FDP Generalsekretärin spricht sich für eine Veränderung der Ausbildung von Regelschullehrkräften aus

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Die Teilnehmer der Diskussionsrunde „Inklusion mit Augenmaß“: Hanno Henkel, Schulleiter der Antonius von Padua Schule, Monika Hauß-Schmid, Mitgründerin und Gesellschafterin des Unternehmernetzwerkes Perspektiva, Nicola Beer MdB und Sebastian Bönisch vom antonius-Netzwerk Mensch (v.l.)

Die Generalsekretärin der FDP und ehemalige, hessische Kultusministerin - zudem Spitzenkandidatin für die Europawahl 2019, Nicola Beer MdB, war gestern auf Einladung des FDP Kreisverbandes Fulda in den Landkreis gereist, um sich vor Ort über inklusive Einrichtungen ein Bild zu machen. So stattete die Generalsekretärin - inzwischen über 25 Jahre in der Bildungspolitik - bevor sie in der, in Fulda verorteten inklusiven Einrichtung „antonius. Netzwerk Mensch“ mit Verantwortlichen zu dem Thema „Inklusion mit Augenmaß“ über bessere Rahmenbedingungen und die Schaffung von Möglichkeiten, diese nach der ehemaligen Kultusministerin zu einer Verbesserung der Chancengleichheit gegeben sein müssen, sprach, auch dem Projekt „Leben und Arbeiten in Poppenhausen e.V.“ in der Gemeinde Poppenhausen (Wasserkuppe) einen Besuch ab.

Das antonius-Netzwerk hat die Vision eine inklusive Gesellschaft entstehen zu lassen. Zu dieser Zielsetzung gehört auch, Barrieren und Hemmschwellen zu überwinden. Damit ein inklusives Miteinander möglich ist, bedarf es, Menschen mit Beeinträchtigungen Chancen zu ermöglichen und für diese Bedingungen herzustellen. Nicola Beer schilderte gestern ihre Eindrücke von dem antonius-Netzwerk als etwas, das den Vorstellungen der Freien Demokraten „sehr nahekomme“. Hierfür sollen vor allem die vielen, positiven Eindrücke, wie man hier die Talente und Stärken von Menschen mit Handicap erkenne und zur fördern wisse, um ihnen so den bestmöglichen Lebensweg zu bereiten, ausschlaggebend gewesen sein. Davon abgesehen, dass Inklusion sowieso „eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ sei, warb sie dafür, Inklusion „als geöffneten, transparenten und durchlässigen Prozess“ zu begreifen, der für jedes Kind, mit seinen jeweiligen, individuellen Stärken und Talenten, die bestmögliche Chance bereithalte. Der hier, an anderen Bildungseinrichtungen leider allzu oft zum Tragen kommende „Strukturstreit“ sei demnach gänzlich falsch angelegt. Ideal sei hingegen, wie bei antonius verfahren werde, wie die verschiedenen Phasen „Hand in Hand greifen“ und wie Inklusion „im realen Leben“ stattfinde.

Unter „Inklusion mit Augenmaß“ verstehe die FDP Generalsekretärin vor allem auch die dafür geschaffenen räumlichen, personellen, pädagogischen - und letztlich auch finanziellen Voraussetzungen. Sind diese nicht gegeben, kann es schnell zu einer Überforderung auf allen Seiten kommen, an dieser Stelle der Punkt einer anderen Form von Außenfortbildung notwendig ist. Gerade für unser Bildungssystem stelle dieser Bereich eine große Herausforderung dar. Ein weiteres Manko ist, dass es zu wenig Lehrkräfte für Förderschulen gibt. Hier plädierte Beer für eine Ausbildungsveränderung der sogenannten „Regelschullehrkräfte“. Im Hinblick auf die Diagnosefähigkeit und Möglichkeiten, im Team unter Einsatz neuer Lehr- und Lernmaterialen multiprofessionell zu arbeiten, sprach sich Beer für eine angemessene Ausstattung der Schulen aus. Wie ein solches Modell aussehen könne und wovon sogar noch eine Senioreneinrichtung profitiere, zeige das antonius-Netzwerk. „Kein Sparmodell“, findet die Generalsekretärin und ehemalige hessische Kultusministerin und ergänzt nachstehend: [...], „aber ich finde, das müsste es einer Gesellschaft wert sein.“ +++ ja


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