40 Jahre Wehner Groma Pokal: Mit Visionen und Weitblick gegen den Fachkräftemangel

OB Wingenfeld: „Danke - für Ihre Visionskraft und Ihre beispielhafte Art uns vorzuleben.“

Fulda. Gestern Abend ist in der Eduard-Stieler-Schule in Fulda zum 40. Mal der „Wehner-Groma-Pokal“ an Köche, Hotel- und Restaurantfachleute, verliehen worden. Teilnahmeberechtigt waren auszubildende Köche des 2. und 3. Lehrjahres aus dem osthessischen, südthüringischen und nordfränkischen Raum. Die wettbewerblichen Bedingungen des sogenannten „Groma-Pokal-Menüs“ in diesem Jahr waren mit dem passenden Titel „Eine Zeitreise durch 40 Jahre Wehner Groma Pokal“ überschrieben und beinhalteten einen „Gruß aus der Küche“ (Amuse Bouché), eine „Kalte Vorspeise“, bei der in diesem Jahr das Thema „Gebeizte Lachsforelle nach Art der Teilnehmerin/des Teilnehmers dazu passende Soßen und Brot“ vorgegeben worden war, eine „Warme Vorspeise“, bei dieser mit einem „Blätterteigpastetchen gefüllt mit Ragout fin aus einem Suppenhuhn und passenden Beilagen“ gearbeitet wurde. Beim Hauptgang mussten die Teilnehmenden eine „Geschmorte, gefüllte Rinderroulade mit zweierlei Gemüse“ zubereiten. Bei der dazugehörenden Sättigungsbeilage ließ man den jungen Köchinnen und Köchen entgegen freie Wahl. Das Dessert war mit den Themenkomponenten „Pfannkuchen, Parfait und Obstgarnitur“ überschrieben. Korrespondierende Weine zum Menü waren einmal, ein „vollmundiger Grauburgunder mit einer eleganten Säure“ aus dem Jahr 2016 (Weingut Georg Naegele, Neustadt an der Weinstraße) und zum zweiten, ein „ausgewogener, feiner Bordeaux mit Aromen von roten Früchten“ aus dem Jahr 2015 (Château de Marsan, Lestiac-sur-Garonne).

Neben den Juroren – für die „weiße Zunft“ – Stefan Kessler (Eduard-Stieler-Schule), Matthias Höhl (Klinikum Fulda), Florian Gärtner (Altengronau), Wolfgang Keller (Gasthof u. Pension „Zum Lüdertal“, Großenlüder-Bimbach), Sarah Braun (Eduard-Stieler-Schule), Andreas Rau (Fuldaer Haus, Poppenhausen (Wasserkuppe), Claudia Ludwig-Schulte (Eduard-Stieler-Schule) sowie Sebastian Winkler (Eduard-Stieler-Schule) sowie für die „schwarze Zunft“ – Sabine Heil (Eduard-Stieler-Schule), Katharina Burgard-Jung (Eduard-Stieler-Schule), Christoph Heil (Eduard-Stieler-Schule), Sandra Leister (Eduard-Stieler-Schule), Barbara Schmeer (Bäder Park Hotel, Künzell), Dieter Hörtdörfer (Hotel Esperanto) sowie Maximilian von Bredow (Hotel Esperanto), flossen auch die Beurteilungen der Gäste für die jeweiligen einzelnen Gänge mit in die Bewertung mit ein.

Von den Köchen siegte Anna Maria Blum (Romantikhotel „Zum Goldenen Karpfen“, Fulda), während Dominik Schmitt (Romantikhotel „Zum Goldenen Karpfen“, Fulda) und Eduard Pfeifle („Fuldaer Haus“, Poppenhausen (Wasserkuppe)) den 2. und 3. Platz belegten. Jeremy-Jeffrey Vollmer (Hotel am Kurpark, Bad Hersfeld), Leona Farnung (Grillrestaurant „Kneshecke“, Dipperz-Friesenhausen), Sathya Stehl (Gasthof „Drei Linden“, Fulda), Lukas Mamay (Berufsförderungs- und Technologieberatungs GmbH, Lauterbach), Konstantin Will (Romantikhotel „Zum Goldenen Karpfen“, Fulda), Daniel Schmutzler (Maritim Hotel am Schlossgarten, Fulda) sowie Steffen Franke (Restaurant Ritter, Fulda), belegten jeweils den 4. Platz. Der Publikumspreis bei den Köchen ging in diesem Jahr an Steffen Franke.

