Die Luft ist raus aus der Entlastung, bevor sie überhaupt richtig ankommen konnte. Während Pendler und Familien an der Zapfsäule auf jede Preissenkung hoffen, wächst der Unmut in der Politik. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) macht in der aktuellen Debatte um den Tankrabatt keinen Hehl aus seiner Wut. Sein Ziel: die Mineralölkonzerne. Der Vorwurf wiegt schwer. Es gehe nicht nur um Cent-Beträge, sondern um das Fundament des wirtschaftlichen Vertrauens in Deutschland.
„Wenn sich die Mineralölkonzerne an den Entlastungsmaßnahmen für Pendler und Unternehmen bereichern, ist das ein Skandal“, poltert Wüst im Interview mit der „Bild am Sonntag“. Für ihn ist das keine Kavaliersdelikt, sondern ein Angriff auf die soziale Marktwirtschaft selbst. Sein Argument ist dabei so einfach wie bestechend: Staatliche Steuererleichterungen sind als Geschenk an den Geldbeutel der Bürger gedacht, nicht als Bonus für die Margen der Ölriesen. Wenn dieser Transfer nicht eins zu eins bei den Menschen ankommt, reiße das nicht nur Löcher in die Familienkasse. Es untergrabe das Vertrauen der Bevölkerung in die Funktionsfähigkeit des gesamten Systems. Die Forderung des Düsseldorfer Regierungschefs ist daher unmissverständlich: Die Entlastung muss von den Konzernen und den Tankstellen vollständig und ohne Abstriche an die Verbraucher weitergegeben werden.
Doch warum überhaupt dieser erneute Vorstoß? Wüst verteidigt die Entscheidung, den Tankrabatt wieder zu aktivieren, mit Blick auf die globale Lage. Die Konflikte im Nahen Osten halten die Ohrenpreise auf einem Niveau, das für viele in Deutschland kaum noch tragbar ist. Für Pendler, die täglich zur Arbeit fahren müssen, für Familien, die das Budget für den Wocheneinkauf planen, und für mittelständische Unternehmen, deren Logistik kostenintensiver wird, sind die hohen Kraftstoffpreise eine enorme Belastung. Aus Wüsts Sicht war es daher alternativlos, dass Bundesregierung und Länder gemeinsam reagieren. Die deutliche Steuerentlastung sei ein wichtiges und richtiges Signal in unsicheren Zeiten gewesen.
Der Perspektivenwechsel in dieser Debatte ist entscheidend. Es geht nicht mehr nur um die Frage, ob der Staat helfen kann, sondern darum, ob die Hilfe auch dort ankommt, wo sie gedacht ist. Die technische Umsetzung der Steuersenkung ist das eine, die moralische Verpflichtung der Konzerne zur Weitergabe das andere. Wüst positioniert sich hier klar als Anwalt der Verbraucher gegen die Marktmacht der Ölindustrie. Er ordnet das Thema nicht als reine Wirtschaftsfrage ein, sondern als eine Frage der Fairness und des sozialen Friedens.
Ein konstruktiver Ausblick aus dieser Konfrontation heraus erfordert mehr als nur laute Worte. Es braucht Transparenz an der Zapfsäule und möglicherweise schärfere Kontrollmechanismen, die sicherstellen, dass Steuergeschenke nicht in Konzernbilanzen versickern. Der Ball liegt nun bei den Mineralölunternehmen. Sie müssen beweisen, dass sie ihre Rolle als Versorger ernst nehmen und nicht als Profiteure der Krise agieren. Denn wenn das Vertrauen in die soziale Marktwirtschaft erst einmal beschädigt ist, lässt es sich schwerer reparieren als ein Loch im Familienbudget. +++





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Die Preise für Benzin und Diesel werden nicht in Berlin gemacht sondern folgen den normalen Marktgesetzen von Angebot und Nachfrage.
Durch den Krieg der USA mit dem Iran und als Folge die Sperrung der Meerenge von Hormuz hat dazu geführt, dass u.a. Saudi Aramco als einer der weltweit größten Anbieter von Rohöl ausfiel.
Die Alternativroute, die Rohöl über die sog. Ost-West Route ins Rote Meer transportierte, wurde dann von den Huthi Milizen beschädigt, sodass auch dieser Weg, für Saudi Aramco Rohöl auf dem Weltmarkt anzubieten, ausfiel.
Nun ist diese Leitung aber wieder repariert worden und nun können Tankschiffe über das Rote Meer und den Suez Kanal wieder Rohöl nach Europa liefern.
Es gibt allerdings noch eine weitere alte Pipeline, die sog. Transarabische Pipeline, auch Tapline genannt. Diese ist aber bedingt durch Kriege seit 1990 inaktiv. Diese Pipeline führte quer durch Saudi Arabien, Jordanien und den Libanon bis ans Mittelmeer. Die Reaktivierung dieser Leitung, über die ebenfalls nachgedacht wird, könnte die Transportkosten verringern und den sicheren Transport von Rohöl bis nach Europa ebenfalls erheblich erleichtern.
Erst wenn es Saudi Arabien und damit Saudi Aramco gelingt, nachhaltig und sicher wieder Rohöl auf dem Weltmarkt anzubieten werden auch bei uns die Preise für Benzin und Diesel nach unten gehen.
Eben einfache Gesetze von Angebot und Nachfrage. Und genau das sollte auch Herrn Wüst bekannt sein.
Ganz klare Sache: Die Konzerne führen den Staat vor. Die stecken sich den Tankrabatt in die eigene Tasche. Wenn sich das die Bundesregierung gefallen lässt kann ich nur sagen: Ihr habt die Mittel. Für was gibt es ein Kartellamt und dann müssen die Ölmultis mal bluten mit Übergewinnsteuer, Spritpreisdeckel etc. In anderen Ländern geht es ja auch. So skrupellos wie Ölmultis sind, so knallhart muss man mit denen auch umgehen, damit die mal checken, das es so nicht weiter geht. Es muss was passieren sonst kostet der Sprit 2027 definitiv 3 Euro und dann muss Deutschland auf die Straße, so wie es die Franzosen machen würden. Nur zuschauen und Hände in Schoss legen geht nicht mehr….auf zur Revolte!
Gut so, Herr Wüst. Ich gehe noch weiter: Übergewinnsteuer für Abzocker jetzt. Wer nicht hören will, muss fühlen!