Erstimpfungen binnen 2 Wochen verdoppelt – Impfquote 71,0 Prozent

Corona-Impfstatus soll für "Triage" keine Rolle spielen

Die Zahl der Corona-Erstimpfungen in Deutschland hat sich innerhalb von zwei Wochen verdoppelt und liegt jetzt so hoch wie seit Ende September nicht mehr. Am Donnerstag wurden den zweiten Tag hintereinander über 100.000 Menschen das erste Mal geimpft, im 7-Tage-Mittel bekommen pro Tag wieder 71.000 Menschen ihre erste Spritze. Die Impfquote kletterte damit binnen eines Tages von 70,8 auf 71,0 Prozent, wie RKI-Daten vom Freitag zeigen. 68,3 Prozent haben den vollen Schutz (Vortag: 68,2 Prozent), 9,6 Prozent haben eine Auffrischungsimpfung (Vortag: 8,8 Prozent). Bei den 12- bis 17-Jährigen haben 51,5 Prozent wenigstens eine Impfung, 45,7 Prozent eine zweite Impfung, und 0,9 Prozent eine „Booster“-Impfung. In der Altersgruppe 18-59 Jahre haben 74,1 Prozent wenigstens eine Impfung, 75,2 Prozent einen vollständigen Schutz und 6,2 Prozent eine Auffrischung. Unter den besonders gefährdeten Über-60-Jährigen sind 87,2 Prozent mindestens einmal gegen Corona ge impft, 86,0 Prozent haben den vollständigen Schutz, 21,3 Prozent den „Booster“.

Corona-Impfstatus soll für „Triage“ keine Rolle spielen

Der Corona-Impfstatus soll bei einer möglichen „Triage“, also bei der Priorisierung von Behandlung in total überlasteten Krankenhäusern, keine Rolle spielen. Das steht in einer aktualisierten Empfehlung der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), die am Freitag vorgestellt wurde. Einer bevorzugten Behandlung von Geimpften, wie oft gefordert, erteilten die Mediziner zunächst eine klare Absage. „Wir sind Retter, keine Richter“, sagte Georg Mackmann, Vorstand des Instituts für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin. Stattdessen dürfe man sich wie bisher auch nur am Kriterium der „klinischen Erfolgsaussicht“ orientieren. „Dabei werden – wenn nicht anders vermeidbar – diejenigen Patienten nicht intensivmedizinisch behandelt, bei denen nur eine sehr geringe Aussicht besteht zu überleben“, heißt es in der Empfehlung. Indirekt könnte der Impfstatus auf diese Weise allerdings doch eine Rolle spielen: „Die Geimpften haben insgesamt eine deutlich bessere Prognose“, sagte Uwe Janssens, Ex-DIVI-Chef und Sprecher der Sektion Ethik auf Frage der dts Nachrichtenagentur. Insbesondere bei älteren Menschen mit Impfdurchbrüchen könne es aber auch „ungünstigere Verläufe“ geben. Schon vorher stand in der Richtlinie, dass eine Priorisierung auch nicht zulässig sei aufgrund des kalendarischen Alters, aufgrund sozialer Merkmale oder aufgrund bestimmter Grunderkrankungen oder Behinderungen. Bislang hätten die Empfehlungen noch nie angewendet werden müssen, betonte Janssens. Angesichts stark steigender Patientenzahlen und weiter explodierenden Corona-Infektionen wächst die Sorge, dass die Kliniken in Deutschland schon in Kürze überlastet sein könnten. +++

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