Von den Hotel- und Restaurantfachleuten siegte Tayla Dane Meyer (Maritim Hotel am Schlossgarten, Fulda), während Niklas Vey (Maritim Hotel am Schlossgarten, Fulda) und Sebastian Horst (Bäder Park Hotel, Künzell) den 2. und 3. Platz belegten. Luisa Seegert (Hotel Fulda Mitte, Fulda), Sabrina Reith (Bäder Park Hotel, Künzell), Lukas Benjamin Kuckert (Romantikhotel „Zum Goldenen Karpfen“, Fulda), Alena Orlova (Hotel „Zum Ritter“, Fulda), Ina-Clarissa Leutbecher (Hotel Sonnentau, Fladungen) sowie Scarlett Gelhard (Hotel Gersfelder Hof, Gersfeld (Rhön)), belegten jeweils den 4. Platz. Für den schönsten Tisch wurde in diesem Jahr bei der Wehner-Groma-Pokal-Preisverleihung, Scarlett Gelhard besonders ausgezeichnet.

Zur 40. Preisverleihung des Wehner-Groma-Pokales konnte Oliver Wehner am gestrigen Freitagabend im Restaurant der Eduard-Stieler-Schule Fulda zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft – darunter auch einige Mitglieder des Magistrates der Stadt Fulda -, dem Hotel- und Gastgewerbe, dem Verein der Köche Fulda, Lehrende an der Eduard-Stieler-Schule sowie Freunde und Weggefährten der Familie Wehner, begrüßen und aufs herzlichste willkommen heißen. Besondere Grußworte galten u. a. Fritz Kramer, Landrat des Landkreises Fulda a. D., Bernd Woide, amtierender Landrat des Landkreises Fulda, Dr. Heiko Wingenfeld, Oberbürgermeister der Stadt Fulda, Daniel Schreiner, Stadtbaurat der Stadt Fulda, außerdem dem Hausherren der Eduard-Stieler-Schule Fulda, Schulleiter Studiendirektor Jörg Demuth sowie die Abteilungsleiterin der Hotelfachschule Studiendirektorin Margit Goldstein. Für die Wirtevereinigung „Rhöner Charme“ wurde Vorsitzender Dieter Kehl, für den Kreisverband Fulda der DEHOGA Hessen dessen Vorsitzender Steffen Ackermann begrüßt. Als Vertreter der Industrie- und Handelskammer (IHK) Fulda wurden Armin Gerbet, Leiter der Abteilung für Aus- und Weiterbildung, sowie Herr Otto Arnold und Herr Wolfgang Wiesmann, als Initiatoren und wesentliche Wegbereiter des Wettbewerbes zur Unterstützung der gastronomischen Betriebe der Region in ihrer Ausbildungsleistung, namentlich besonders hervorgehoben.

