Ehrenbrief Hessen für Alfons Schäfer – 50 Jahre Ehrenamt

Eichenzells Bürgermeister Johannes Rothmund, Marlene und Alfons Schäfer und Dirk Fischer (SPD).

Mehr als fünf Jahrzehnte ehrenamtliches Engagement in Kommunalpolitik, Vereinsarbeit und Feuerwehr haben in Rothemann und Eichenzell deutliche Spuren hinterlassen. Für diese außergewöhnliche Lebensleistung wurde Alfons Schäfer mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet. Bürgermeister Johannes Rothmund würdigte den Geehrten in einer feierlichen Laudatio und hob dabei insbesondere dessen langjährige Verbundenheit mit seiner Heimat und seinen Einsatz für die Gemeinschaft hervor.

Eichenzells Bürgermeister Rothmund fand anerkennende Worte für eine Lebensleistung, die in der Region ihresgleichen suche. Der Ehrenbrief sei weit mehr als eine Urkunde. Er sei ein sichtbares Zeichen der Anerkennung für ein Lebenswerk im Ehrenamt. Alfons Schäfer habe über Generationen hinweg die demokratische Kultur vor Ort entscheidend geprägt und dabei bewiesen, dass kommunalpolitisches Engagement kein kurzfristiges Projekt, sondern ein tiefes und langfristiges Bekenntnis zur eigenen Heimat sei.

Das Fundament der Ehrung bildet eine über Jahrzehnte gewachsene Bilanz. Rothmund skizzierte in seiner Laudatio ausführlich den kommunalpolitischen Weg des Geehrten. Alfons Schäfers Engagement begann bereits am 1. April 1973 im Ortsbeirat seines Heimatortes Rothemann. Diesem gehörte er mit einer kurzen Unterbrechung insgesamt über 40 Jahre an. Seit nunmehr 33 Jahren vertritt er die Interessen der Bürger in der Eichenzeller Gemeindevertretung.

Über Jahrzehnte hinweg übernahm Alfons Schäfer dabei auch Führungsverantwortung. Von 1993 bis 2018 sowie erneut von 2021 bis 2026 war er Fraktionsvorsitzender der CWE-Fraktion. Von 2018 bis 2021 fungierte er als stellvertretender Vorsitzender der Fraktionsgemeinschaft von CDU und CWE.

Sein Einsatz beschränkte sich jedoch keineswegs auf die parlamentarische Arbeit. Über 45 Jahre stellte sich Alfons Schäfer als zuverlässiger Wahlhelfer in den Dienst der Demokratie. Auch im Vereinsleben war er über Jahrzehnte aktiv. Von 1973 bis 1989 war er Vorsitzender des TSV Rothemann. Dem Verein ist er bis heute eng verbunden und übt seit 53 Jahren verschiedene Ämter im Vorstand aus.

Mehr als fünf Jahrzehnte Ehrenamt hinterlassen Spuren – in Rothemann, in Eichenzell und insbesondere in der kommunalen Demokratie der Gemeinde. Rothmund würdigte, dass Alfons Schäfer in Jahrzehnten wechselnder Mehrheiten und politischer Herausforderungen stets eine besondere Qualität bewiesen habe: den ungetrübten Blick für das große Ganze und das gemeinsame Ringen um die besten Lösungen im Sinne der Bürger.

Hinter den nüchternen Zahlen, so Rothmund, stünden unzählige Stunden persönlicher Zeit, die Alfons Schäfer seiner Familie, seiner Freizeit und seinem Unternehmen entzogen habe, um sie in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. Unter dem langanhaltenden Applaus der geladenen Gäste und Fraktionskollegen schloss Rothmund die feierliche Übergabe mit einem einfachen, aber von Herzen kommenden Dank für diese außergewöhnliche Tatkraft und die tiefe Verbundenheit mit der Gemeinde Eichenzell.

Alfons Schäfer selbst blickte in seiner Dankesrede auf mehr als fünf Jahrzehnte ehrenamtlicher Arbeit zurück. Als er zur Entgegennahme des Ehrenbriefs gekommen sei, seien ihm viele Bilder durch den Kopf gegangen. Fünf Jahrzehnte seien eine lange Zeit – ein halbes Jahrhundert im Dienst der Gemeinschaft, der Politik und des Vereinslebens. Sein ehrenamtlicher Weg habe bereits 1964 mit dem Eintritt in die Freiwillige Feuerwehr Rothemann begonnen. Dort war er 42 Jahre als aktiver Feuerwehrmann tätig.

