Buschkowsky gegen externen Wowereit-Nachfolger

Berlin. Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD), hat sich gegen die Suche nach einem externen Nachfolger für den scheidenden Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ausgesprochen. Der „Welt“ sagte Buschkowsky: „Ich glaube, dass jemand, der Berlin lenken will, die Stadt mit all ihren Spezialitäten und Untiefen kennen muss. Eine Millionenmetropole ist kein Flächenstaat. Das ist wie der Vergleich des Raubtierkäfigs mit dem Ponyhof.“

Er sehe weder eine politische Akzeptanz noch halte er die Einstellung eines Großstadt-Azubis für Erfolg versprechend. Er erinnerte auch daran, dass die bisherigen Erfahrungen mit Kandidaten von außen „niemanden vom Stuhl gehauen“ hätten. „Ich erinnere an Hans Apel, Jochen Vogel und mehrere Senatoren.“ Buschkowsky kritisierte SPD-Landeschef Jan Stöß, der für die Nachfolge Wowereits kandidiert. „Ich sehe nicht, woraus er seinen Anspruch ableitet.“ Politisch sei Stöß bisher „eher farblos“. Buschkowsky: „Ich hätte da schon die Sorge, dass seine Politik in linken Sprüchen stecken bleibt.“ Für die Nachfolge Wowereits hat die Berliner SPD offenbar auch Politiker der Bundesebene als Kandidaten in Betracht gezogen. Harald Christ, ehemaliger Schatzmeister der Berliner SPD und 2009 Mitglied im Schattenkabinett von Frank-Walter Steinmeier, erklärte auf Anfrage der „Welt“: „Diese Idee wurde bereits angedacht, aber anschließend wieder verworfen.“ Christ sagte weiter: „Die Berliner SPD hat zwei geeignete Kandidaten. Eine externe Bewerbung halte ich für aussichtslos.“

Fahimi: Berliner SPD soll über Wowereit-Nachfolge entscheiden

Die Berliner SPD soll nach dem Willen von SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi eigenständig über die Nachfolge des scheidenden Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit entscheiden. Die Bundes-SPD werde keinen Kandidaten von außen einbringen, sagte Fahimi am Mittwoch im rbb-Inforadio. „Das überlasse ich dem Berliner Landesverband. Die können das gut und selbstverantwortlich entscheiden. Es gibt jetzt zwei Namen, die vereinbart haben, dass sie in einen fairen Wettbewerb gehen.“ Fahimi begrüßte dabei den Entschluss des Landesverbandes, eine Urabstimmung vorzunehmen. Außerdem lobte sie Wowereit, der professionell gehandelt und einen guten Zeitpunkt für seinen Rücktritt gewählt habe. „Es ist jetzt mitten in der Legislaturperiode und das ist noch genug Vorlauf für seinen Nachfolger, sich einzuarbeiten und ein Profil zu finden.“ Wowereit hatte am Dienstag angekündigt, sein Bürgermeister-Amt im Dezember 2014 zur Verfügung stellen zu wollen. +++ fuldainfo