Claus Kleber beklagt „Ideologie“ im Journalismus

Vielleicht sollten wir uns im ZDF wieder konfrontative Formate trauen

Vor seiner letzten Sendung als Moderator des ZDF-„Heute-Journals“ hat Claus Kleber Sorge über den Zustand von Teilen des deutschen Journalismus geäußert. „Was ich oft höre von Moderatoren, insbesondere im Hörfunk, lässt mir die Hutschnur hoch gehen“, sagte er der „Zeit“. Es würden mit „Selbstverständlichkeit“ Urteile abgegeben, „von Leuten, die sich erkennbar mit der Sache nie vertieft beschäftigt haben“. Ideologie sei für einen Journalisten immer der faulste Weg. „Ideologie vergiftet den Journalismus“, so Kleber. Der Moderator äußerte sich auch kritisch über die Programmgestaltung des ZDF und der Öffentlich-Rechtlichen: „Vielleicht sollten wir uns im ZDF wieder konfrontative Formate trauen.“ Die Absetzung des Formats „Frontal“, in dem ein linker und ein rechter Journalist sich stritten, sei zwar nachvollziehbar gewesen, aber damit sei auch etwas verloren gegangen. „Selbst die Kommentare im Öffentlich-Rechtlichen sind oft eher Besinnungsaufsätze“, so Kleber. Dort habe „der journalistische Konsens die Oberhand gewonnen“. +++

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5 Kommentare

  1. Klaus Kleber der Anchorman der Nation und die Abrechnung mit den Medien. Am letzten Tag wie mutig.
    Nachdem die Medien ihre Unschuld schon vor Jahren verloren haben und nur das schreiben und senden was gewünscht ist. Und sich schmollend in die Ecke verziehen. wenn Demonstranten skandieren “ LÜGENPRESSE“ Nein Lügen sind es oft nicht, worüber sich die Leute aufregen. Aber das Weglassen von Fakten und der Versuch die Menschen in eine bestimmte Richtung zu lenken, ist genauso schlimm. Das fiel schon bei der Finanzkrise auf und ist jetzt bei Corona angekommen. Ärgerlich ist aber,das das Volk sich solch eine einseitige Berichterstattung in Zeiten vom Internet sich nicht mehr gefallen lassen. Und viele sich ihre eigene Wahrheit zusammenschustern. Bezeichnend ist zudem wie man mit unliebsamen Kollegen umgeht , die nur ihren Job machen und unliebsame Fragen stellen. Gemeint ist ein Herr Reithschuster , einer, der die Arbeit macht, die die eigene Klientel nicht mehr machen will, aus Angst vor einem Karriereknick.
    Vieles was heute gesendet oder geschrieben wird ist so vorhersehbar und glattgezogen, man könnte meinen diese Journalisten hatten ein Wochenendseminar beim ehemaligen Zentralorgan der DDR Neues Deutschland belegt und gelernt wie man Jubelorgien schreibt.
    Leute, nein so wird das nichts .

  2. Schaut nach Osthessen, das sagt alles. Hier gibt es keinen Journalismus. Fast nur noch Medien, die eingesendete Pressemeldung nutzen, um Profit zu machen. Außer, es kommt aus dem Föllsche-Klüngel, dann geht es. Ein furchtbares System und die Firmen glauben da mitmachen zu müssen. Muss man aber nicht! Diesen Sumpf muss man nur austrocknen, das ist alles. In Osthessen gibt es nur ein Medium, das man ernst nehmen kann.

  3. Kleber beklagt praktisch das Versagen der „4. Gewalt“, arbeitete aber in den letzten Jahren kräftig daran mit. Vor allem vom Öffentlich-rechtlichen Rundfunk wäre mehr zu erwarten gewesen. Stattdessen schwimmen alle stromlinienförmig mit der Regierungspolitik mit. Ideologie vor Fakten! Das ist das Motto für viele „Journalisten“. Die meisten haben Angst, gefeuert zu werden, wenn sie von dieser Linie abweichen. Das beginnt bei der kleinen Tageszeitung vor Ort und endet (nicht) bei den großen Medien.

    Kritischer Journalismus? Fehlanzeige! Andere Meinungen als der Mainstream? Fehlanzeige! Alle Fakten auf den Tisch? Fehlanzeige! Es wird nur das berichtet, womit man nicht anecken kann. Zwar wäre jetzt der einzelne Bürger gefordert, sich Informationen aus frei zugänglichen Quellen selbst zu besorgen, aber in der Realität haben die Menschen meistens andere Probleme tagtäglich zu lösen.

    Für eine Demokratie ist dies alles sehr bedenklich.

    • Das alles dient vor allem dazu, die Stammwählerschaft der großen Parteien (Rentner) nicht zu sehr zu beunruhigen.

      Kritische Journalisten hingegen müssten eigentlich mal nachfragen, warum das Corona Virus unser Land lahm legt. Und warum es seit vielen Jahren immer weniger echte Pflege im Krankenhaus gibt. Und warum man sich als Kassenpatient auch bei Fachärzten UND im Krankenhaus wie der letzte Mensch auf Erden vorkommt.

      Die Politik (SPD und CDU) hat das Gesundheitswesen so umgebaut, dass heutzutage alles nur noch auf Gewinnstreben und Kostenreduzierung zu Gunsten von reichen Privat- und Beamtenpatienten reduziert wurde. Pflege wird daher nicht mehr bezahlt, muss extra zubezahlt werden und ist oft grottenschlecht. Und die wenigen Pflegekräfte, die noch da sind, sind völlig überlastet. Weil das eben so sein muss in einem kostenoptimierten System. Doch Corona hat jetzt die Schattenseiten dieses unmenschlichen Systems offen gelegt.

      Und genau darüber schreibt oder berichtet weder das ZDF noch die ARD. Niemand! Weil dort nämlich genau die Politiker in den Gremien sitzen, die die Krise, in der wir uns jetzt befinden, verursacht haben.

      Und genau DAS sollen die Wählerinnen und Wähler nicht mitbekommen.

      Doch ich denke, dass die Menschen nicht so blöd sind, wie sie die Politik gerne darstellt.

Demokratie braucht Teilhabe!