Zu seiner Bilanz zählen außerdem 33 Jahre Gemeindevertretung, 42 Jahre Ortsbeirat Rothemann, 33 Jahre als CWE-Vorsitzender des Gemeindeverbandes Eichenzell, 33 Jahre als Beisitzer der CWE im Kreisvorstand sowie 52 Jahre in verschiedenen Ämtern im Vorstand des TSV Rothemann. Sein erstes Gefühl angesichts der Ehrung sei deshalb nicht nur Stolz, sondern auch tiefe Demut und große Dankbarkeit gewesen.

Alfons Schäfer bedankte sich für die ehrenden und anerkennenden Worte anlässlich der Übergabe. Der Ehrenbrief des Landes Hessen bedeute ihm sehr viel. Für ihn sei er mehr als eine Urkunde. Er stehe sichtbar für 62 Jahre unterschiedlichster Vereins- und politischer ehrenamtlicher Arbeit, für Begegnungen, Diskussionen und gemeinsame Anstrengungen, die sein Leben geprägt hätten.

Sein Dank galt auch den Menschen, die wesentlich dazu beigetragen hatten, dass die Ehrung zustande kam. Besonders nannte er seinen langjährigen Weggefährten in der Vereinsarbeit, Dietmar Ciba, sowie den Vorsitzenden des CWE-Kreisverbandes, Thomas Grünkorn, für dessen Unterstützung auf politischer Ebene.

Wer mehr als 50 Jahre aktiv sei, an den Tischen kommunaler Gremien ebenso wie im Herzen der Vereine, tue dies niemals allein, sagte Alfons Schäfer. Niemand nehme eine solche Ehrung entgegen, ohne die Unterstützung vieler anderer. Hinter jedem gelungenen Projekt, jedem ausgeglichenen Haushalt, jedem Vereinsfest und jedem politischen Kompromiss stünden Menschen, die gemeinsam daran gearbeitet hätten.

Dazu gehörten die Mitstreiterinnen und Mitstreiter in Vereinen, Parteien und politischen Gruppierungen. Über Jahrzehnte habe man leidenschaftlich diskutiert, um den richtigen Weg gerungen und häufig bis spät in die Nacht beraten. Geeint habe dabei stets der Wille, die gemeinsame Heimat voranzubringen und das Leben der Menschen vor Ort besser und lebenswerter zu machen. Ohne das Vertrauen, die konstruktive Kritik und die Kameradschaft vieler Weggefährten wäre dieser Weg nicht möglich gewesen, betonte Alfons Schäfer.

Sein größter Dank galt jedoch jenen, die häufig im Hintergrund geblieben seien und zugleich den höchsten Preis für sein Engagement getragen hätten: seiner Familie. Fünf Jahrzehnte Ehrenamt und Politik bedeuteten unzählige Abendtermine, viele Wochenenden ohne gemeinsame Zeit und Gedanken, die beim Familienessen oft noch bei der Arbeit, der nächsten Sitzung oder dem nächsten Antrag gewesen seien.

Seine Frau Marlene, seine Kinder, Schwiegerkinder und Enkelkinder hätten ihm den Rücken freigehalten, ihn getröstet, wenn etwas schiefgegangen sei, und ihn ermutigt, wenn der politische Alltag wieder einmal stürmisch gewesen sei. Ohne ihre Geduld, ihr Verständnis und ihre Liebe wäre all das, wofür er nun ausgezeichnet wurde, nicht möglich gewesen. Deshalb gehöre die Auszeichnung mindestens ebenso sehr seiner Familie, sagte Alfons Schäfer.

Mit Blick auf die gesellschaftliche Entwicklung verband der Geehrte seinen Dank mit einem Appell für das Ehrenamt und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ehrenamt, Zusammenhalt in den Vereinen und der Einsatz für die Demokratie seien heute nicht mehr selbstverständlich. Umso wichtiger sei es, dass es Menschen gebe und hoffentlich auch in Zukunft geben werde, die anpackten, Verantwortung übernähmen, sich einbrächten und ihre Zeit schenkten.

Eine Gesellschaft lebe nicht von den Zuschauern, die kritisierten, sondern von den Menschen, die anpackten und mitgestalteten und damit das Leben für viele Bürgerinnen und Bürger lebenswert machten, sagte Alfons Schäfer. Er würde sich wünschen, dass der Abend dazu beitrage, Bürgerinnen und Bürger für das Ehrenamt zu begeistern und neue Wege zu finden, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen. +++


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