala sich bereits in jungen Jahren für das Recht von Mädchen auf Bildung eingesetzt habe und sie diesen Mut bewundere.
Schirmherrin Erika Rosenberg-Band übernahm die Patenschaft für das Porträt von Emilie Schindler, mit der sie viele Jahre eng befreundet war. Sie erinnerte daran, dass Emilie Schindler gemeinsam mit ihrem Mann Oskar Schindler während des Zweiten Weltkriegs hunderte jüdische Menschen vor dem Tod gerettet habe. Besonders bewegend seien für sie die Worte Schindlers gewesen, dass Angst ein schlechter Begleiter sei und Frauen häufig stärker seien, als ihnen zugetraut werde.
In ihrem Impulsvortrag widmete sich Ortrud Tornow dem Thema mutiger Frauen und sprach über Widerstand, Veränderung und Hoffnung. Mut werde von Generation zu Generation weitergegeben und zeige sich nicht nur in außergewöhnlichen Situationen, sondern ebenso in den Entscheidungen des Alltags. Frauen sollten ihre Zukunft aktiv gestalten, Verantwortung übernehmen und den Mut haben, auch Grenzen zu setzen.
Musikalisch begleitet wurde die Vernissage von Sängerin und Gitarristin Andrea Rübsam aus Ketten. Julia Roeschies vom Vorstand der Frauen Union Landkreis Fulda dankte allen Beteiligten sowie der Point Alpha Stiftung für die Möglichkeit, die Ausstellung auf dem historischen Gelände des ehemaligen US Camps zu präsentieren. Unterstützt wird das Projekt von der Partnerschaft für Demokratie Wartburgkreis und der Sparkassenstiftung Wartburgkreis.
Auch der Vorstand der Point Alpha Stiftung mit Benedikt Stock und Philipp Metzler zog ein positives Fazit. Die Ausstellung mache deutlich, dass Freiheit, Gleichberechtigung und gesellschaftliches Engagement Frauen und Männer gleichermaßen betreffen. Die porträtierten Frauen stünden für Zuversicht, Verantwortung und den Mut, Veränderungen anzustoßen.
Die Ausstellung „Fearless Women – Frauen.Stärke.Sichtbarkeit“ ist noch bis zum 15. September 2026 täglich von 10 bis 18 Uhr im US Camp der Gedenkstätte Point Alpha zu sehen. +++
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