Mit einem feierlichen Empfang im Hünfelder Rathaussaal ist der Stadtverordnetenvorsteher außer Dienst Berthold Quell verabschiedet worden. Für seine Verdienste in der Kommunalpolitik über mehr als fünf Jahrzehnte sowie sein breites ehrenamtliches Engagement erhielt der Mackenzeller die Ernennung zum Ehrenstadtverordnetenvorsteher der Stadt Hünfeld.
Bürgermeister Benjamin Tschesnok beschränkte seine Laudatio auf wenige herausragende Etappen von Quells Wirken, um den zeitlichen Rahmen des Abends einzuhalten. Tschesnok hob hervor, dass Quell ein Teamplayer sei und seine politische Leidenschaft stets in den Dienst der Stadt und das Wohlergehen ihrer Bürger gestellt habe. Quells politisches Engagement begann bereits 1966 als 16-Jähriger mit dem Eintritt in die Junge Union, deren Vorsitzender er später war. Ab 1972 gehörte er dem Ortsbeirat in Mackenzell an, bevor er 1977 erstmals in die Stadtverordnetenversammlung gewählt wurde. Dieser gehörte er fast 50 Jahre lang bis zum Frühjahr 2026 an. Im Laufe dieser Zeit bekleidete er von 1989 bis 2014 das Amt des stellvertretenden Stadtverordnetenvorstehers und führte das Gremium von 2014 bis 2026 als Vorsteher an. Zuvor hatte er von 1989 bis 2013 die CDU geführt.
In dieser langen Spanne wurde in Hünfeld Bedeutendes bewegt, wie Tschesnok betonte. Er nannte hierzu stellvertretend die Integration der zuvor selbstständigen Dörfer zur heutigen Stadt Hünfeld im Rahmen der kommunalen Gebietsreform, den Erhalt der heutigen Bundespolizei, den Hessentag im Jahr 2000 sowie den Einsatz für die Ansiedlung der Justizvollzugsanstalt. Zudem sei Quell stets ein Verfechter der interkommunalen Zusammenarbeit gewesen. Dass Berthold Quell an diesem Abend von seiner Frau und seinen vier Töchtern mit ihren Familien begleitet wurde, zeige laut Tschesnok, dass Quell trotz seiner vielen Ämter auch als Familienvater alles richtig gemacht habe.
Neben der Politik brachte sich der Mackenzeller im kulturellen und gesellschaftlichen Leben ein. Er engagierte sich als Sänger im Mackenzeller Gesangverein, als stellvertretender Vorsitzender des Vereins Hünfelder Krippenfreunde sowie im Hünfelder Partnerschaftsverein. Als überzeugter Christ übernahm er auch im kirchlichen Leben Verantwortung. Darüber hinaus erinnerte Tschesnok daran, wie Quell als Schulleiter die Jahnschule nach schwierigen Jahren wieder in ruhiges und erfolgreiches Fahrwasser geführt habe.
Bürgermeister Tschesnok fasste zusammen, dass Quell all dies nie als Belastung empfunden habe, sondern mit Empathie, Erfolg, Leidenschaft und Klugheit gewirkt habe. In den Stadtverordnetenversammlungen sei Quell besonders stolz gewesen, wenn auch kontroverse Beratungen am Ende eine große Einmütigkeit erzielten. Das gemeinsame Suchen nach den besten Lösungen habe Hünfeld über Jahrzehnte stark gemacht, woran Quell einen großen Anteil besitze.
Gemeinsam mit dem stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteher Steffen Diegmüller überreichte der Bürgermeister die Urkunde zum Ehrenstadtverordnetenvorsteher. Diegmüller betonte, dass ein solches ehrenamtliches Engagement nötig sei, um den Zusammenhalt der Gesellschaft zu fördern, weshalb es an der Zeit sei, Danke zu sagen und diese Ehrenbezeichnung zu verleihen. Zu den Gratulanten gehörten auch die Kreisbeigeordnete Andrea Abel sowie Andreas Gruner, Bürgermeister aus der Partnergemeinde Steinberg, der Quells Arbeit als Leiter der Arbeitsgemeinschaft Steinberg lobte.
Zum Abschluss dankte Quell für den Empfang sowie die Ernennung und richtete seinen Dank an seine Wegbegleiter für die gewachsenen Freundschaften der vergangenen Jahrzehnte. Es habe ihn stets mit Freude erfüllt, diese Ämter auszuüben. Ein besonderer Dank galt seiner Ehefrau Rosemarie und seinen Töchtern für ihre kontinuierliche Unterstützung. Für die musikalische Umrahmung der Feier sorgten der Chor Sing-a-Pur unter der Leitung von Lukas Kout und der Mackenzeller Gesangverein. Annette Trapp vom Gesangverein betonte, dass Quells Engagement im Verein auch nach der Ernennung weitergehe, da seine Stimme bei den Sängern ebenso Gewicht habe wie in der Politik. +++

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