Oliver Wehner ging in seinen Grußworten auf die Bedeutung des Wettbewerbes zum einen für die auszubildenden Köche, Hotel- und Restaurantfachleute, zum anderen aber auch für die Gesellschaft in Zeiten, in denen Digitalisierung und Fachkräftemangel eine zunehmende Rolle spielen ein und beleuchte den Entstehungskontext des Wettbewerbes. „Runde Geburtstage und Jubiläen, sind ein Anlass, zum einen, um zurückzublicken und über seine Ziele Bilanz zu ziehen, zum anderen, um über die Herausforderungen nachzudenken, die die Zukunft bringt. Der Groma Pokal ist ein erfolgreiches Beispiel für die Zusammenarbeit von Schule und der betrieblichen Praxis, die über das normale Maß des Dualen Systems hinausgeht. So lebt der Wettbewerb von dem ehrenamtlichen Engagement und von der Unterstützung der Schuldirektion, der beteiligten Fachlehrer und Juroren, aus der Praxis und unserem Unternehmen; Genauso lebt der Wettbewerb von den teilnehmenden Betrieben, die ihre Auszubildenden in der Vorbereitungszeit unterstützend sowie entsprechend freistellen. Jedes Jahr feilen alle Aktiven an der Ausrichtung des Wettbewerbs und entwickeln diesen, mit Innovationen und neuen Themen beständig weiter. Dieses Engagement ist in einer Zeit, in der die personellen Herausforderungen in der Gastronomie immer größer werden und allgemein die Bereitschaft in der Gesellschaft, Zeit in ein Ehrenamt zu investieren, weiter abnimmt, besonders anzuerkennen. Wesentliches Ziel des Wettbewerbs war und ist es, die gastronomischen Betriebe in der Region in ihrer Ausbildungsleistung zu unterstützen. Der Groma Pokal ermöglicht es, den Auszubildenden schon vor den Abschlussprüfungen unter Prüfungs- und Wettbewerbsbedingungen, zu kochen und zu servieren. Wer selbst schon an einer Prüfung – insbesondere an einer praktischen Prüfung – teilgenommen hat, weiß, wie hilfreich eine solche Generalprobe, wie sie der Groma Pokal darstellt, für spätere Prüfungen sowie den beruflichen Werdegang, ist. In den letzten 40 Jahren haben fast 1.000 Auszubildende an der Wehner-Groma-Pokal-Preisverleihung teilgenommen. 1.000 Mal ein Erfahrungsgewinn für alle Teilnehmer, verbunden mit wertvollen Erfahrungen. Es ist mir ganz wichtig, zu betonen, dass alle Teilnehmer und nicht nur die Erstplatzierten Gewinnerinnen und Gewinner sind.“

Darüber hinaus warb Oliver Wehner für eine Ausbildung in der Gastronomie und Hotellerie und bekundete, dass er sich künftig von der Politik noch mehr Unterstützung wünsche. „Eine gut absolvierte Ausbildung in der Gastronomie dürfte in Zukunft gefragter denn je sein. Eine große Herausforderung für die gesamte Branche, wird es auch in Zukunft sein, den Wettbewerb um die Auszubildenden mit allen anderen Branchen für sich zu entscheiden. Alle Anstrengungen der Verbände, Vereine und Partner der Gastronomie, Werbung für diese Berufe zu machen, sind zu begrüßen, werden aber einen Imagewandel und vermehrten Zuspruch allein nicht bewirken können. Mehr Unterstützung wünsche ich mir noch von der Politik, an einem Richtungswechsel in der Bildungspolitik und an einem Einstellungswechsel in der Gesellschaft gegenüber unseren Berufsbildern, zu arbeiten. Die Klassifikation des Abiturs, als höchstem Bildungsabschluss, drückt aus meiner Sicht schon eine falsche Wertschätzung der Hoch- und Fachhochschulreife im Vergleich zur beruflichen Bildung aus. Ich halte es für eine grundsätzlich falsche Entwicklung, unsere Jugend in akademische Bildungswege zu drängen, während die handwerklichen Berufe zunehmend unter dem Mangel an Nachwuchskräften leiden. Wir sollten stärker daran arbeiten, dem Handwerk die gleiche gesellschaftliche Wertschätzung, wie den akademischen Berufen entgegenzubringen.“

Dem Wunsch von Oliver Wehner Folge leistend, plädierte Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld gestern Abend in seinem Grußwort „voller Bewunderung für die Kochkunst“ dafür, dass es „recht-, wie zukunftsweisend“ sei, sich mit einer Ausbildung im Hotel- und Gastgewerbe für den „richtigen Beruf“ entschieden zu haben. Daneben gratulierte er dem Familienunternehmen Wehner für die Idee des Formates, die unter Beweis gestellt hat, über die Jahre erfolgreich zu bestehen und die dazu beiträgt, dass eine Region, die so viel Gastlichkeit und Lebensqualität verspricht, in ihrer äußeren Wahrnehmung für sich werben kann. „Ich danke Ihnen, liebe Familie Wehner, für Ihre Visionskraft und Ihre beispielhafte Art und Weise uns für unsere Region vorzuleben.“

