Es kommt nicht oft vor, dass die osthessische Region derartige Impulse erreichen. Daniel Müksch zapft sein reichhaltiges Wissen an und erzählt über Hintergründe der Spitzenspieler im Profi-Tennis. Über Boris Becker, Novak Djokovic, Alexander „Sascha“ Zverev, den italienischen Weltranglisten-Ersten Jannik Sinner oder den Spanier Carlos Alcaraz. Ort der Handlung ist das Vereinsheim des TC Johannesberg in Bad Hersfeld; Mit-Veranstalter ist die Volkshochschule Hersfeld-Rotenburg. Die Interessierten, die zahlreich erschienen sind, lauschen gebannt; bisweilen hat man den Eindruck, man könne die Neugier von ihren Lippen ablesen. „Tennis Inside“ nennt sich das Angebot. Bücher, sämtlich vom Sportler und Tennis-Weltreisenden Müksch geschrieben, sind die Grundlage. Als Lesung ist der Abend tituliert, doch Müksch bietet ein unterhaltsames Programm an. Heraus kommt ein Mix, von dem jeder etwas hat: viele Hintergrund-Infos über die Protagonisten, ein Stückchen Lesung, zweimal ein Quiz über Tennis, Fragen der Zuhörer. Müksch, der aus dem nahen Eitra stammt, versteht es, dass die Zuhörer an seinen Lippen kleben.
Daniel Müksch hat den Weg in seine Heimat gefunden. „Das eine oder andere Gesicht kenne ich“, sagt er zur Begrüßung. Und schiebt etwas zur Identitätsstiftung nach. „Es ist lange her, dass ich hier gespielt habe. Mindestens 30 Jahre.“ Abgesehen von diesem Ort, hat Müksch einst mitgeholfen, Tennis beim TC Hauneck-Eitra hoffähig zu machen, mit den Stolz-Brüdern spielte er zur Hoch-Zeit in einem Team, mit Jens Gerlach, Peter Grebe, Marcel Schilling oder Robert Nolte – Müksch galt zu dieser Zeit als Bester des Kreises. Er ist Sportler. Durch und durch. Das bildete später bei seinem Werdegang zum Journalisten die Grundlage. Er spielte auch Fußball. Spielintelligent war er, handlungsschnell, mit Gespür für Räume und Mitspieler. Er wusste, wo der Ball hin muss. Wo sich seine Teamkollegen hinbewegen. Bisweilen hatte man das Gefühl, dass ihm ein Bierdeckel reichte, um seine Handlungen zu forcieren. Seine Schusstechnik half ihm dabei. Und der Kopf noch mehr. Ach ja, er spielte beim SV Rotensee/Wippershain, der dieser Tage sein 80-jähriges Bestehen feierte, in der Bezirksoberliga. Warum all dies? Weil es wichtig ist für den Mix aus Journalist und Sportler.
Als Freier Journalist schrieb er einst für „die Bunte“ und „den Focus“, sowie für diverse Magazine, Zeitschriften und Zeitungen, wie den „Münchner Merkur“. Bis ihn die Lust am Schreiben von Büchern packte. Daniel Müksch, der Ende November 46 wird, kennt die Tennisplätze der Welt. Nicht alle. Aber vor allem die der Grand-Slam-Turniere. Und er kennt die Menschen, die hinter all den Erfolgen stecken. Daniel Müksch ist wer. Er hat ein Gesicht. Ein Profil. Konturen sind gewachsen und haben sich verfestigt. Er ist international bekannt. Und das Wichtige: Er scheut sich nicht vor der Wahrheit. Er polarisiert auch. Heute lebt der gebürtige Eitraer mit seiner Familie in München-Grünwald.
Diese Informationen sind wichtig, um das Zusammenspiel zwischen Informationen und dem mit dem Publikum plausibel zu machen. Manches geht dann leichter. Nicht zuletzt hat er einen Eintrag bei Wikipedia. Den wirft er an die Wand. Und geht ihn mit den Anwesenden durch. Sein Werdegang ist da genannt. Seine Entwicklung. Und all die Bücher, die er mit Fachwissen, menschlichem Gespür und viel, viel Recherche gefüllt hat. Zeitig schon stellt man sich die Frage: Sind es Fleißarbeiten eines Tennis-Verrückten? Eines Sport-Verrückten? Was ihn ausmacht: Stets ist er positiv. Nie um eine Antwort verlegen. Immer nach vorn gerichtet. Als wolle er etwas verkaufen. Gut, ein paar Bücher.
