ADAC-Test: Hessens Rastplätze gehören erneut zu den schlechtesten in Deutschland

Rastplatz1

Wer in den Sommerferien auf Hessens Autobahnen unterwegs ist und eine Pause auf einem unbewirtschafteten Rastplatz einlegen möchte, muss sich laut ADAC erneut auf erhebliche Mängel einstellen. Wie bereits im Jahr 2022 schneiden die hessischen Anlagen im bundesweiten Vergleich besonders schlecht ab. Teilweise fielen die Bewertungen sogar noch schlechter aus als vor vier Jahren.

Für den aktuellen Test untersuchte der ADAC bundesweit 50 unbewirtschaftete Rastplätze mit Sanitäranlagen. Das Ergebnis zeigt einen negativen Trend: Knapp zwei Drittel der Anlagen verschlechterten sich im Vergleich zum letzten Test, lediglich acht Prozent konnten ihre Bewertung verbessern. In Hessen bemängelten die Tester vor allem mangelnde Sauberkeit, geschlossene oder stark verschmutzte Toiletten, fehlenden Lärmschutz, unzureichende Barrierefreiheit sowie fehlende Stellplätze für Gespanne.

Das bundesweite Schlusslicht ist die Rastanlage „Am Stadtwald“ an der A3 zwischen Frankfurt und Würzburg. Das WC-Häuschen ist trotz entsprechender Ankündigung an der Autobahn weiterhin geschlossen. Mobile Toiletten, die beim letzten Test noch vorhanden waren, gibt es inzwischen ebenfalls nicht mehr. Bei einer Nachkontrolle stellte der ADAC fest, dass die Mülltonnen je nach Wochentag entweder geleert oder bereits überfüllt waren. Zudem wurde Ende Juni auf dem Gehweg benutztes Spritzbesteck gefunden. Nach Einschätzung des Automobilclubs befindet sich die gesamte Anlage in einem stark verschmutzten Zustand.

Auch die übrigen getesteten Rastplätze in Hessen schnitten schlecht ab. Der Rastplatz „Nadelöhr“ an der A4 zwischen Bad Hersfeld und Eisenach belegte Rang 48 von 50. Ausschlaggebend für die K.-o.-Wertung war eine gesperrte Behindertentoilette ohne entsprechenden Hinweis auf der Autobahn. Hinzu kamen verschmutzte Grünflächen, fehlende Parkmöglichkeiten für Gespanne und ein abgestelltes Schrottfahrzeug. Positiv bewertet wurden lediglich die vorhandenen Superschnellladesäulen.

Der Rastplatz „Brühlgraben“ an der A5 zwischen Frankfurt und Darmstadt landete auf Platz 46. Dort kritisierte der ADAC unter anderem Sauberkeitsmängel in der Herrentoilette, fehlende Behindertenparkplätze, verschmutzte Grünflächen, mangelnden Lärmschutz und eine unzureichende Beleuchtung der Sanitäranlagen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war der Rastplatz gesperrt.

Auf Platz 44 folgt der Rastplatz „Am Pommer“ an der A7 zwischen Kassel und Fulda. Dort bemängelten die Tester erkennbare Sauberkeitsmängel in den Unisex-Toiletten, eine schlechte Beleuchtung, einen insgesamt schlechten Zustand des Toiletteninnenbereichs sowie einen ungünstig platzierten Notruf.

„Das Grundbedürfnis nach sauberen und funktionierenden Rastplätzen mit WC wird an den getesteten Anlagen kaum erfüllt“, sagt Wolfgang Herda, Verkehrsexperte des ADAC Hessen-Thüringen. Es könne nicht sein, dass diese wichtige Infrastruktur insbesondere im stark belasteten Rhein-Main-Gebiet zunehmend verfalle und es gleichzeitig kaum Alternativen gebe.

Der ADAC fordert die Autobahn GmbH als Betreiber auf, die unbewirtschafteten Rastplätze stärker in den Fokus zu nehmen. Neben einer Modernisierung seien vor allem häufigere und gründlichere Reinigungen notwendig. Nach Ansicht des Automobilclubs dürfe sich die Pflege nicht allein auf das Leeren der Mülleimer und eine oberflächliche Reinigung der Toiletten beschränken. Gleichzeitig appelliert der ADAC auch an die Verkehrsteilnehmer, Rastplätze sauber zu hinterlassen. Dass dies möglich ist, zeigten die bestbewerteten Anlagen in anderen Bundesländern. +++


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