Autozulieferer Bayrak meldet erneut Insolvenz an

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Der Autozulieferer Bayrak hat erneut Insolvenz angemeldet. Betroffen sind mehr als 400 Beschäftigte an mehreren Standorten, darunter 147 Mitarbeiter am hessischen Standort Gedern im Wetteraukreis.

Wie aus Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters hervorgeht, wurde beim Amtsgericht Syke ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über die Bayrak Technik GmbH gestellt. Neben dem Werk im niedersächsischen Rehburg-Loccum mit 277 Beschäftigten ist auch das Werk in Gedern betroffen.

Die Produktion an beiden Standorten läuft nach Angaben des Insolvenzverwalters zunächst weiter. Ermöglicht werde dies durch finanzielle Unterstützung von Kunden. Auch die Löhne der Beschäftigten seien dadurch zunächst gesichert. Parallel dazu werde nach Investoren gesucht. Mit ersten Interessenten habe es bereits Gespräche gegeben.

Als Gründe für die erneute wirtschaftliche Schieflage wurden hohe Restrukturierungskosten infolge von Standortverlagerungen und Werksschließungen sowie Umsatzrückgänge Ende 2025 und Anfang 2026 genannt. Die finanzielle Situation des Unternehmens habe sich dadurch weiter verschlechtert.

Erst im Oktober vergangenen Jahres hatte Bayrak ein bereits 2024 begonnenes Schutzschirmverfahren beendet. Das Verfahren sollte der Sanierung des Unternehmens dienen, konnte die wirtschaftlichen Probleme jedoch offenbar nicht dauerhaft lösen.

Der Standort Gedern gilt als wichtiger Arbeitgeber in der Region. Dort werden Kunststoff- und Elastomerbauteile für die Automobilindustrie gefertigt. Nach Unternehmensangaben arbeiten an dem Standort rund 160 Menschen.

Bayrak Technik war 2023 aus dem insolventen Zulieferer Rüster hervorgegangen. Die türkische Unternehmensgruppe Bayrak Lastik hatte den Betrieb damals mit mehreren Standorten und rund 600 Beschäftigten übernommen.

Nach Angaben der Gewerkschaft IGBCE handelt es sich inzwischen um die vierte Insolvenz des Unternehmens innerhalb von fünf Jahren. Der Betriebsrat hatte in der Vergangenheit mehrfach auf die schwierige wirtschaftliche Lage hingewiesen.

Die Krise bei Bayrak steht beispielhaft für die Probleme vieler Unternehmen der Automobilzulieferindustrie. Hohe Kosten, sinkende Aufträge und der Wandel der Branche setzen zahlreiche mittelständische Betriebe unter Druck. +++


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