Al-Wazir wirbt in Kassel für Netzausbau

Kassel. Hessens Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir hat für den Aus- und Umbau der Stromnetze geworben: „Wir brauchen den Netzausbau in Nord-Süd-Richtung, auch um die letzten Atomkraftwerke abschalten zu können, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die Energiewende zum Erfolg zu führen. Um sauberen Windstrom von der Küste zu den Verbrauchszentren im Süden zu transportieren, bedarf es neuer und leistungsstarker Übertragungsleitungen in Nord-Süd-Richtung“, sagte der Minister am Dienstag auf einer Informationsveranstaltung in Kassel.

„Natürlich muss für jede Einzelmaßnahme der Bedarf festgestellt werden. Aber es ist klar, dass in Zukunft mehr Vernetzung nötig ist und dass eine Leitung wie Sued.Link, die von Schleswig-Holstein unter anderem nach Grafenrheinfeld und damit an den Standort eines abzuschaltenden Atomkraftwerks führt, Teil der Energiewende ist“, sagte der Minister. Gerade das Projekt Sued.Link sei von großer Bedeutung für die Energiewende in Deutschland und für einen einheitlichen Strommarkt in Europa.

Wie der Minister erläuterte, ist Hessen bei Sued.Link zwar reines Transitland, hat davon aber dennoch Vorteile, da das Vorhaben das bestehende Drehstromnetz entlastet und damit Kapazitäten für neue dezentrale Erzeugungsanlagen freimacht. „Über diese Anlagen können die Regionen durch die lokale Wertschöpfung profitieren.“ Al-Wazir sicherte eine kritische Begleitung des Projekts durch das Wirtschaftsministerium und das Regierungspräsidium Kassel zu: „Überall, wo die Kriterien erfüllt sind, sollte auch die Möglichkeit der Erdverkabelung geprüft werden. Wo immer möglich werden wir uns dafür einsetzen, die Bündelung mit bestehenden Trassen zu prüfen und damit den Landschaftseingriff zu minimieren.”

Die rund 800 Kilometer lange Sued.Link-Leitung soll Windstrom von der Küste nach Süddeutschland übertragen. In Hessen führt die bisher vorgesehene Trasse durch die Landkreise Kassel, Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder, Hersfeld-Rotenburg, Vogelsberg, Fulda und Main-Kinzig. Betreiber sind die Unternehmen TenneT und TransnetBW. Der Antrag auf Feststellung des Trassenkorridors (Bundesfachplanung) wird voraussichtlich im Herbst gestellt; daran schließt sich das eigentliche Planfeststellungsverfahren an, das von der Bundesnetzagentur verantwortet wird.

Zu der von der Deutschen Umwelthilfe moderierten Veranstaltung im Kasseler Regierungspräsidium waren Landräte, Bürgermeister und Abgeordnete aus den von der Trasse betroffenen Kommunen geladen. Vertreter von Behörden und des Unternehmens TenneT stellten dort den Stand der Planungen vor. Al-Wazir bezeichnete das Treffen als Auftakt einer Reihe von Bürgerdialog-Veranstaltungen in allen von der Trasse betroffenen Kommunen: „Transparenz und Bürgerbeteiligung sind unerlässlich für das Gelingen der Energiewende.“ +++ fuldainfo

 
 
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