Sirenen werden heulen, Warn-Apps Meldungen versenden und auf vielen Mobiltelefonen werden Warnhinweise erscheinen: Am heutigen Donnerstag findet der bundesweite Warntag statt. Bund, Länder und Kommunen testen dabei gemeinsam ihre Warnsysteme für Krisen- und Katastrophenfälle. Auch in Hessen wird um 11 Uhr eine landesweite Probewarnung ausgelöst.
Über das Modulare Warnsystem des Bundes, kurz MoWaS, wird eine Testwarnung an verschiedene Warnmultiplikatoren weitergegeben. Dazu gehören unter anderem Radio- und Fernsehsender, digitale Anzeigetafeln, Warn-Apps und der Mobilfunkdienst Cell Broadcast. Viele Kommunen beteiligen sich darüber hinaus mit eigenen Warnmitteln wie Sirenen.
In Hessen sollen ab 11 Uhr ebenfalls die Sirenen ertönen. Das Signal „Warnung der Bevölkerung“ besteht aus einem einminütigen auf- und abschwellenden Heulton. Es soll die Menschen im Ernstfall darauf aufmerksam machen, dass eine Gefahr besteht und sie sich über die aktuelle Lage informieren sollen. Die Notrufnummern 112 und 110 sollen bei einer solchen Warnung nicht für Rückfragen genutzt werden.
Um 11.45 Uhr folgt die Entwarnung. Sie wird durch einen einminütigen durchgängigen Dauerton über die Sirenen signalisiert. Auch über Cell Broadcast soll es diesmal bundesweit eine Entwarnung geben. Nach Angaben des Hessischen Ministeriums des Innern wurde diese Funktion zuvor bereits bei landesweiten Probealarmen im Frühjahr 2026 getestet.
Bei der Entwarnung über Cell Broadcast kann es allerdings Unterschiede geben. Sie ist als Gefahreninformation der niedrigsten Warnstufe umgesetzt. Abhängig von den persönlichen Einstellungen des Smartphones kann deshalb lediglich ein Systemton zu hören sein oder die Entwarnung möglicherweise gar nicht akustisch ausgegeben werden. Das Hessische Innenministerium empfiehlt deshalb, Cell Broadcast auf dem Smartphone auch für Warnstufe 3 zuzulassen.
Nicht überall werden die Sirenen dabei zwangsläufig dasselbe Signal ausgeben können. In Kommunen, in denen zwar Sirenen vorhanden sind, die technische Umstellung auf das Signal „Warnung der Bevölkerung“ aber noch nicht abgeschlossen ist, soll ersatzweise das Signal „Feueralarm“ ausgelöst werden.
Ziel des Warntages ist es, die technische Warninfrastruktur unter realistischen Bedingungen zu testen und gleichzeitig die Bevölkerung mit den unterschiedlichen Warnmitteln vertraut zu machen. Gerade im Ernstfall reicht es nicht aus, eine Warnung möglichst schnell zu versenden. Die Menschen müssen sie auch erreichen, verstehen und wissen, wie sie darauf reagieren sollen.
Hessens Innenminister Roman Poseck verweist vor dem Warntag auf die Bedeutung funktionierender Warnsysteme angesichts der aktuellen Sicherheitslage. Warnungen könnten bei unterschiedlichsten Ereignissen erforderlich werden – von schweren Unwettern und Großschadenslagen über Feuerwehreinsätze bis hin zu anderen Gefahren- und Krisensituationen.
Der bundesweite Warntag findet jährlich am zweiten Donnerstag im September statt. Er soll zeigen, ob die verschiedenen Warnwege zuverlässig zusammenspielen und wo es möglicherweise noch technische oder organisatorische Schwachstellen gibt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe wertet dabei auch die Erfahrungen der Bevölkerung aus. Rückmeldungen zu den einzelnen Warnkanälen sollen dazu beitragen, das System für den Ernstfall weiter zu verbessern.
Für die Menschen in Hessen gilt am Donnerstagvormittag deshalb: Wenn um 11 Uhr die Sirenen heulen oder das Smartphone Alarm schlägt, besteht kein akuter Grund zur Sorge. Es handelt sich um einen bundesweiten Probealarm. Der Test soll vielmehr dazu beitragen, dass die Warnung dann funktioniert, wenn sie tatsächlich einmal gebraucht wird. +++
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