Er startet in den Abend mit dem Vorwort seines ersten Buches „Die Starmacher“. Er bringt den Zuhörern nahe, wie die Familie Zovko – Vater Zejlko war jahrelang Trainer des damaligen Handball-Bundesligisten TV Eitra – seine Kindheit prägte. Vor allem Lovro, Sohn der Familie. Mit ihm wächst er auf. Von, oder besser gesagt durch ihn, bekommt er viele Informationen und Kontakte zu anderen Sportlern – auch zu denen, die einen Namen haben. Der Ballsport bestimmt die Kindheit des Daniel Müksch – ob nun Fußball oder Tennis. Und er merkt zeitig, dass Sport mehr als Talent ist. Besonders ansprechender und werthaltiger Sport.
Früh und geschickt, auch um den Appetit am Abend nicht zu verlieren, streut er ein erstes Quiz ein. Sportler berühmten Namens mit internationalem Niveau sollen die Zuhörer erkennen. Jürgen Klopp taucht da auf, Marcel Hirscher, Andrea Petkovic, mit der er Sequenzen auf dem Tennisplatz zeigt, Martin Kaymer, Angelique Kerber, Philipp Lahm, Michael Schumacher, Boris Becker, Dirk Nowitzki, Xabi Alonso, Dennis Schröder, Keke Rosberg, Lindsey Vonn oder Alexander Zverev. Begegnungen, die Daniel Müksch machte. Und von denen er profitierte. Ein Who is Who des Weltsports. Man spürt: Daniel Müksch ist mittendrin.
Sein Thema liegt nahe. Es ist das Thema, das den Abend prägen soll. Das ihm ein Gesicht gibt. Müksch nimmt den Faden des Bücher-Schreibens auf. Er zeigt einen ersten Weg auf und verknüpft sein Engagement. „Man braucht das Vertrauen aus dem Umfeld, wenn man ein Buch schreibt“, betont er und skizziert einen Umriss. Das mündet darin, dass man die Sportler einschätzen, dass man sich besser ein Bild machen kann von ihnen. Und er geht den Weg der Erkenntnis weiter. Die Anwesenden lauschen. Sie brennen. „Das Novak-Djokovic-Buch sorgte für die größte Resonanz“, sagt er. Auch deswegen war er als Djokovic-Biograf Gast des Formats „Sport und Talk aus dem Hanger“ von „servus tv“. Wichtige Präsenz und Aufmerksamkeit im Fernsehen. Daniel Müksch hat sich auch international einen Namen gemacht. Endgültig. „Ein Leben lang im Krieg“ ist der Titel des Buches über den Serben. Bezeichnend für den beispielhaften Weg des Kämpfers und großen Charakters Djokovic bis zum Aufstieg – bis an die Spitze der Tenniswelt. „Die Außenseiter-Rolle prägte Djokovic“, sagt Müksch. Kein Zweifel: An Novak Djokovic kann sich so mancher Sportler ein Beispiel nehmen. Nichts bekam der Serbe geschenkt. Nichts. Alles erarbeitet. Hart erarbeitet. Bis er von oben grüßte. Das Buch kam heraus, als Corona die Welt in Atem hielt.
Tennis Inside eben. Auf die Frage, wer seine persönliche Nummer Eins ist, windet er sich ein wenig. Verständlich. Ist ja auch schwierig zu beurteilen bei der Klasse jedes Einzelnen. Alexander Zverev? „Ich habe erlebt, dass er nicht DER Sympathieträger ist. Dass ihm nicht so die Herzen zufliegen. Frau geschlagen – kein „typischer“ Held. Vor allem im kritischen Deutschland nicht. Immerhin die Nummer 2 der Welt – und in New York bei den US Open gerade dabei, seinen zweiten Grand-Slam-Titel zu holen. Boris Becker? „Deutscher geht es ja nicht“, entfährt es Müksch. Das Buch über den Leimener ist an der Reihe. Der als 17-Jähriger einst Wimbledon gewann, am 7.Juli 1985 gegen den Südafrikaner Kevin Curren. Boris Becker aber hat – mindestens – zwei Seiten: die des außergewöhnlichen Sportlers, der so viele Deutsche in ihren Bann zieht und sie fast zwingt, nachts aufzustehen und seine Matches zu verfolgen. Und noch viel mehr Facetten des öffentlichen Lebens.
