Unwetter hinterlässt Spur der Verwüstung im Vogelsbergkreis: Scheunen zerstört und Dächer abgedeckt

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Das schwere Unwetter, das am Mittwochabend über Teile Mittelhessens hinweggezogen ist, hat im Vogelsbergkreis eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Besonders betroffen ist der Schlitzer Ortsteil Ützhausen. Am Donnerstagmorgen zeigte sich dort das Ausmaß der Schäden: Scheunen wurden zerstört, Dächer von Häusern abgedeckt, Bäume brachen ab und sogar ein tonnenschwerer Futtermischwagen wurde umgerissen. Das genaue Schadensausmaß ist weiterhin nicht absehbar. Umfangreiche Aufräumarbeiten haben bereits begonnen.

Im Schlitzerland hatte am Mittwochabend zunächst heftiger Regen eingesetzt, begleitet von starkem Wind. Die Zahl der Einsätze nahm daraufhin deutlich zu, sodass die Feuerwehren der Stadt Schlitz das sogenannte Unwettermodul starteten. Im gesamten Schlitzerland waren nach Angaben der Feuerwehr 175 Einsatzkräfte im Einsatz. Sie mussten sich unter anderem um Sturmschäden, beschädigte und abgedeckte Dächer sowie zahlreiche Ziegel kümmern, die auf Straßen gefallen waren.

Besonders schwer getroffen wurde der Ortsteil Ützhausen. Dort stürzte eine Scheune ein, auf deren Dach sich eine Photovoltaikanlage befand. Die Feuerwehr führte zunächst Sicherungs- und Erstmaßnahmen durch und richtete für die weitere Absicherung eine Brandwache ein. Sie soll verhindern, dass es durch Sonneneinstrahlung an der beschädigten Photovoltaikanlage zu einem Brand kommt. Bei Tageslicht wurde deutlich, dass die Schäden in dem Ortsteil deutlich umfangreicher sind. Neben zerstörten Scheunen und beschädigten Hausdächern wurden auch zahlreiche Bäume beschädigt oder entwurzelt. Ein tonnenschwerer Futtermischwagen wurde von den heftigen Böen umgerissen.

Auch auf dem Campingplatz in Schlitz kam es zu einem schweren Einsatz. Dort stürzte ein großer Baum auf einen Camper. Die Feuerwehr konnte die betroffene Familie aus dem Fahrzeug retten und anschließend in einem Hotel unterbringen. Nach Angaben der Feuerwehr wurde niemand verletzt. „Da haben wir wirklich Glück gehabt“, sagte Andreas Leinweber, stellvertretender Stadtbrandinspektor der Stadt Schlitz.

Auch die Drehleiter war im Einsatz. Mit ihr konnten beschädigte Dächer aus sicherer Entfernung kontrolliert und bei Bedarf unmittelbar Sicherungsmaßnahmen vorgenommen werden. Die Feuerwehr stellte ihre Einsatzbereitschaft im Laufe der Nacht nach und nach wieder her. Das vollständige Ausmaß der Schäden war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht abzusehen.

Welche Wettererscheinung für die massiven Schäden verantwortlich war, ist bislang ebenfalls nicht geklärt. Ob es sich um einen Tornado, einen Downburst oder extrem heftige Unwetterböen handelte, muss noch untersucht werden. Erst eine genaue Bewertung der Schäden und der Wetterdaten wird Aufschluss darüber geben können, wie das Ereignis einzuordnen ist.

Auch in Lauterbach und Umgebung waren die Feuerwehren stark gefordert. Dort mussten die Einsatzkräfte insgesamt 19 Einsätze bewältigen. Hauptsächlich ging es darum, Straßen von umgeknickten Bäumen und Ästen zu befreien. Auch Hessen Mobil war im Dauereinsatz, um Verkehrswege von Ästen und Bäumen zu räumen.

Das Unwetter zog zudem weiter über Teile Südosthessens. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Südosthessen mussten die Einsatzkräfte ab etwa 21 Uhr wegen umgestürzter Bäume, herabgefallener Äste und umhergewehten Baustellenabsperrungen ausrücken. Auch dort wurde nach den bislang vorliegenden Angaben niemand verletzt.

In Hanau wurden Bäume entwurzelt. In der Donaustraße versperrte ein Baum zeitweise den Weg, in der Leipziger Straße fiel ein weiterer Baum auf einen Radweg. Auf der Landesstraße 3196 zwischen Katholisch-Willenroth und Romsthal blockierte ein umgestürzter Baum die komplette Fahrbahn. Die Feuerwehr entfernte das Hindernis und gab die Strecke anschließend wieder frei.

Auch die Autobahn 66 in Richtung Fulda war betroffen. Kurz vor der Anschlussstelle Bad Orb/Wächtersbach lag ein größerer Ast auf der linken Fahrspur. In Maintal stürzte im Dörnigheimer Weg ein Baum von einem Grundstück in die angrenzenden Gärten und auf ein Auto. Personen kamen dabei nicht zu Schaden.

In Großkrotzenburg wurden vier Baustellenabsperrungen auf die Straße geweht. Eine Polizeistreife richtete sie wieder auf und stellte sie an ihren ursprünglichen Platz zurück. In Schlüchtern wehte der Wind einen Baustellenzaun auf die Kurfürstenstraße. Auch dieser wurde von den Beamten wieder zurückgestellt.

Die Aufräumarbeiten werden die Einsatzkräfte und Betroffenen noch beschäftigen. Erst im Laufe des Tages dürfte sich zeigen, wie groß die Schäden im Vogelsbergkreis und insbesondere im Schlitzerland tatsächlich sind. Sicher ist bereits jetzt, dass das Unwetter in Ützhausen und Umgebung erhebliche Zerstörungen hinterlassen hat. +++


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