Vomberg-Gelände wie geht es weiter?

Warten wir ab, ob es im August zu konkreten Aussagen kommt

Rathaus Flieden

Flieden. Das am 1. Mai 1910 in Flieden von Bernhard & August VOMBERG als Gemischtwarenhaus gegründete Unternehmen ist 1978 nach Schlüchtern umgesiedelt. Der langjährige Kommunalpolitiker Winfried Möller, der von 1972 bis 2016 als Beigeordneter und SPD-Fraktionsvorsitzender aktiv war, hat bei dem ehemaligen Fliedener Unternehmen VOMBERG drei Generationswechsel erlebt. Dabei haben sich drei Bürgermeister jeweils „blutige Nasen“ geholt und die Gemeinde hat Schaden genommen, so Möller.

Der Reihe nach: 1978 zog VOMBERG nach 68 Jahren von Flieden nach Schlüchtern um. Wolfgang Rossmar übernahm fast zeitgleich die Geschäftsführung von seinem Vater Robert. Kurz vor dem Umzug wurde Bürgermeister Ludwig Ebert gebeten, kurzfristig Gelände bereit zu stellen, was jedoch trotz intensiver Bemühungen nicht gelang. Bürgermeister Ebert hat mit allen Mitteln unter höchstem persönlichem Einsatz versucht, geeignetes Gelände von den Besitzern vor Ort zu bekommen. Letztendlich scheiterte dieses Bemühen an der Nichtbereitschaft der Grundbesitzer zum Verkauf und an regionalplanerischen Hürden. Für VOMBERG jedoch ein „sauberer Abzug“ nach dem Motto: „Ich wäre ja so gerne geblieben“! Wie dann bekannt wurde, hatte sich VOMBERG aufgrund einer in Auftrag gegebenen Standortuntersuchung längst für den Standort im Mittelzentrum Stadt Schlüchtern entschieden. 2011 unterzeichneten Bürgermeister Winfried Kress und eine weitere Person aus dem Gemeindevorstand einen Kaufvertrag, in welchem weder die Rückzahlung „eines sehr großzügigen finanziellen Entgegenkommen der Gemeinde“ abgesichert, noch ein Baugebot innerhalb einer Frist mit einer Rückabwicklungsklausel bei Nichtnutzung durch VOMBERG festgeschrieben wurden. Zu diesem Zeitpunkt bahnte sich der nächste Wechsel in der Geschäftsführung an. Andreas Vomberg, der Sohn von Wolfgang Roßmar, war kurz davor in die Geschäftsleitung des Unternehmens VOMBERG eingetreten. 2017 im November kündigt Andreas Vomberg an, statt in Flieden sein Gelände zu bebauen, am Standort Schlüchtern fest zu halten. In den bis dahin verflossenen 6 Jahren hat die Gemeindepolitik unter Bürgermeister Henkel noch bis zu 60.000 Euro Steuermittel für die von VOMBERG verlange Untersuchung der erworbenen 8,5 Hektar nach Kampfmitteln aus dem letzten Weltkrieg bewilligt. Ganz zu schweigen von einem Hals über Kopf – trotz bereits versandter Einladungen – abgesagten „Ersten Spatenstich“.

2018 erklärt Bürgermeister Henkel in der jüngsten Gemeindevertretersitzung, dass alle bisherigen Bemühungen gescheitert seien, eine von VOMBERG zugesagte Bebauung des Areals in die Tat umzusetzen. Zwischenzeitlich wurde bekannt, dass Andreas VOMBERG der Gemeinde bis zur Augustsitzung der Gemeindevertretung mitteilen will, für wen er sein ehemals zur Eigennutzung in 2011 erworbenes Gelände bebauen und danach vermieten will. Ich frage mich allen Ernstes, wann werden endlich rechtliche Schritte gegen die Vertragspartner des im Jahr 20111 unterzeichneten Kaufvertrags eingeleitet, um den allein der Gemeinde Flieden entstandenen beachtlichen Schaden wieder Wett zu machen? Dieser „beachtliche Schaden“, welcher der Gemeinde allein dadurch entstanden ist, weil VOMBERG das „großzügige Entgegenkommen“ nur bei Eigennutzung, d.h. der Umsiedlung von Schlüchtern nach Flieden erhalten hat, bleibt auch nach der Bebauung des Geländes und der Vermietung an ein anderes Unternehmen zum Nachteil der Gemeinde bestehen. Und das nur deswegen, weil die entsprechenden vertraglichen Absicherungen zu diesem „großzügigen Entgegenkommen“ seitens der Gemeinde in der Person des dafür verantwortlichen Bürgermeisters a.D. Winfried Kress nicht erfolgte. Die ebenfalls nicht erfolgte Rückabwicklungsklausel bei „Nichtbebauung des Geländes durch den Käufer VOMBERG innerhalb einer bestimmten Frist“ versperrt ferner der Gemeinde auf alle Zeiten die Möglichkeit, das Gelände selbst zum kostendeckenden Preis zu veräußern. Lassen wir uns überraschen, ob es – wie von VOMBERG zugesagt – im August zu konkreten Aussagen über eine Bebauung und anschließenden Nutzung kommt. Und wenn ja, in welchem zeitlichen Rahmen? +++

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