Für den Landkreis und in Verantwortlichkeit des Schulträgers gratulierte Landrat Bernd Woide. „40 Jahre Wehner Groma Pokal sind etwas ganz besonders. 40 Jahre bedeuten für Sie, liebe Familie Wehner, aber auch Anerkennung in Ihrer Leistung.“ Daneben warb Woide für eine Ausbildung im Handwerk. Als Landkreis habe man schließlich auch Verantwortung für die jungen Menschen. Man müsse sie auf ihrem Weg begleiten, sie mitnehmen und sich um sie kümmern. Der Landrat schloss, indem er den jungen Menschen für ihren weiteren, beruflichen Werdegang viel Erfolg wünschte.

Schulleiter Studiendirektor Jörg Demut dankte gestern Abend den Initiatoren des Formates und ging dabei auf die Bedeutung und das, was dieser Wettbewerb mit den Teilnehmern macht, ein. „Ein wenig verrückt, aber voller Herzblut bei der Sache, wenn man einen solchen Wettbewerb, wie den Wehner Groma Pokal, ins Leben ruft, muss man schon sein“, sagte er zur Begrüßung. Als Schulleiter freue er sich sehr, etwas solches, das mit so viel Engagement und Herzblut betrieben werde, an der Eduard-Stieler-Schule Fulda weiter aufrechtzuerhalten, wie fördern zu können. Abschließend dankte er allen Beteiligten, die jedes Jahr aufs Neue zum guten Gelingen der Veranstaltung beitragen.

Dieter Kehl, Vorsitzender der Wirtevereinigung „Rhöner Charme“: Der Wehner Groma Pokal ist für unsere Region ein großer Gewinn, eine tolle Sache für unsere Auszubildenden, die Stolz macht, zugleich aber auch anspornt.“

Wolfgang Wehner: „Ich kann mich noch sehr gut an unsere Anfänge, an unsere Visionen erinnern. Wesentliche Visionäre, unsere großen Wegbereiter, die immer voller Zuversicht und nie den Glauben daran aufgegeben haben, waren Otto Arnold und Wolfgang Wiesmann.

Steffen Ackermann, Vorsitzender Kreisverband Fulda DEHOGA Hessen: „Das Engagement, das uns das Unternehmen Wehner Groma mit dem Wehner Groma Pokal vorlebt, ist wichtig – und das für beide Zünfte. So wird in der äußeren Wahrnehmung, in der Gesellschaft, ein Bewusstsein geschaffen, ein Bewusstsein, das auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel alles ändern kann.“

Zum 40. Mal in der Geschichte Wehner Groma Pokal jährte sich der Wettbewerb für auszubildende Köche des 2. und 3. Lehrjahres um die Verleihung des sogenannten „Wehner- Groma-Pokales“ am 06. Oktober 2017 in der Eduard-Stieler-Schule Fulda. Initiiert und ins Leben gerufen von Wolfgang Wehner, mit großem Engagement und der Zuversicht, die es braucht, um zu gelingen und zu bestehen, vorangetrieben von Otto Arnold und Wolfgang Wiesmann, sowie dem „Verein der Köche Fulda“, fungiert der Wehner Groma Pokal heute in der Region Osthessen als angesehene, beliebte und fest etablierte Veranstaltung des in Fulda ansässigen Familienunternehmens Wehner in Zusammenarbeit mit dem Verein der Köche Fulda, dem Hotel- und Gaststättenverband sowie der Eduard-Stieler-Schule Fulda. +++ jessica auth

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2 Kommentare

  1. Schön, dass es so etwas gibt. Sicher ein wichtiger Beitrag für die notleidende Gastronomie. Man kann nur hoffen, dass sich wieder mehr Köche zum ursprünglichen Kochen bewegen lassen. Vorgekochtes gibt es genug! Fulda mangelt es leider an tollen Restaurants; Vielmehr als eine Handvoll, bekommt man nicht zusammen.

    Für Gäste!
    Wer es schnell mag, der sollte in einen Imbiss gehen. Wer essen möchte, sollte sich Zeit nehmen. Denn eines ist sicher: Essen ist mehr als nur gesättigt vom Tisch aufzustehen. Übrigens guter Artikel.

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