Edeka-Chef Markus Mosa hat den Beschäftigten der Supermarktkette Tegut im Falle einer Übernahme weitreichende Zusagen gemacht. Ziel sei es, sämtliche Märkte weiterzuführen und alle Mitarbeiter zu übernehmen, sagte Mosa dem Magazin „Focus“. Dies gelte auch für wirtschaftlich schwierige Standorte.
Der Erhalt der Arbeitsplätze sei ihm persönlich und Edeka angesichts des geplanten vollständigen Rückzugs der Schweizer Migros aus Deutschland sowie der allgemeinen wirtschaftlichen Lage besonders wichtig, erklärte Mosa. Jeder Arbeitsplatz, der erhalten werden könne, sei ein Gewinn.
Edeka plant nach dem Rückzug von Migros die Übernahme von rund 200 Filialen der Supermarktkette Tegut. Die Transaktion steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch das Bundeskartellamt.
Mosa sagte, Edeka schaffe eine „klare Zukunftsperspektive“ für die Tegut-Märkte und deren Beschäftigte in den betroffenen Regionen. Das Unternehmen wolle die Standorte wirtschaftlich stabilisieren, rund 4.500 Arbeitsplätze sichern und die Nahversorgung vor Ort gewährleisten.
Kritik an einer zunehmenden Marktkonzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel wies der Edeka-Chef zurück. Die Lebensmittelpreise in Deutschland lägen im europäischen Vergleich auf niedrigem Niveau, zugleich sei die Produktqualität und -vielfalt hoch. Dies werde nicht nur von Kunden wahrgenommen, die im Ausland einkauften, sondern sei auch objektiv belegt und vom Bundeskartellamt anerkannt, sagte Mosa. Edeka habe dem Kartellamt anhand von Echtdaten nachgewiesen, dass das Unternehmen nicht von der Inflation im Lebensmittelbereich profitiert habe.
Zugleich machte Mosa internationale Markenhersteller für steigende Verbraucherpreise verantwortlich. Als Beispiel nannte er die Preisentwicklung bei Schokoladenprodukten des Konzerns Nestlé. Deren Preise seien seit 2023 im Durchschnitt rund 40 Prozent stärker gestiegen als die von Edeka-Eigenmarken. „Man muss sich also die Frage stellen, wer die Marktmacht wirklich hat“, sagte Mosa.
Der Edeka-Chef appellierte zugleich an das Bundeskartellamt, rasch über die geplante Übernahme zu entscheiden. Er sei sicher, dass die Behörde die Bedeutung des Verfahrens für Beschäftigte, Lieferanten und Verbraucher kenne und schnellstmöglich entscheiden werde. Natürlich müsse das Kartellamt den Vorgang sorgfältig prüfen. Die Alternative zu einer Übernahme durch Edeka sei jedoch die Schließung von Märkten und der Verlust tausender Arbeitsplätze, sagte Mosa. Sein Wunsch sei eine schnelle Klarheit für die Beschäftigten von Tegut und die Kunden vor Ort. +++

and then
Hinterlasse jetzt einen Kommentar