Erster internationaler Sternenpark-Workshop

Experten aus vier Ländern besichtigten den Muster-Leuchtenpark der RhönEnergie Fulda

Viele Beispiele wie man es richtig machen kann: Die Teilnehmer des Sternenpark-Workshops vor dem Muster-Leuchtenpark der RhönEnergie Fulda. In der Mitte stehend Sternenpark-Koordinatorin Sabine Frank (Bildmitte, stehend, 10. von rechts), flankiert von Matthias Hahner (re.) und Prokurist Klaus Moll von der RhönEnergie Fulda (li.). Foto: Marzena Seidel

Fulda. Der Sternenpark Rhön gilt in Sachen Schutz der Nacht als Vorzeigeprojekt. Da war es nur logisch, den ersten mitteleuropäischen Sternenpark-Workshop in Fulda abzuhalten. Zweieinhalb Tage lang trafen sich 35 Experten und Fachwissenschaftler zum Erfahrungsaustausch. Ein Höhepunkt der Veranstaltung war der abendliche Besuch des Muster-Leuchtenparks auf dem Betriebsgelände der RhönEnergie Fulda, wo man nachtgerechte Leuchten im Live-Betrieb besichtigen kann. Die Anlage ist in Mitteleuropa einzigartig.

Bislang gibt es in Europa erst wenige von der International Dark-Sky Association (IDA) zertifizierte Schutzgebiete für die Nacht, wobei der Sternenpark Rhön eines der größten zusammenhängenden Gebiete ist. In mehreren anderen Regionen bestehen regionale Initiativen, die auf eine Anerkennung als Sternenpark hinarbeiten. An dem Workshop nahmen Vertreter solcher Initiativen sowie Lehrstuhlinhaber verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden teil und absolvierten ein anspruchsvolles Exkursionsprogramm. Als Gastgeber fungierte der Landkreis Fulda, vertreten durch Sabine Frank, die Koordinatorin des Sternenpark im Biosphärenreservat Rhön.

Der Schutz der Nacht verlangt eine angemessene Beleuchtung. Öffentliches Licht sollte gut abgeblendet sein, eine möglichst warme Lichtfarbe aufweisen und nur dann angeschaltet werden, wenn es tatsächlich gebraucht wird. Als regionaler Energieversorger ist die RhönEnergie Fulda bereits seit Langem bestrebt, umweltgerecht und gleichzeitig energieeffizient zu beleuchten. Der Versorger betreibt in seinem Netzgebiet im Auftrag der Städte und Gemeinden insgesamt rund 31.000 Leuchten und übernimmt die Rundumbetreuung.

Auf ihrem Betriebsgelände in der Daimler-Benz-Straße in Nachbarschaft der Hochschule Fulda hat der Energieversorger einen Muster-Leuchtenpark eingerichtet. Auf insgesamt 700 Metern können Besucher nach Voranmeldung 50 Leuchten in Augenschein nehmen. Das Spektrum reicht von konventionellen Gasentladungslampen über LED-Leuchten bis hin zu Solarleuchten. Es gibt eine Anwohnerstraße, eine Sammelstraße und eine Hauptstraße. „Für diese Verkehrswege gibt es unterschiedliche Anforderungen“, erläutert Matthias Hahner von der RhönEnergie Fulda. Eine stark befahrene Hauptstraße müsse anders beleuchtet werden als eine ruhige Anwohnerstraße.

„Wer umweltgerecht, effizient und funktional beleuchten will, hat inzwischen viele Möglichkeiten. Die wollen wir den Bürgermeistern und kommunalen Gremien nicht nur im Katalog zeigen, sondern am echten Objekt“, erläutert Hahner. So können sich Verantwortungsträger ein Bild von Funktion und Optik der verfügbaren Typen machen.

„Die gemeinsame Besichtigung des Muster-Leuchtenparks war definitiv ein Highlight im Programm unseres Workshops“, sagt Sabine Frank. „Ich werde von den Kolleginnen und Kollegen um unseren Partner RhönEnergie Fulda beneidet. Der abendliche Lokaltermin habe den Teilnehmern deutlich gemacht, dass es heute bewährte Beleuchtungslösungen gibt, die den Anforderungen eines Sternenparks und fortschrittlicher Kommunen gerecht werden. Das heißt: Die Anforderungen sind nicht nur Theorie.“

Im Zuge des Workshops fuhren die Teilnehmer auch auf die Wasserkuppe. Hier hat die RhönEnergie Fulda vor einigen Jahren in Kooperation mit dem Landkreis Fulda im Umfeld des Rhön-Info-Zentrums eine vorbildliche Beleuchtungslösung realisiert. Mit wohldosiertem Licht werden die Sicherheitsbedürfnisse der Anwohner, Besucher und Verkehrsteilnehmer erfüllt. Gleichzeitig wird aber auch dem Umstand Rechnung getragen, dass die Wasserkuppe im Herzen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön liegt und damit auch eine Vorbildfunktion hat. Für die europaweit als modellhaft geltende Beleuchtungskonzeption erhielt Matthias Hahner vor einigen Monaten den renommierten Lighting Design Award der International Dark-Sky Association.

Die Gruppe besuchte ebenfalls die Fuldaer Altstadt. Hier hat die RhönEnergie Fulda 500 historische Straßenleuchten technisch optimiert. Die alten Gehäuse wurden mit umweltgerechter und gleichzeitig sparsamer LED-Technik ausgestattet. So setzen die freistehenden und hängenden Leuchten in ihrem historischen Umfeld effektvoll Akzente und sparen gleichzeitig Energie und Kosten. „Nach übereinstimmender Einschätzung der Teilnehmer war unser erster Sternenpark-Workshop ein voller Erfolg, bilanziert Sabine Frank. „Die Gäste aus dem In- und Ausland waren erkennbar beeindruckt, was wir mit unserem Netzwerk zu Schutz der Nacht in Fulda und der Rhön bereits erreicht haben. Ökonomie und Ökologie sind in der öffentlichen und gewerblichen Beleuchtung gut vereinbar. Man muss es nur wollen.“ +++

Coronadaten

Letzte Aktualisierung: 28.11.2022, 05:22 Uhr
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