Bewusst hat sich Müksch eine Stelle seines Buches ausgesucht. Das Kapitel trägt den Titel „Von der Fliegenklatsche zur Wiederauferstehung“. Dies liest Müksch vor. Becker, der immer wieder kämpfte. Nicht umsonst lautet der Untertitel seines Buches über Becker „Immer wieder aufstehen“. Ein 17-Jähriger gewinnt Wimbledon – und ist überfordert mit dem Leben. Mit alldem, was auf ihn einprasselt. Und wie ihn die Öffentlichkeit seziert. Bisweilen tun das auch Journalisten. Nie hat Boris Becker echte Berührung gemacht mit dem, was auf ihn zukommt, was auf ihn einströmt. Jeder will etwas von ihm. Selbstbestimmtes Leben gibt es nicht. Das lässt Deutschland nicht zu. Zahlreiche Frauen-Bekanntschaften. Einige Ehen. So mancher Fehltritt ereilt ihn und pflastert seinen Weg. Steuerhinterziehung mündet gar in einer Haftstrafe. Doch es ist „unser Boris“. An der Seite von Mathias Stach ist er stets bei „eurosport“ im Fernsehen zu erleben. Becker überzeugt. Es ist seine Welt. Da gehört er hin. Es geht um Tennis. Es geht um den Sport. Er kann die Spielsituationen einschätzen. Sich in sie hineinversetzen. Fast so, als wäre er selbst dabei. Und man muss sich immer wieder fragen, warum hat Deutschland solche Schwierigkeiten damit, die Leistung eines Weltsportlers, einer Legende, nicht ausreichend zu würdigen und anzuerkennen? Der Neid zerfrisst das Land. Boris Becker aber steht immer wieder auf.
Dass Boris Becker nie ein Sandplatz-Turnier hat gewinnen können, „das nagte sehr an ihm“, weiß Müksch zu berichten. Im Finale des Major-Turnieres in Monte Carlo war er einst sehr nahe dran, führte gegen den Österreicher Thomas Muster, Spezialist auf diesem Belag, mit zwei Sätzen und einem Break vor im Dritten. Boris Becker, „ein Typ mit vielen Gesichtern und schwer zu greifen“, sagt Müksch. Der Podcast „Unser Boris“ beschreibt seinen Charakter. Dass er „sehr wechselhaft ist“ Becker könne „aber auch sehr charmant sein“, und „wenn er in einen Raum kommt, ist er sofort der Mittelpunkt. Er hat eine Aura. Alle hören ihm zu“. Müksch skizziert Beckers Entwicklung, indem er sagt: „Seitdem er 16 war und du nur noch Leute um dich rum hast, die dir alles sagen…“
2013 wird Becker Novak Djokovics Trainer. „Was soll der Weltstar Djokovic mit den Fliegenklatschen von Boris?“. Doch „es war die Phase, als Boris wieder auf die sportliche Ebene gekommen ist“, betont Müksch. Die Zusammenarbeit mit dem Serben war sehr erfolgreich. Beide hatten das Gespür, dass es passt. Zwei Kämpfer Seite an Seite, und Boris Becker hatte in der Zwischenzeit ein Stückchen Gelassenheit und Lebenserfahrung in sich aufgenommen. Oder wie Müksch es auf den Punkt ausdrückte: „Es war das Comeback von Boris Becker als Sport-Gesicht“.
Patrick Kühnen, einst einer der besten deutschen Tennisspieler, früherer Davis-Cup-Kollege und heute einer, auf den das Etikett „Experte im Fernsehen“ auch zutrifft, bemerkte einmal über Becker: „Ich habe noch nie einen Menschen gesehen, der so an sich geglaubt hat, solch ein Feuer entfachen konnte und das auf dich übertragen hat.“ In der weltweiten Anerkennung rangiere Boris Becker mit den Ikonen Muhammad Ali und Michael Jordan auf einer Ebene. Und mit einem hat Daniel Müksch völlig recht – Becker sei ein Symbol, wie in Deutschland mit Legenden umgegangen werde. Auch das noch: Als „größte Leistung“ bezeichnete Boris einst, „die Titelverteidigung seines ersten Wimbledon-Titels“. Typisch Becker. Typisch der Sportler Becker. Typisch der Mensch Becker.
