Bei der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda haben die katholischen Bischöfe ein dringendes Einfordern ethischer Maßstäbe beim Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) verlangt. Anlässlich eines Studientages zur ersten Enzyklika „Magnifica humanitas“ von Papst Leo XIV. betonten der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Heiner Wilmer, Kardinal Reinhard Marx und Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz übereinstimmend, dass technologischer Fortschritt stets der Menschlichkeit dienen müsse und Verantwortung nicht an Algorithmen abgegeben werden dürfe.
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischof Dr. Heiner Wilmer (Münster) bezeichnete das Papstschreiben als „Wegweiser in einer spaltenden Welt“. Die Würde des Menschen sei unantastbar und dürfe weder nach Effizienz bemessen noch an technische Systeme delegiert werden. Zwar biete KI Chancen – etwa in der Medizin oder der Bildung –, sie sei jedoch niemals neutral, sondern immer von Interessen und Machtverhältnissen geprägt. Wilmer warnte davor, dass KI die Kluft zwischen Arm und Reich sowie zwischen dem Globalen Norden und Süden noch weiter vergrößern könnte.
Kardinal Reinhard Marx (München und Freising) rückte die Folgen für Medien, Demokratie und Meinungsbildung in den Fokus. KI könne journalistische Recherchen erleichtern, aber ebenso als Verstärker von Desinformation und Fälschungen das gesellschaftliche Vertrauen zersetzen. Um dem entgegenzuwirken, forderte Marx ein „Bildungsbündnis für das digitale Zeitalter“, eine stärkere Haftung von Anbietern digitaler Inhalte sowie eine konsequente Medienbildung für alle Altersgruppen. Zudem mahnte er angesichts der Macht großer Technologiekonzerne die Gefahren für eine freie Demokratie an.
Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz (Paderborn), Vorsitzender der Kommission Justitia et Pax, hob die sozial- und friedensethischen Dimensionen hervor. KI wirke sich auf Arbeitsbedingungen, globale Lieferketten und den Ressourcenverbrauch aus. Besondere Gefahren sehe er in autonomen Waffensystemen und einer technologisch beschleunigten Kriegsführung, die Verantwortlichkeiten verschleiere. Bentz betonte, dass sich die kirchliche Soziallehre angesichts neuer Technologien weiterentwickeln müsse, um Menschenrechte und Gemeinwohl wirksam zu schützen. +++
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