Biontech zieht Lieferung von 50 Millionen Impfdosen an EU vor

Lauterbach fordert Notfallzulassung für Curevac

Biontech will im zweiten Quartal 50 Millionen mehr Impfdosen an die EU liefern als ursprünglich geplant. Das teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch mit. Es handele sich um Lieferungen, die ursprünglich für das vierte Quartal vorgesehen gewesen seien. Sie sollen nach dem üblichen Schlüssel auf die EU-Staaten aufgeteilt werden. Bisher war mit Biontech die Lieferung von 200 Millionen Dosen für die Monate April bis Juni vereinbart. Die zusätzliche Lieferung werde wesentlich dazu beitragen, die Impfkampagne zu festigen, so die EU-Kommissionschefin. Zugleich kündigte von der Leyen an, mit Biontech einen Anschlussvertrag über bis zu 1,8 Milliarden Dosen aushandeln zu wollen. Dieser soll die Jahre 2022 und 2023 abdecken.

Lauterbach fordert Notfallzulassung für Curevac

Nach dem Lieferstopp für den Impfstoff von Johnson & Johnson fordert der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach, dass Deutschland eine Notfallzulassung für Curevac vorbereitet. Wenn der Impfstoff ähnlich gut wirke wie Biontech oder Moderna, sollte er “schnellstmöglich zugelassen und verimpft werden”, sagte Lauterbach dem “Spiegel”. Auf das Plazet der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) solle Deutschland dann nicht warten: “Bei der EMA dauere es oft zu lange, haben wir schon bei Biontech gesehen.” Ebenso wie die Wirkstoffe von Biontech und Moderna ist auch die von Curevac ein mRNA-Impfstoff. In den kommenden Wochen sollen die Ergebnisse der Phase-Drei-Studie veröffentlicht werden. Bis zu einer offiziellen Zulassung durch die EMA könnten dann jedoch nochmals mehrere Wochen vergehen. Für Deutschland könnte das Paul-Ehrlich-Institut schon vorher eine Notfallzulassung beschließen. “Dies wäre richtig, sofern die Wirksamkeit des Curevac-Impfstoffs hoch ist. Wir sind in einer Notlage, und der Curevac-Impfstoff wäre eine massive Entlastung”, sagte Lauterbach. “Und wenn die EU-Zulassung dann später kommt, kann sie die deutsche Notfallzulassung ersetzen.” Lauterbach zufolge hat das Tübinger Unternehmen bereits mehrere Millionen Dosen vorproduziert. Zumindest ein Teil davon könnte dann umgehend den Menschen in Deutschland verabreicht werden. +++

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