Es folgt wieder ein Quiz, das den Abend auflockert. Ihn trägt. Ihm Gestalt gibt. Auch der Sinn und das Gefühl der Überbrückung sind bei Daniel Müksch in Fleisch und Blut übergegangen. Er kommt zu Sascha Zverev. Anders gesagt, er widmet sich dem Abschnitt seines Buches über ihn. Es trägt den Titel „Auf der Reeperbahn“. Oder wie die Tennis- und Sportfamilie Zverev nach Deutschland gekommen ist. Es könnte auch heißen „Im Westen viel Neues“. Es ist „die Zeit nach der Wende“ in Deutschland. Gerade im Sport war dieser Übergang hart zu spüren – wenn es darum geht, dass. Und vor allem wie tolle Sportler aus dem Osten in den Westen übergesiedelt werden könnten. „Eingeschleust“? Oft geschah das über den „einen oder anderen dubiosen Mittelsmann“ – zum Beispiel Waldemar Klug, der auch der Familie Zverev 1991 zur Übersiedlung entscheidend verhalf. Klug schälte sich als zentrale Figur heraus.
Erste Station der Sportler-Familie aus Russland war Mölln in Schleswig-Holstein. Vater Zverev trainierte zunächst ausschließlich Mischa, die Mutter nahm sich Sascha an. Daniel Müksch spürte, wie so viele auch, das Talent, Fähigkeiten und Substanz des Jüngeren und wagte die Prognose: „Ich hab‘ mal gewettet, dass er vier Grand-Slam-Turniere gewinnt.“ Und Müksch nahm die Zuhörer mit. „Man hat sofort gesehen, der Junge ist anders. Anders als ein normales Talent. Der hat schon als Junger aufgeschlagen, das war Weltklasse.“
Zverev zeigte sich überrascht, als ihn eine Frau während des Termins seines Sponsors mit der Tatsache konfrontierte, dass es ein Buch über ihn gibt. Doch der Autor Daniel Müksch bemerkte: „Er wusste, dass es Buch über ihn gibt.“ Es trägt den Titel „Der Unvollendete“. Müksch begründet: „Für mich ist er erst vollendet, wenn er vier oder fünf Grand-Slam-Titel gesammelt hat. Das jetzt ist für sein Talent zu wenig.“ Inzwischen steht fest, dass er mit den US Open in Flushing Meadows ein zweites Grand-Slam-Turnier gewann, er schlug den US-Amerikaner Ben Shelton in Vieren. Und damit das im einigen Situationen unsportliche amerikanische Publikum. Zverev bot eine spielerische Klasse-Leistung. Eine taktisch reife Leistung. Er hielt Shelton und sein Power-Tennis meist hinten und wirkte äußerst konstant und schlau auf Weltklasse-Niveau. Dementsprechend bekam er von den „Experten“ Kühnen und auch von Andrea Petkovic hinreichend und verdientes Lob. Erntet Zverev die Früchte seiner System-Umstellung? Es scheint so, seine Grand-Slam-Bilanz dieses Jahres liest sich wie eine Erfolgsgeschichte: Halbfinale Australian Open, erster Grand-Slam-Titel in Roland Garros und Paris, Endspiel-Teilnahme in Wimbledon – und jetzt zweiter Grand-Slam-Sieg bei den US Open. Sascha Zverev sei jetzt „nicht mehr der Unvollendete“, folgerte und fragte Sky-Reporter Yannik Erkenbrecher. Seit Paris. Und manch einer fragte sich, warum er eben diesen Vergleich, diese Anspielung gewählt hatte?
