Bürgerliste Eichenzell weist NABU-Kritik zu Mähzyklen zurück und hinterfragt Grundstücksdebatte

Gruenflaeche1

Der NABU Eichenzell hat auf die Kritik der Bürgerliste und der FDP am Sparmodus der CDU reagiert und sich gegen eine Rücknahme der geänderten Mähzyklen auf Friedhöfen, Kinderspielplätzen, Sportflächen und öffentlichen Grünanlagen ausgesprochen. Die Bürgerliste Eichenzell weist diese Stellungnahme nun ihrerseits deutlich zurück und wirft dem Naturschutzverband vor, an der tatsächlichen Diskussion in den gemeindlichen Gremien vorbei zu argumentieren.

Nach Auffassung der Bürgerliste sollte, wer Beratungen der Gemeindevertretung oder ihrer Ausschüsse öffentlich bewerte, zunächst selbst an allen Sitzungen teilnehmen und sich ein vollständiges Bild von den Beratungen verschaffen. Die Fraktion betont, dass sie den Schutz der Artenvielfalt ausdrücklich unterstütze. Die heute in Eichenzell entstandenen Blühwiesen gingen maßgeblich auf Initiativen der Bürgerliste zurück. Eine extensive Pflege öffentlicher Flächen finde jedoch dort ihre Grenzen, wo Friedhöfe nach Auffassung der Fraktion ihre Würde verlören oder Spielplätze durch hohes Gras zu bevorzugten Aufenthaltsorten für Zecken würden. Kinder, Eltern und Friedhofsbesucher hätten berechtigte Ansprüche, die nicht mit einem pauschalen Hinweis auf den Naturschutz zurückgewiesen werden dürften.

Nach Ansicht der Bürgerliste erweise die Pressemitteilung des NABU dem Arten- und Naturschutz einen Bärendienst, weil sich viele Bürger mit ihren berechtigten Sorgen nicht mehr ernst genommen fühlten. Besonders scharf fällt die Kritik am Verweis des NABU auf den sogenannten Grün-Feucht-Kühl-Index des ECONICS Instituts aus. „Geradezu abenteuerlich ist der Verweis auf den sogenannten Grün-Feucht-Kühl-Index des ECONICS Instituts. Diese bundesweite Untersuchung beschäftigt sich mit Klima, Vegetation und Landschaftsräumen. Daraus eine konkrete Mähanweisung für Eichenzeller Spielplätze und Friedhöfe abzuleiten, ist ungefähr so seriös, wie anhand einer Satellitenaufnahme die Schnitthöhe eines Rasenmähers bestimmen zu wollen“, erklärt Joachim Weber, Fraktionsvorsitzender der Bürgerliste Eichenzell.

Kritisch bewertet die Bürgerliste außerdem, dass der NABU in seiner Stellungnahme auf ein nach eigenen Angaben kostenlos zur Pacht angebotenes Grundstück für einen Grünschnittplatz Bezug genommen habe. Ein solches Angebot sei weder Joachim Weber als Fraktionsvorsitzendem noch den von ihm befragten Mitgliedern des Gemeindevorstands bekannt. Weber erklärt dazu: „Der Gemeinde wurde bereits zuvor von einer Person, die mit der Vorsitzenden des NABU Eichenzell freundschaftlich verbunden ist, ein Grundstück für einen Grünschnittplatz zum Kauf angeboten. Kaufpreis und Herrichtungskosten würden sich nach unserer Einschätzung auf insgesamt etwa 1,0 bis 1,5 Millionen Euro belaufen.“ Nach Angaben der Bürgerliste habe dieses Angebot in den gemeindlichen Gremien zu erheblichen Diskussionen geführt. Aus Sicht der Fraktion fehlten bis heute transparente Informationen zu den Konditionen sowie zur geplanten Umsetzung.

„Dass das Thema Grünschnittplatz nun ausgerechnet in einer Pressemitteilung zu den Mähzyklen aufgegriffen wird, ist mehr als fragwürdig. Spätestens dadurch stellt sich die Frage, ob hier tatsächlich eine abgestimmte Position des NABU vertreten wird oder ob persönliche Kontakte und private Grundstücksinteressen unter dem Dach eines anerkannten Naturschutzverbandes in die Kommunalpolitik getragen werden“, so Weber. Die Bürgerliste betont, der NABU dürfe und solle sich selbstverständlich an öffentlichen Debatten beteiligen. Dabei müsse jedoch klar zwischen Naturschutz, persönlichen Kontakten und privaten Grundstücksinteressen unterschieden werden. Wer öffentlich Einfluss auf Entscheidungen der Gemeinde nehmen wolle, solle offenlegen, auf welcher Grundlage und in wessen Auftrag er handele.

Nach Auffassung der Bürgerliste verdient der Schutz der Artenvielfalt eine sachliche Debatte. Dazu gehörten aus ihrer Sicht weder fachfremd herangezogene Studien noch Bewertungen von Sitzungen, an denen man selbst nicht teilgenommen habe. Ebenso dürften private Grundstücksinteressen nach Ansicht der Fraktion keine Rolle im Zusammenhang mit einer Pressemitteilung eines anerkannten Naturschutzverbandes spielen. +++


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1 Kommentar

  1. Das sind wieder einmal markige Worte von Herrn Weber. Diesmal nicht gegen den Bürgermeister, die CDU oder den Gemeindevorstand sondern gegen den NABU.
    Herr Weber fährt wieder einmal starkes Geschütz auf, ohne es beweisen zu können. Ich gehe davon aus, dass der NABU wegen dieser verleumderischen Äußerungen gerichtlich gegen Herrn Weber vorgehen wird. Herr Weber teilt gerne heftig aus, kann aber Kritik nicht einstecken. Wie sagte unser Altbundeskanzler zu Recht: “ wer austeilt sollte kein Glaskinn haben“.
    Herr Weber sollte sich erinnern an die von ihm hauptsächlich initiierten Klagen – die Gemeindevertretung hatte mit Stimmen der Bürgerliste, SPD, FDP und CWE mehrheitlich beschlossen, gegen Entscheidungen des Gemeindevorstandes in Sachen „Schwarzbau“ zu klagen. Diese Verfahren hat die Mehrheit der Gemeindevertretung alle verloren; das hat den Steuerzahler unnötig viel Geld gekostet. Als Ergebnis ist auch festzuhalten, dass es nun leider dort keine Sozialwohnungen gibt, die der Bürgermeister noch mit dem Bauherrn verhandelt hatte.
    Fragwürdig ist für mich auch, warum Herr Weber und die Bürgerliste Eichenzell mit gerade einmal 25,9 % bei der letzten Gemeindevertreterwahl in Eichenzell so viel Raum bei Fuldainfo bekommen. Ich gehe doch davon aus, dass das nichts mit Anzeigenschaltungen einer besonderen Firma zu tun hat.

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