Berlin. Ein Lkw ist am Montagabend in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gerast. Dabei kamen nach ersten Angaben der Polizei mindestens neun Menschen ums Leben, mehr als 50 wurden verletzt. In einer ersten Mitteilung sprach die Polizei von einem möglichen Anschlag, später hieß es, das Landeskriminalamt habe die Ermittlungen übernommen und die Hintergründe seien noch unklar.
Der Fahrer des Lkw soll zunächst geflüchtet sein, eine weitere Person wurde tot in der Fahrerkabine gefunden. Die Polizei verhaftete wenig später in der Nähe des Tatortes einen Verdächtigen. Die Berliner Polizei rief die Berliner dazu auf, Ruhe zu bewahren und zu Hause zu bleiben. Der Lkw ist nach Berichten polnischer Medien in Polen registriert, die Spedition hatte nach eigenen Angaben seit dem Nachmittag aber keinen Kontakt mehr zum Fahrer.
Politische Reaktionen
Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin hat es aus der Bundespolitik erste Reaktionen gegeben. „Ausgeführt nicht nur mit größter Brutalität und verheerenden Folgen, sondern auch mit bewusst großer Symbolkraft“, kommentierte CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach gegenüber „Bild“. „Die Botschaft ist klar: Egal wo, egal wie, wir werden jederzeit zuschlagen können.“ CDU-Vize Julia Klöckner sprach von einer „barbarischen“ Tat.
Klöckner zu derselben Zeitung: „Terroristen sind feige. Unbeschützte, friedliche Menschenmengen anzugreifen, ist barbarisch. Weihnachtsmärkte zu schließen, wäre falsch, aber sie müssen wohl stärker geschützt werden.“ Leider bekämen die Terroristen jetzt das, was sie wollen: „Angst, Schrecken und Medienaufmerksamkeit. Aber einknicken und uns selbst beschneiden, das dürfen wir nicht.“
Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Thomas de Maizière zeigten sich in ersten Reaktionen bestürzt. „Wir trauern um die Toten und hoffen, dass den vielen Verletzten geholfen werden kann“, so Merkel am Montagabend. Ich bin tief erschüttert über die schrecklichen Nachrichten von den Ereignissen an der Berliner Gedächtniskirche.
„Viele Menschen, die heute Abend den Weihnachtsmarkt besucht haben, sind ums Leben gekommen, noch mehr wurden verletzt. Mein tief empfundenes Mitgefühl ist mit den Familien, Angehörigen und Freunden der Opfer. Ich wünsche den vielen Verletzten baldige Genesung. Wir wissen noch nicht mit Gewissheit, was heute Abend wirklich geschehen ist. Die Sicherheitsbehörden arbeiten mit Hochdruck daran, die Unglücksstelle zu sichern und die Täter zu finden“, so Außenminister Steinmeier.
Volker Bouffier sagte: „Das ist eine schlimme und feige Tat, die die Menschen trifft, die eine friedliche Atmosphäre auf dem Weihnachtsmarkt genießen wollten. Wir trauern um die Anschlagsopfer und sind in Gedanken bei den Angehörigen. Den Verletzten wünschen wir baldige Genesung.“
Der Hessische Innenminister Peter Beuth erklärte: „Die Schutzmaßnahmen für hessische Weihnachtsmärkte befinden sich bereits auf einem hohen Niveau. Als Reaktion werden wir die Polizeipräsenz noch einmal verstärken und zusätzliche verdeckte Maßnahmen einleiten. Unsere Sicherheitsbehörden sind wachsam und stehen in engem Kontakt zu den städtischen Ordnungsbehörden sowie den Veranstaltern, um lageangepasst reagieren zu können. Die Sicherheitslage in Hessen hat sich nicht verändert, es besteht jedoch nach wie vor eine hohe Gefährdungslage. Es gibt keine absolute Sicherheit, aber unsere Sicherheitsbehörden arbeiten mit großem Einsatz dafür, die Bürgerinnen und Bürger in unserem Land bestmöglich zu schützen. Meine Gedanken sind bei den Opfern dieser furchtbaren Tat, den Verletzten und bei den Angehörigen.“
Notfallnummer für Angehörige: 030 540 23 111 +++

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