Anderes Kapitel in Saschas leben: seine Diabetes- oder Zucker-Erkrankung, die zu hohen Blutzucker-Werte. Und dass man damit den Spitzen- und Weltklassesport betreiben könne, wie Alexander Zverev dies tut. Daniel Müksch erklärte: „Ich hab‘ mit einem Mediziner des Klinikums Hamburg-Eppendorf gesprochen.“ Und der sagte ihm, dass es „ein Wunder“ sei, „vergessen Sie’s“. Es sei nach Aussage des Arztes nahezu „unmöglich, auf diesem Niveau zu spielen“. Oder andersherum: Ist es nicht ein Beweis für die Willens- und Kampfstärke des gebürtigen Russen Zverev? Schon als Vierjähriger war er mit dieser Diagnose konfrontiert worden. Müksch fügte an, dass Diabetes für Tennisspieler eigentlich symptomatisch sei. Bei den vielen Reisen müssten die Medikamente ja laufend völlig anders eingestellt werden. Zverev brachte nach dem Triumph bei den US Open über Mikro den Wert seiner Mutter ins Spiel. Die habe ihm den Weg nach der Diagnose vorgegeben, ihn stets unterstützt – und ihm mitgegeben, Saschas Lebensweg werde sich nicht über diese Diagnose definieren.
Auch der Eitraer sieht eine Entwicklung Alexander Zverevs, eine Reifung seiner Persönlichkeit. „Er ist sympathischer geworden. Vor allem nach dem Olympia-Sieg. Auch durch seine Freundin Simone Thomalla.“ Müksch räumt indessen auch ein, „dass es ein großer Fehler war, ihn anfangs seiner Laufbahn international vermarkten zu wollen. Und nicht auf deutscher Ebene oder deutschlandweit“. Über die Zverevs hat er nur lobende Worte parat: „Eine sehr sympathische Familie. Bescheiden. Zurückhaltend.“ Und er wagt einen Vergleich: „Da gibt es ganz andere Konsorten auf der Tour.“
Nachher bleibt Zeit für Fragen. Etwa die, ob man so ohne Weiteres überhaupt ein Buch schreiben dürfe? Dies sei unterschiedlich, antwortet Müksch. Es könne auch sein, dass die Aktualität auch noch mal etwas ändere, was man schon geschrieben hatte. Als Daniel zum Beispiel eine Biografie über Jannik Sinner geschrieben hatte, überrollte Siegeszug und Bekanntheitsgrad des jungen Spaniers Carlos Alcaraz alle; er schoss nach oben. Müksch änderte sein Buch – das heißt er nahm die Entwicklung von Alcaraz hinzu und baute sie ein. Heraus kam ein Buch über beide.
Etwas später bemerkt er, man könne vom Buch-Schreiben nicht leben – und komme natürlich nicht gegen die Bestseller-Autoren Fitzek oder Stückrad-Barre an. Selbstredend will er einer der Zuhörenden wissen, ob Daniel Müksch noch Verbindungen nach und zu Eitra habe. „Meine Familie ist ja hier, und meine Schwester lebt dort.“ Kein Zweifel: Daniel ist bei sich. Ob es denn in Deutschland in Sachen Tennis-Nachwuchs ein Loch gebe? „Ich fürchte, schon“, sagt Müksch. Justin Engel, Schützling von Philipp Kohlschreiber, des TV-Experten mit viel Sachverstand und Feingefühl, hat sich einen Namen gemacht. „Er ist gut. Nicht schlecht“, urteilt Müsch, „ich befürchte aber, dass er es nicht bis in die vorderen Sphären schafft. Top 50 in jedem Fall.“
Empfehlen könne er noch „Open“, die Biografie und Geschichte über den einstigen US-Weltklassespieler Andre Agassi, Ehemann der deutschen Top-Spielerin Steffi Graf, die den Boom im deutschen Tennis im Zuge der Becker-Ära begründete. Schließlich gab er noch einen Tipp preis: Daniel Müksch kündigte sein neues Buch an. Sein Titel: „Unnützes Wissen über Tennis.“ Mit dem Untertitel: Aufschlagstarke Fakten. Rund um den elegantesten Sport der Welt. Es erscheint im riva-Verlag. „Ein eher leichteres Buch, was mir aber sehr viel Spaß gemacht hat, es zu schreiben.“
Nach zwei Stunden und 40 Minuten ist Schluss. Der Abend ist beendet. Was Tennis, dessen Wahrnehmung, Darstellung und Gedanken betrifft. Ein Zuhörender fragt noch, ob er sich denn vorstellen könne, wiederzukommen? Der Befragte scherzt, indem er kurz den Kopf schüttelt. Bis er im Handumdrehen strahlt. „Natürlich“, antwortet er. Einige Bücher verkauft er noch. Daniel Müksch hat sein Herz geöffnet. Sein Sportler-Herz. Sein Tennis-Herz. Sein Journalisten-Herz. +++ rl
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