A66 von Frankfurt bis Fulda vollständig befahrbar

A66 fg2

Neuhof. Die Autobahn 66 ist nun vom Frankfurter Osten bis Fulda vollständig befahrbar: Staatssekretär Rainer Bomba vom Bundesverkehrsministerium, Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir, der Fuldaer Landrat Bernd Woide und die Bürgermeisterin von Neuhof, Maria Schultheis, gaben am Samstag den Abschnitt zwischen den Auffahrten Neuhof-Nord und Neuhof-Süd für den Verkehr frei. Damit ist die letzte Lücke im Raum Osthessen geschlossen. „Die Fertigstellung verbessert die Anbindung der gesamten Region an das Rhein-Main-Gebiet und die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger von Neuhof, da der Verkehr auf 1,6 Kilometern jetzt im Tunnel verläuft“, sagte Minister Al-Wazir.

Die A 66 ist eine Ost-West-Verbindung, war aber bislang im Raum Fulda unterbrochen, sodass der Verkehr auf diesem Abschnitt über die Bundesstraße 40 floss, die mehrere Orte durchquert. Deren Leistungsfähigkeit kam allerdings bei bis zu 30.000 Fahrzeugen pro Tag an ihre Grenzen. Der Bau des insgesamt 20,9 Kilometer langen Lückenschlusses begann 1998, vier Jahre später wurde der erste Abschnitt fertiggestellt. 2005 starteten die Arbeiten an dem am Samstag dem Verkehr übergebenen Abschnitt, der 3,5 Kilometer misst, rund 117,6 Mio. Euro kostete und der technisch anspruchsvollste des gesamten Vorhabens war. Zu ihm gehört der 1,6 Kilometer lange Tunnel Neuhof, der den angrenzenden Ort vor Lärm schützt. Die Feinjustierung seiner komplexen Technik wird in den kommenden Wochen kurzzeitige Sperrungen erfordern.

Da die A66 bei Neuhof eng neben der Bahnlinie Fulda-Frankfurt verläuft, mussten die Baumaßnahmen größtenteils gemeinsam mit der Deutschen Bahn AG sowie der Gemeinde Neuhof geplant und realisiert werden. „Die Abstimmung der unterschiedlichen technischen Anforderungen, die Bauarbeiten bei laufendem Verkehr und Bahnbetrieb in unmittelbarer Nähe der Wohnbebauung – all das war für alle Beteiligten eine Herausforderung. Ich danke allen für ihre Mühe und ihr Engagement“, sagte Al-Wazir. Ebenso dankte der Minister den Anwohnern und Verkehrsteilnehmern für ihr Verständnis und ihre Geduld. Parallel zum Bau der Straße und des Tunnels wurde der Bahnhof Neuhof aufwendig umgebaut. Er erhielt eine Fußgängerunterführung sowie eine P+R-Anlage für die zahlreichen Berufspendler; sie macht den Bahnhof deutlich attraktiver. Auch die Schienenführung musste teilweise geändert werden.

Der Bund hat rund 310 Millionen Euro in den 22 Kilometer langen östlichen Lückenschluss der A 66 zwischen Schlüchtern/Nord und dem Autobahndreieck Fulda investiert. Rund 118 Millionen Euro davon entfallen auf den letzten Abschnitt zwischen Neuhof/Süd und Neuhof/Nord mit dem 1,6 km langen Tunnel Neuhof. Bahn und Gemeinde Neuhof haben sich mit rund 25 Millionen Euro an den Kosten beteiligt. Rainer Bomba sagte: „Diese wichtige Autobahn wird durch den Lückenschluss sicherer und leistungsfähiger. Die Fahrzeiten verkürzen sich erheblich. Mit dem Tunnel entlasten wir die Bürger in Neuhof von Lärm und Abgasen. Die 310 Millionen Euro des Bundes sind gut angelegtes Geld. Das gut ausgebaute Straßennetz stärkt die Region Fulda zusätzlich. Die komplexen Bauabläufe unter beengten Platzverhältnissen entlang der hochbelasteten Bahn- und Straßenabschnitte waren nur durch ein gutes Zusammenspiel aller Beteiligten möglich“, bedankte sich Bomba für die breite Unterstützung des Projekts.

Neuhofs Bürgermeisterin Maria Schultheis sagte, die A 66 sei ein Jahrhundert-Bauwerk mitten durch die Gemeinde. Bis zum heutigen Tag sei es ein steiniger und harter Weg gewesen, den man gemeinsam geebnet habe. „Die Phasen der Entstehung waren harte Arbeit“, so Schultheis, „mitunter vielfältig wie ein Drama, spannend wie ein Krimi und sie endet heute in einem Happy End wie in einem Liebesroman.“ Weiterhin erinnerte sie an die Debatten, die im Ort stattfanden. Landrat Woide sagte, er habe gestern mit einem Unternehmer gesprochen, der ganz bewusst die Heimfahrt von einem Termin so geplant habe, um noch einmal den Freitagsstau an der B 40 zu erleben. Die Staus hätten nun ein Ende, und dies sei ebenfalls ein Grund zum Feiern. Den Neuhofern dankte Woide, dass sie Lärm und Schmutz ertragen haben, damit es der Region besser gehe. Die A 66 sei eine wirtschaftliche Triebfeder für die Region Osthessen, betonte Woide.

Die Anwohner hoffen, dass es mit der Autobahn erheblich ruhiger wird. Für viele Pendler ist es auch eine erhebliche Zeitersparnis. Die Geschichte der Verbindung von Osthessen ins Rhein-Main-Gebiet reicht bis in die 1970er zurück. 1978 war das Dreieck Langenselbold als erstes Teilstück mit dem Anschluss an die Sauerlandlinie A45 fertiggestellt worden. Danach ging es schrittweise mit neuen Teilstücken weiter. Nach der Wiedervereinigung erlangte die Verbindung neue Bedeutung. Bis 1994 reichte die A 66 bis zum Distelrasen bei Schlüchtern Nord. Neben den zahlreichen Gästen aus Politik und Wirtschaft waren auch viele Bürger zur feierlichen Einweihung gekommen. Begrüßt wurden sie von Burkhard Vieth, Präsident von Hessen Mobil Straßen- und Verkehrsmanagement. Der Lückenschluss solle den osthessischen und thüringischen Raum mit dem Ballungsgebiet Rhein-Main verbinden, erklärte Vieth, um insbesondere Wirtschafts-, Berufs- und Fremdenverkehr zu begünstigen. Zudem bewirke der Lückenschluss eine deutliche Verkehrsentlastung und damit eine Verminderung der Immissionsbelastung in den anliegenden Gemeinden. Im Anschluss an die Verkehrsfreigabe fand ein buntes Rahmenprogramm am Gemeindezentrum Neuhof statt. Der Tunnel war zwischen 9:30 Uhr und 13:30 Uhr zur Besichtigung geöffnet. Die musikalische Umrahmung während der offiziellen Verkehrsfreigabe erfolgte durch die Amtskapelle von Hessen Mobil-Fulda. +++ fuldainfo

Video


Popup-Fenster

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*