Lesung – Theater – Konzert – Gesprächskreis: Der Abend rund um das Buch „Der Seelenvogel“, zu dem der Förderverein der Landsynagoge Heubach eingeladen hatte, war von Vielfalt geprägt. Grundschüler aus Neuhof und Uttrichshausen präsentierten unter der Regie von Henrike Frohnapfel ihre Versionen des Buchs „Der Seelenvogel“.
Das Projekt habe zwei Wurzeln, erläuterte Fördervereinsvorsitzender Hartmut Zimmermann: Die Anfrage der Initiative „LandKulturPerlen“ des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, Fördergelder für ein solches Vorhaben bereitzustellen – und die von großer Tatkraft getragene Idee von Vereinsmitglied Henrike Frohnapfel, gemeinsam mit den Schulkindern den „Seelenvogel“ neu zu gestalten. Nachdem Michal Snunit, die in Israel lebende Autorin des in bereits 17 Sprachen übersetzten philosophischen Bilderbuchs, ihre freundliche Unterstützung für die Idee des Vereins signalisiert hatte, ging es los. In zwei Wochenend-Workshops machten sich die jungen Malerinnen und Maler an die Arbeit: Jedes Kind gestaltete sein individuelles Seelenvogel-Buch und malte die Tiere, die ganz viele unterschiedliche Gemütszustände zwischen Zorn, Freude und Selbstzweifel darstellen, aus.
Den Abend in der Synagoge eröffnete ein kleines Theaterstück: In einer Schatzkiste fanden die Kinder geheimnisvolle Zettel, auf denen lauter Sätze rund um die „Seele“ standen. Zum Beispiel: „Musik ist Balsam für die Seele“ – dieser Hinweis führte sie zum Pianisten Felix Möser, der ihnen mit seiner Musik deutlich machte, wie Freude, aber auch wie Verzagtheit klingen können. Dann folgte eine illustrierte Lesung: Die Kinder lasen – mit beeindruckender Qualität – die kleinen Texte vor, zu denen dann jeweils die von ihnen gestalteten Seelenvogel-Bilder an die Wand flatterten. Pianist Möser verstand es auf beste Stummfilm-Begleiter-Weise dazu sehr einfühlsame, die jeweiligen Gefühlslagen aufgreifende Stücke zu improvisieren. Zum Weiterdenken regten Fragen und längere Texte an, die Julia Diegelmann, Anna Fleck und Nadine Skurska, Schülerinnen aus der Philosophie-Arbeitsgemeinschaft des Marianums Fulda, beisteuerten. Sie hatten sich mit ihrer AG-Leiterin Ricarda Flicker-Auth mit dem „Seelenvogel“ befasst.
Sich an einem Ort wie Heubachs ehemaliger Synagoge mit der Seele zu befassen, führe unweigerlich zum Nachdenken darüber, was das Seelenleben der jüdischen Menschen geprägt haben könnte, die früher an diesem Ort zum Beten zusammengekommen seien, unterstrich Frohnapfel. An die jüdische Prägung des Orts erinnerte dann Linde Weiland, die frühere Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Fulda, die auf Hebräisch den 23. Psalm sang. Mit dem gemeinsam Lied „Hevenu Shalom Alechem (Wir wollen Frieden für alle) und vielen Dankesworten endete eine beeindruckende Veranstaltung. Der Förderverein hat aus den schönsten Bildern des Projekts sein eigenes Seelenvogel-Buch zusammengestellt. Man kann es per E-Mail (info@synagoge-hebach.de) über den Verein bestellen und es auch in der Fuldaer „Buchhandlung am Dom“ direkt kaufen. Es kostet fünf Euro (bei Postzustellung kommen die Versandkosten dazu). +++

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