
Berlin. Der neue Bundesinnenminister Horst Seehofer hat mit seiner Äußerung über den Islam am Freitag einen Sturm der Kritik ausgelöst. Seehofer hatte der „Bild“ gesagt: „Nein. Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Deutschland ist durch das Christentum geprägt.“ SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil zeigte sich besorgt: „Es stimmt schon nachdenklich, wenn der Heimatminister als erste Amtshandlung erst mal definiert, für wen Deutschland keine Heimat sein darf. Ich habe eine ganz andere Vorstellung von Heimat“, sagte Klingbeil dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.
„Deutschland muss Heimat sein für alle, die hier leben – eine Heimat, die niemanden wegen seiner Religion oder Herkunft ausgrenzt.“ Klingbeil sagte, er hoffe sehr, dass Seehofer als Minister mehr schaffe, als nur Überschriften zu produzieren. Der Vizechef der Grünen-Bundestagsfraktion, Konstantin von Notz, warnte vor den Folgen der Seehofer-Äußerungen. „Parolen und Spaltpilze schaden Deutschland“, sagte von Notz dem „Handelsblatt“. „Es mag ja sein, dass in diesem Jahr bayerische Landtagswahlen sind, aber als Innenminister trägt Seehofer nun Verantwortung für das ganze Land.“ Von Notz mahnte den CSU-Chef zur Sachlichkeit. „Seehofer muss die Lederhose ausziehen und für Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland, für Säkulare, Christen und Moslems sagen, was uns verbindet, wie wir Integration gestalten, und wie man mit den Problemen und Chancen von Zuwanderung konkret umgeht.“
Aus der Union kam dagegen Lob. „Es ist gut, dass ein wichtiges Regierungsmitglied Dinge ausspricht, die von der großen Mehrheit des Volkes als selbstverständlich angesehen werden“, sagte Ex-Innenminister Hans-Peter Friedrich der „Bild“. „Das schafft das Vertrauen, das in den letzten Jahren verloren gegangen ist.“ Friedrich hatte bei Amtsantritt vor sieben Jahren in der Bundespressekonferenz gesagt: „Dass der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache, die sich auch aus der Historie nirgends belegen lässt.“ Auch Innenexperte Patrick Sensburg (CDU) gibt Seehofer Recht. „Der Islam hat keine Wurzeln in Deutschland und daher sollte die Diskussion um offizielle muslimische Feiertage auch beendet sein. Gerade die Islamverbände sollten in nächster Zeit zeigen, dass die hier lebenden Muslime eine friedliche Bereicherung sind. Integration muss maßgeblich von ihnen ausgehen und ist eine Bringschuld“, sagte Sensburg der Zeitung. +++
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Wir erinnern uns: Seehofer und seine „C“SU tun sich nicht das erste Mal als Spalter der Gesellschaft hervor!
Selbst die Kanzlerin hatte die „C“SU-Rhetorik als „Überbietungswettbewerb sprachlicher Enthemmung“ („Jahrhundertfehler“, „Herrschaft des Unrechts“ waren noch „harmlose“ Auswürfe) kritisiert, aber nie innerhalb der Union diese unsägliche Rhetorik nach der Strategie „was heute noch Skandal, ist morgen normal“ insbesondere der „C“SU mit Seehofer und seiner Camarilla an vorderster Front („Herr Seehofer spielt mit seinen Äußerungen den Gegnern von Demokratie und Rechtsstaat in die Hände“, Zitat von Lorenz Caffier, CDU-Vorsitzender Meck-Pom) unterbunden. Aber auch zu viele CDU-Granden haben sich hier hervorgespielt (darunter auch die gescheiterten Möchtegern-Kanzlerinnen-Putschisten De Maizière, Schäuble, Klöckner und Spahn). Es muss die Frage erlaubt sein, ob diese Rhetorik nicht im Einzelfall bis zur geistigen Brandstiftung reicht, wenn doch im Gleichschritt ausländerfeindliche Straftaten exorbitant zunehmen – während deren Verfolgung, auch in Anbetracht des von der Union und ihrer Innenminister viele Jahre betriebenen Abbaus von Polizei-und Justizbehörden eher lax erschien.
Wenn Seehofer aber jetzt als Innenminister so weiter macht, wie er begonnen hat, wird er sich zu Recht bald auf seinem Bettvorleger in Ingolstadt wiederfinden, denn ein solcher Innenminister gehört nicht zu Deutschland!
Ach, die Alten:
https://youtu.be/KYm5ZKtjX9A